Darts: DT 16 Steinfurt macht sich Hoffnungen auf die Bundesliga-Aufstiegsrunde
Die Unbesiegbaren machen Pause

Borghorst -

Derzeit findet die Weltmeisterschaft der Darter in London statt. Dort misst sich die absolute Elite. Aber auch in Borghorst fliegen die Pfeile recht ordentlich. Dafür sorgt das Dartream 16 Steinfurt, das an die Tür zur Bundesloiga klopft.

Dienstag, 29.12.2020, 14:14 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 15:37 Uhr
Das Dartteam 16 Steinfurt zu Beginn der Saison vor dem Spiel gegen Köln (h.v.l.): René Perrefort, Manfred Bilderl, Patrick Ewering, Marcus Maier, Nils Schierbrock, Carsten Tenkmann und Christian Kloß sowie (v.v.l.) Phil Ende, Peter Ruffing, Andrej Batz und Patrick Holz.
Das Dartteam 16 Steinfurt zu Beginn der Saison vor dem Spiel gegen Köln (h.v.l.): René Perrefort, Manfred Bilderl, Patrick Ewering, Marcus Maier, Nils Schierbrock, Carsten Tenkmann und Christian Kloß sowie (v.v.l.) Phil Ende, Peter Ruffing, Andrej Batz und Patrick Holz. Foto: Marc Brenzel

Die Darts-Weltmeisterschaft zieht das sportbegeisterte Fernsehpublikum aktuell wieder in seinen Bann. Im Alexandra Palace in London wetteifern die besten Pfeilartisten um die globale Krone. Erstklassiger Darts wird aber nicht nur an der Themse gespielt, sondern auch in der Steinfurter Soccerworld, in der das Dartteam 16 Steinfurt sein Zuhause hat.

Die sportliche Bilanz der Borghorster ist extravagant gut. 76 Spiele, 74 Siege und zwei Unentschieden. Mit dieser Ausbeute marschierte das Team um Kapitän und Präsident Christian Kloß in die 1. Liga NRW durch. Und mit etwas Glück könnte sogar der Aufstieg in die Bundesliga Nord gelingen. „2021 werde ich 40 Jahre, eine Teilnahme an der Bundesliga-Aufstiegsrunde wäre das größte Geschenk“, so Kloß.

Ob es dazu kommt, ist aktuell fraglich, denn genau wie in anderen Sportarten ist der Spielbetrieb der Darter auf Eis gelegt. Nach nur vier Spieltagen nahm Corona das DT 16 Steinfurt aus dem Spiel. Ärgerlich, denn die Münsterländer waren richtig gut drauf und wollten ganz oben mitmischen. „Schade, dass es so weit kommen musste. Aber bei uns sind alle vernünftig und sehen die Notwendigkeit des sportlichen Lockdowns ein. Wir wollen schließlich niemanden in Schwierigkeiten bringen, nur weil wir ein paar Pfeile werfen“, kommentiert Kloß die Entscheidung des nordrhein-westfälischen Dartsverbandes, dessen Sportwart er seit zwei Jahren ist.

Kloß und Co. hoffen, dass wenigstens die Hinrunde ausgetragen wird und somit Verwertbares für die Meisterschaft vorhanden wäre. Köln, Münster und auch Bielefeld gelten als die Hauptkonkurrenten im Kampf um das Ticket zur Aufstiegsrunde in die Bundesliga Nord, die höchste Spielklasse. Dafür zugelassen sind die sechs Meister der nördlich gelegenen Verbände.

Dass die Steinfurter Ansprüche anmelden dürfen, liegt an der stetig gestiegenen Qualität des Kaders. Mittlerweile ist das DT 16 für Darter aus ganz NRW attraktiv geworden. Spitzenspieler Manfred Bilderl kommt aus Ahlen, Phil Ende aus Kamen, Jonas Aplowski aus Arnsberg und Justin Webers aus Dortmund. „Unsere Dart-Familie wird immer größer“, freut sich Kloß und verweist auf eine zweite (Bezirksliga) und dritte Mannschaft (Münsterlandliga), die mittlerweile gemeldet sind. Mit Peter Ruffing, Carsten Tenkmann und Co-Kapitän Daniel Kühs stehen sogar noch drei Gründungsmitglieder im Kader der „Ersten“.

Aber auch als Ausrichter großer Turniere ist Borghorst ein echter Hotspot der Szene. Deutsche Meisterschaften wurden in der Soccerworld ausgetragen, und bei einem Spieltag der Super League gaben die besten Deutschen ihr Stelldichein. Unter anderem ein gewisser Gabriel Clemens, der bei der WM in London mit seinem Sieg gegen Weltmeister Peter Wright Schlagzeilen geschrieben hat.

Kloß hat die Hoffnung, dass Ende März der Four-Nationscup in Borghorst ausgetragen werden kann. Das sollte schon 2020 der Fall sei, doch die Pandemie strich den Wettbewerb aus dem Kalender. „Sollten es die Zahlen zulassen, haben wir erneut den Zuschlag bekommen“, ist Kloß schon ganz gespannt auf die besten Darter aus den Benelux-Staaten und Deutschland. Unter anderem würde dann Nils Schierbrock in der Jungen-Konkurrenz an den Start gehen. Der U-16-Nationalspieler gehört dem DT Steinfurt an.

Momentan halten sich die Steinfurter Darter in einer eigenen Online-Liga fit. Die wird von Viorel Cazak organisiert. Die Teilnahme ist recht einfach: Benötigt werden eine Webcam am Board und das Einloggen bei der Plattform WDA. 16 Starter umfasst die Liga, erster Sieger wurde Marcus Maier. „Das ist der Vorteil, den wir gegenüber den anderen Sportlern wie zum Beispiel den Fußballern haben. Wir können uns auch auf diesem Weg messen und fit halten“, weiß Kloß. „Aber das ist nicht für jeden etwas. Es gibt auch Darter, die müssen ihren Gegner riechen können.“

Und diesen speziellen Geruch, den soll es auch bald wieder in der Soccerworld geben, denn die Unbesiegbaren des Dartteams Steinfurt wollen sich so schnell es geht wieder aus der Zwangspause zurückmelden.

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