Handball: Drei Mal Valk in einer Borghorster Mannschaft
„Valken“ erobern das Parkett

Borghorst -

Drei Brüder in einer Mannschaft – das gibt es nicht allzu oft. Bei den Handballern des TV Borghorst allerdings schon. Robert, Kilian und Lorenz Valk machten unter Trainer Eckhard Rüschhoff ihr Meisterstück.

Freitag, 30.04.2021, 15:30 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 10:22 Uhr
Auch wenn sie sogar einmal allein zu dritt auf dem Feld standen, ist ein Foto mit allen drei Valks gemeinsam im WN-Archiv nicht zu finden. Hier hat Lorenz (r.) den Ball erobert und wird Bruder Kilian (l.) gleich in Szene setzen. Robert, der Dritte im Bunde, war in der Regel im Rückraum, gemeinsam mit Lukas Antfang anzutreffen.
Auch wenn sie sogar einmal allein zu dritt auf dem Feld standen, ist ein Foto mit allen drei Valks gemeinsam im WN-Archiv nicht zu finden. Hier hat Lorenz (r.) den Ball erobert und wird Bruder Kilian (l.) gleich in Szene setzen. Robert, der Dritte im Bunde, war in der Regel im Rückraum, gemeinsam mit Lukas Antfang anzutreffen. Foto: Thomas Strack

In den Comics von Maurice de Bevere ( Morris ) und René Goscinny gab es die Daltons. Vier meist in schwarz-gelb gestreiften Anzügen auftretende, schießwütige Gangster, denen Lucky Luke bei ihren Raubzügen permanent erfolgreich das Handwerk legte. Bei den Handballern des TV Borghorst gab es sie ebenfalls, im Original allerdings nur in dreifacher Ausführung. Dem vierten „Dalton“, Marius Lehmkuhl, wurde die Ehre, diesen Brüdern zugeordnet zu werden, lediglich aufgrund eines Fehlers dieser Zeitung zuteil. Er tauchte in der Auflistung der Torschützen als M. Valk auf, woraufhin er – wahrscheinlich auch, weil er ähnliche körperliche Ausmaße aufweist – den anderen dreien, Robert , Kilian und Lorenz , einverleibt wurde.

„Wir sind meistens auch zusammen zu den Spielen gefahren. Ich könnte mir vorstellen, dass die Namensgebung von Max Göcke stammt“, erläutert der älteste Valk, Robert, den Ursprung. Von den Eltern haben die drei Valks ihr handballerisches Talent wahrscheinlich nicht geerbt. Sowohl Mutter als auch Vater kamen aus der Abteilung Badminton und Jogging. „Unser Opa spielte Feldhandball. Aber zum Handball beim TV Borghorst bin ich durch einen Kindergartenfreund gekommen. Dabei wusste ich gar nicht, was Handball ist. Ich hielt das mehr für Volleyball“, erinnert sich Robert Valk, dass ihn Richard Erdmann mit zum Training der Minis geschleppt hat.

Die anderen beiden Valks, Kilian und Lorenz, landeten zwangsläufig später bei dieser Sportart – zumal sie von der Größe auch gut dahinpassen. Knapp zwei Meter der eine, etwas kleiner der andere, Lorenz. „Robert ist ein, zwei Zentimeter größer als ich“, hadert Lorenz mit seinen 1,83. „Wäre schon schön, wenn der ältere Bruder der kleinere wäre.“ Zumindest wurde ihm aber die Ehre zuteil, als jüngster Valk bereits mit 17 Jahren in der Ersten zu spielen. „Eckhard Rüschhoff hat damals in seinem ersten Jahr als Trainer eine junge Mannschaft aufgebaut und hat mir als A-Jugendlichem eine Menge Spielzeit verschafft“, weiß Lorenz Valk noch heute.

Kilian, der längste der drei, ist wie seine beiden Brüder Rechtshänder. „Da haben leider unsere Gene die perfekte Handballmannschaft verhindert“, hätte er gerne im rechten Rückraum – dann natürlich mit links – seine Tore erzielt. „Dafür sind meine 1,95 ja eine ganz nützliche Größe im Handball“, bringt er einen Vorteil mit, den seine Brüder nicht aufweisen.

Sportlich gab es bei den Valks am Wochenende nur ein Thema: Handball. „Das hat sich halt so ergeben, dass wir alle zusammen Handball gespielt haben, war normal für uns. Samstags, nach den Spielen, hat man sich dann immer noch gegenseitig seine Fehler im Spiel scherzhaft vorgehalten“, erzählt Robert. „Wir standen sogar in einer Begegnung in Münster einmal zu dritt allein auf dem Feld, weil wir in dreifacher Unterzahl spielen mussten“, erinnert sich Robert und ergänzt: „Ich behaupte mal, wir haben die Unterzahl gewonnen.“

Wenn drei Brüder gemeinsam und auch noch zeitgleich in einer Mannschaft Sport betreiben, dann ergibt sich daraus zwangsläufig ein großer Berg Wäsche. Der dürfte nach den Punktspielen am höchsten gewesen sein, denn in der Regel nimmt immer ein Spieler sämtliche Trikots mit nach Hause und muss – oder lässt – sie waschen. „Das ging in unserer Mannschaft nach Alphabet. Wir kamen ziemlich zuletzt. Aber irgendwann haben wir einen Drei-für-zwei-Bonus von der Mannschaft bekommen, damit unsere Mutter nicht so viel waschen musste“, erzählt Robert, dessen Mutter ansonsten drei Wochenenden lang jeweils einen Koffer mit 14 verschwitzten Trikots hätte bearbeiten müssen.

Aktuell und wegen Corona ist bei allen dreien Schluss mit Handball, unter anderem auch wegen Beruf oder Studium. „Gemeldet sind wir immer noch beim TVB, aber spielen können wir höchstens noch sporadisch in der zweiten oder dritten Mannschaft“, sagt Robert. In drei Jahren, wenn sich der Bezirksligaaufstieg zum zehnten Mal jährt, könnte die Mannschaft gemeinsam mit ihrem Trainer mal wieder eine Diashow veranstalten und in Erinnerung über die legendären Abschlussfahrten nach Korsika und Kroatien schwelgen.

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