Fußball: Asllani macht‘s wie Zlatan
Der Linksfuß mit dem Gespür für Tore

burgsteinfurt -

Isuf Asllani hat in viele Trikots gespielt, aber auch viele Tore geschossen. Ein ganz wichtiges für den SV Burgsteinfurt, das letztlich für den Aufstieg in die Landesliga sorgte. Er kickt auch heute noch, mit 38 Jahren.

Donnerstag, 25.03.2021, 15:51 Uhr aktualisiert: 26.03.2021, 12:40 Uhr
Isuf Asllani damals und heute: Beim SV Burgsteinfurt in Gelb, beim Tus Graf Kobbo Tecklenburg in Rot (kl. Bild). Aktuell muss er wegen Corona pausieren, daher: Trikotfarbe unbekannt.
Isuf Asllani damals und heute: Beim SV Burgsteinfurt in Gelb, beim Tus Graf Kobbo Tecklenburg in Rot (kl. Bild). Aktuell muss er wegen Corona pausieren, daher: Trikotfarbe unbekannt. Foto: Vera Szybalski/Jörg Wahlbrink

Schon mit der Schreibweise seines Namens hatte man anfangs Schwierigkeiten. Mindestens drei Spieltage hat es gedauert, bis Hirn und Finger kapiert hatten, dass Asllani mit zwei L geschrieben wird – und nicht mit zwei S. Dabei wurde sein Name relativ häufig gebraucht, da seine Kernkompetenz das Torschießen war – und Torschützen werden in schriftlicher Form in der Heimatpresse oft genannt. Doch als Asl­lani (mit zwei L) auf der Tastatur in Fleisch und Blut übergegangen war, da war er auch schon wieder weg und eine neue Sportredaktion konnte sich die Finger an seinem Nachnamen brechen.

38 Jahre ist Asllani jetzt alt und schießt immer noch seine Tore. „21 waren es in einem halben Jahr als Spielertrainer des SV Kosova in Osnabrück. Dann bin ich weg. Das hatte keinen Sinn mehr. Die Mannschaft hatte wenig Disziplin, und es fehlte auch der Respekt“, trennte sich Asllani von diesem Club und spielt nun beim Spielverein 16 in der Stadtliga Osnabrück (Kreisliga). Dort hat er in vier Spielen sechs Treffer erzielt. Er kann es also immer noch.

Nach der Jugend bei Borussia Emsdetten wechselte der gebürtige Albaner zu Preußen Lengerich in die Verbandsliga. „Da habe ich allerdings nur wenig gespielt und bin dann zum SV Halverde gewechselt. Die spielten zwar nur Kreisliga, aber ich wollte halt auf dem Platz sein“, erzählt der 38-Jährige. Mit seinen 35 Toren in dieser Saison wurden zwangsläufig höherklassige Vereine auf den Torjäger aufmerksam, sodass ihn Hans-Dieter Jürgens als Trainer von SuS Neuenkirchen in die Landesliga holte. „Mit Neuenkirchen bin ich sogar in die Verbandsliga aufgestiegen. Aber meine schönste Zeit hatte ich bei Emsdetten 05. Dort war auch wieder Jürgens mein Trainer, zusammen mit Christian Bienemann“, sagt As­llani und verschweigt dabei nicht, dass er dort auch „gutes Geld verdient“ habe. Vor allem aber waren Asllani und Nullfünf erfolgreich. 36 Buden hat er in der Bezirksliga damals erzielt und seinen Club damit in die Landesliga geschossen.

Kurzzeitige Gastspiele brachten ihm eine Saison in der Oberliga beim FCE Rheine ein, wo er unter Trainer Jürgen Prüfer in der Spielzeit 2006/07 „hinten links in der Kette“ spielte, was er für ausgemachten Blödsinn hielt. Bis er schließlich zur Spielzeit 2010/11 in Burgsteinfurt landete. „Mit Wolfgang Schütte sind wir dann in die Landesliga aufgestiegen. Ich weiß noch sehr genau, dass ich im letzten Spiel in Esch in der 97. Minute das 2:2 gemacht habe und Preußen Borghorst nur 0:0 in Hopsten gespielt hat“, sind ihm die Geschehnisse des letzten Spieltags im strömenden Regen noch präsent.

Dass er von einigen als Wandervogel abgestempelt wird, kratzt Asllani wenig: „Das stört mich nicht. Ich habe immer Spaß bei meinen Vereinen gehabt und meine Tore geschossen.“ Damals arbeitete Asllani bei Coppenrath & Wiese, heute ist er selbstständig, seit sieben Jahren geschieden und lebt in Osnabrück: „Ich habe mit einem Kumpel zusammen einen Friseursalon, und ich spiele immer noch, jetzt beim Spielverein 16.“ Wo er in seiner letzten Partie im Oktober 2020 gegen den TuS Nahne zwei Tore erzielte. 13 waren es in zwei Jahren beim SVB in 27 Einsätzen, wo er auch Marco Antwerpen, den heutigen Lauterer Trainer, noch kennen gelernt hat. Als im Sommer 2012 Dirk Bültbrun zur neuen Saison als Nachfolger von Helge Wolff kam, der Antwerpen vorzeitig abgelöst hatte, wechselte Asllani erneut nach Emsdetten zu den Nullfünfern.

Ebenso wie der 39-jährige Zlatan Ibrahimovic will der 38-jährige „Isi“, wie er in Stemmert genannt wurde, „noch lange Fußball spielen“. Sein Torriecher sei immer noch vorhanden – „der geht im Alter nicht verloren“ –, seine Schnelligkeit auch. „Ich bin ein wenig trainingsfaul geworden, aber das mache ich mit Erfahrung wett“, dürften sich die Osnabrücker noch längere Zeit an seinen Treffer erfreuen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7885898?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57546%2F
Nachrichten-Ticker