Fußball: 3. Liga
Sportfreunde Lotte mit personellem Notstand vor Spiel beim FSV Frankfurt

Lotte -

Kräftemäßig gehen die Sportfreunde Lotte aufgrund der vielen „englischen Wochen“ auf dem Zahnfleisch, nun pfeifen sie auch personell aus dem letzten Loch. Im Auswärtsspiel am Samstag beim FSV Frankfurt werden gleich acht Spieler fehlen.

Donnerstag, 23.03.2017, 00:03 Uhr

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich wohl bestätigt: Der am Boden liegende Kevin Pires-Rodrigues hat sich nach einem Foul in Großaspach allem Anschein nach einen Kreuzbandriss zugezogen. Physiotherapeutin Melanie Hubert leistete erste Hilfe. Schiedsrichter Nicolas Winter und Alexander Langlitz können nicht eingreifen.
Die schlimmsten Befürchtungen haben sich wohl bestätigt: Der am Boden liegende Kevin Pires-Rodrigues hat sich nach einem Foul in Großaspach allem Anschein nach einen Kreuzbandriss zugezogen. Physiotherapeutin Melanie Hubert leistete erste Hilfe. Schiedsrichter Nicolas Winter und Alexander Langlitz können nicht eingreifen. Foto: Mrugalla

Am Montag bekam er die entsprechende Urkunde ausgehändigt. Seinen Einstand als frischgebackener Fußballlehrer am Mittwochabend hat sich Ismail Atalan ganz anders vorgestellt. Nicht nur, dass sein erstes Spiel als diplomierter Trainer bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 0:2 verloren ging, musste er mit ansehen, wie das Spiel einen fast dramatischen Verlauf nahm.

Dabei erwies sich nicht die Niederlage an sich als schlimmster Fakt, sondern die böse Verletzung von Kevin Pires-Rodrigues. Gestern bemühten sich die Sportfreunde um einen MRT-Termin in Frankfurt . Wenn auch die endgültige Diagnose noch aussteht, deutet vieles daraufhin, dass sich der Mittelfeldspieler einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Das würde das Saison-Aus bedeuten und wäre besonders bitter, da der Aufsteiger auf dieser Position kaum Alternativen hat. „Das ist wirklich traurig und tut mir unendlich leid für Kevin“, meinte Ismail Atalan.

Klar, dass Kevin Pires-Rodrigues morgen in Frankfurt ausfallen wird. Nicht nur er. Matthias Rahn sah in Großaspach Gelb-Rot, Alexander Langlitz die zehnte und Philip Steinhart die fünfte gelbe karte. Atalan wird vier Spieler ersetzen, ergo fast die komplette Mannschaft umbauen müssen. Ein Systemwechsel vom 4:3:3 hin zum 4:2:3:1 ist deshalb nicht ausgeschlossen.

„Jetzt stehen die in der Pflicht, die sonst nicht so zum Zuge kommen“, setzt der Coach die Spieler aus der zweiten Reihe unter Druck. „Die können nun beweisen, dass ich falsch gelegen habe, sie draußen zu lassen.“ Atalan ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Tobias Haitz (Knie), Patrick Schikowksi (Grippe) und Tim Gorschlüter (Hüfte) müssen verletzungsbedingt passen. Angesichts des schmalen Kaders wird die Auswechselbank am Samstag nicht einmal komplett gefüllt sein. Die Mannschaft stellt sich also quasi von selbst auf.

Die Lotter Crew ist nach einem Regenerationstraining gestern Vormittag in Großaspach nach Frankfurt weitergefahren, wo heute ab 14 Uhr eine Trainingseinheit ansteht. Dann will Ismail Atalan in Einzelgesprächen noch einmal in seine Spieler hineinhorchen und sich dann, vielleicht aber auch erst morgen kurz vor Anstoß, auf eine Startformation festlegen. Viele Möglichkeiten bleiben ihm nicht.

In der Viererkette dürften Moritz Heyer rechts, Tim Wendel und Gerrit Nauber innen, sowie Nico Neidhart links stehen. Die Sechser-Positionen dürften Andre Dej und Macel Kaffenberger einnehmen. Um zwei Außenpositionen streiten sich der wohl gesetzte Kevin Freiberger sowie Jaroslaw Lindner und Nico Granatowski. Luca Tankulic könnte dann im zentralen Mittelfeld auflaufen. Für die einzige Spitze käme wohl Bernd Rosinger statt Saliou Sané in Frage.

Kräftemäßig geht die Mannschaft ohnehin auf dem Zahnfleisch, nun pfeift sie auch personell aus dem letzten Loch. Deshalb verbietet es sich, in der Tabelle nach oben zu schauen. Den dritten Platz haben die Sportfreunde durch die Niederlage in Großaspach verpasst. Noch haben sie aber auch den Klassenerhalt nicht ganz sicher. Darauf liegt nun das Hauptaugenmerk: In der aktuell schwierigen Situation schnellstmöglich die fehlenden Punkte für den Liga-Verbleib einzufahren.

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