VfL-Profi Christian Pauli über seine Zeit am Stützpunkt
Das Messen mit den Besten

Tecklenburger Land / Osnabrück -

Der DFB wird trotz der letzten Endes doch ein wenig enttäuschend verlaufenden EM allenthalben für seine Nachwuchsarbeit gelobt. Doch nicht nur bei Kontinental- und Interkontinentalturnieren ist der Erfolg des Ausbildungssystems mit seinen Stützpunkten in jedem Fußballkreis zu sehen, sondern auch ganz direkt vor Ort.

Freitag, 06.07.2012, 18:07 Uhr

VfL-Profi Christian Pauli über seine Zeit am Stützpunkt : Das Messen mit den Besten
Über den Stützpunkt zum Fußball-Profi: Stürmer Christian Pauli vom VfL Osnabrück Foto: Carolin Kruppa

Zum Beispiel bei Christian Pauli . Der 20-jährige Stürmer war einer der ersten Kicker, die am Stützpunkt des Fußballkreises Tecklenburg in Dörenthe spielten, auch, nachdem er 2005 als 13-Jähriger zum VfL Osnabrück wechselte. Seit 2002 gibt es den Stützpunkt. Von 2003 bis 2007 kickte er einmal die Woche in Dörenthe. Heute ist Pauli eine feste Größe im Kader des Drittligisten.

Auch wenn sich der Bürener an sein erstes Stützpunkt-Training nicht mehr erinnern kann, an seinen ersten Coach sehr wohl. „Ich habe mit Klaus Burandt angefangen und bin eigentlich die ganze Zeit bei ihm geblieben“, sagt Pauli. Nur im letzten Jahr habe er unter Dennis Berk trainiert. Das Training in Dörenthe war für den Jugendspieler Pauli mit einem erheblichen logistischen Aufwand verbunden, die einfache Strecke von Büren beträgt immerhin etwa 30 Kilometer. „Mein Elternhaus hat mich immer unterstützt. Mein Vater hat mich gefahren und dann bei den Einheiten zugeschaut“, sagt Pauli. „Das alles hat nur durch ein starkes Elternhaus funktioniert. Aus meiner Ecke war sonst keiner im Stützpunkt.“

Trotz der Fahrzeiten klingt im Gespräch mit Pauli eigentlich nur Positives über das Stützpunkttraining durch. „Ich habe dadurch eine größere Entwicklung bekommen, weil ich mich mit den Besten meiner Altersstufe messen konnte“, sagt der VfL-Profi, der zurzeit verletzt zuschauen muss. „Es war ein Training, auf das man sich immer gefreut hat, man hat viele Kontakte geknüpft und viel gelernt.“

Sogar so viel, dass Pauli den VfL Osnabrück in einem dreitägigen Probetraining überzeugte. Der VfL wollte Pauli und Pauli wollte zum VfL. „Ich habe ab und zu mit Klaus Burandt darüber geredet. Wir haben einen guten Draht“, so Pauli. „Er hat mir gesagt, es ist ein guter Schritt, nicht zu früh und nicht zu spät.“ Das Wichtigste sei, den Spaß nicht zu verlieren.

Dass der Bürener es letzten Endes bis in die 2. und 3. Liga schaffte, führt er auch auf das Stützpunktsystem zurück. „Der Stützpunkt hat in jedem Fall einen Anteil daran“, sagt der 20-Jährige. „Durch den Stützpunkt habe ich viele Erfahrungen sammeln können.“ Allein bei der Westfalenmeisterschaft gegen Top-Spieler anzutreten, „diese Erfahrung hat mich ein großes Stück weitergebracht.“ Ohne den Stützpunkt, davon ist Pauli überzeugt, wäre der Schritt vom VfL Büren zum VfL Osnabrück schwieriger geworden.

Mit dem VfL steht Pauli mitten in der Vorbereitung auf die Drittliga-Saison, auch, wenn er wegen eines angebrochenen Wirbelbogens zurzeit pausieren muss. Ein paar Tage Reha noch, dann will der Deutsch-Österreicher, der 2011 unter dem Trainerduo Flottmann/Enochs seine ersten Zweitligaspiele absolvierte, wieder ins Training einsteigen. „Wir wollen dieses Jahr sehr gut mitspielen und mehr als 200 Prozent geben“, hat sich Pauli vorgenommen. Unter seinem Trainer Claus-Dieter Wollitz durfte übrigens er schon als Jugendlicher ab und an mal trainieren. „Das war unglaublich“, so Pauli. Eine Erfahrung, die er ohne den Stützpunkt vielleicht nicht gemacht hätte.

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