Golf: Dr. Heijo Fröhlich und sein „Ass“
Lofoten und Irland fehlen ihm noch

Burgsteinfurt/Melle -

Asse gibt es einige, sportliche und beim Kartenspielen. Sogar vor der eigenen Haustür, diesmal jedoch geschlagen. Dr. Heijo Fröhlich vom GC Münsterland hat schon mal eines „geschossen“, wie er sagt. Friedel Michael vom selben Club gelangen sogar zwei.

Montag, 15.03.2021, 14:54 Uhr aktualisiert: 16.03.2021, 15:11 Uhr
Am liebsten spielt Heijo Fröhlich in südlichen Ländern Golf, weil er dort viel Licht und Sonne genießen kann – ganz im Gegensatz zu seinem beruflichem Umfeld.
Am liebsten spielt Heijo Fröhlich in südlichen Ländern Golf, weil er dort viel Licht und Sonne genießen kann – ganz im Gegensatz zu seinem beruflichem Umfeld. Foto: privat

Der Mann ist zu bescheiden. Ja, er habe mal ein Hole-in-One geschlagen, aber so genau könne er sich daran gar nicht mehr erinnern. Dabei hängt im Golfclub Münsterland eine Tafel mit denjenigen Spielern des Vereins, denen dieses Kunststück schon einmal gelungen ist. „Das war tatsächlich bei einem Turnier in Burgsteinfurt. Auf der Bahn 7, das ist eine Par 3-Bahn“, fällt es ihm nach einigem Grübeln wieder ein. Irgendwann in den 90er Jahren. Auch die weiteren Details seines „Asses“, wie dieser Schlag auch genannt wird, dämmern Dr. Heijo Fröhlich nach und nach. „Das war sogar relativ preisgünstig“, lacht er. Es wären nur 30 Leute auf dem Platz gewesen, die habe er verköstigen müssen.

Ein Ass oder Hole-in-One ist der legendärste Schlag im Golfsport. Er gelingt relativ selten (siehe Kasten). Nur geübte Spieler – oder solche mit Anfängerglück – schaffen es, vom Abschlag weg den Ball direkt aufs Grün zu schlagen und einzulochen. Darüber hinaus kann dieses Kunststück auch recht teuer werden, denn es zählt zur Etikette des Golfs, alle Teilnehmer des Turniers hinterher auf ein Getränk einzuladen. Man kann sich sogar dagegen versichern.

„Nein, damals war ich nicht versichert, erst später, aber danach habe ich nie wieder ein Ass geschossen“, erzählt Fröhlich, der mittlerweile in Melle lebt, aber weiterhin beim GC Münsterland als Spieler gemeldet ist. „In Spanien habe ich sehr viel später bei einer Privatrunde noch einmal ein Ass geschossen. Aber das zählt ja nicht, nur bei Turnieren wird das gewertet“, sagt der 72-Jährige, der früher 30 Turniere im Jahr spielte und bei Handicap 13,4 lag. „Heute ist es nicht mehr erwähnenswert, und ich spiele auch nur noch 15 Turniere“, möchte der Augenarzt sein aktuelles HC von 23,1 lieber verschweigen.

30 Jahre lang war er zuvor Sportschütze beim Schießclub ABC Münster, bis er 1982 seine Liebe zum Golf entdeckte. Als Jugendlicher, mit 13 Jahren, ist er auf dem Möhnesee in der Nähe von Hamm oft gesegelt und hegte daher anfänglich den Wunsch: „Entweder Hochseesegeln oder Golf. Ich habe als Student mal auf einem Dreimaster gearbeitet. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.“ Dass es dann doch das Golfen wurde, lag an einer Insel und Minigolf. „Das war in England, dort habe ich mir, nachdem ich vorher schon viel Minigolf gespielt hatte, Golfschläger ausgeliehen“ – und ist dran hängengeblieben.

Seine zweite Leidenschaft, das Reisen, konnte er damit gut verbinden, denn Golfplätze, legendäre sogar, gibt es auf der ganzen Welt. „Ich war vornehmlich in südlichen Ländern. Wenn man wie ich als Augenarzt den ganzen Tag im Dunkeln arbeitet, braucht man als Ausgleich das Licht und die Sonne“, zog es ihn zum Golfen nach Italien, Tunesien und Spanien. Nichtsdestotrotz stehen Irland – wenn es nicht regnet – oder die Lofoten immer noch auf seiner Wunschliste an Plätzen, wo er einmal spielen möchte, „bevor ich das letzte Schnauferl gemacht habe.“

Auch wenn Heijo Fröhlich schon seit 40 Jahren Golf spielt, einen Schlag wie kürzlich Bryson DeCham­beau hat er noch nie hinbekommen. Beim Arnold-Palmer-Invitational, einem Turnier in Orlando/Florida, zimmerte der 27-jährige Amerikaner den Ball mit einem sichelförmigen Schlag auf einer Par-5-Bahn 340 Meter über den See – bis er im Bunker landete. „Bei uns sind es ein paar Meter weniger“, sagt Fröhlich. Mit Rollen käme er vielleicht auf 200 bis 230 Meter – aber Fröhlich ist auch keine 27 mehr und hat auch keineswegs die Statur des US-Profigolfers.

Einer, der sogar zwei Mal auf der Anlage in Stemmert ein Ass geschlagen hat, ist der 86-jährige Friedel Michael . Allerdings war er bei seinem Kunststück noch einige Jahre jünger. „Das war jeweils auf der Bahn 4, eine Par 3-Bahn mit 170 Metern“, erinnert sich der Senior noch sehr genau. Beim ersten Mal war die Angelegenheit sogar recht teuer, denn der Beresa-Cup 1999 sei ein recht großes Turnier mit knapp 100 Teilnehmern gewesen. Ein Jahr zuvor war er bei den Senioren seines Vereins sogar Clubmeister. „So ein Schlag ist immer auch Glücksache. Vom Golfverband habe ich sogar eine Anerkennung dafür bekommen. Eine Flasche Whisky, die heute noch bei mir im Keller steht. Für die anderen Teilnehmer des Turniers musste ich den Wein ausgeben. Versichert war ich nicht, auch nicht beim zweiten Ass 2012“, erzählt Michael, der dieses Mal nicht so tief in die Tasche greifen musste, da nur 40 Teilnehmer bei diesem Turnier am Start waren.

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