Sportabzeichen: Ledder Werkstätten
Zehn Gold- und zehn Silbermedaillen

Tecklenburg-Ledde -

Zehn Mal Gold, zehn Mal Silber, zwei Mal Bronze: 55 Menschen mit Behinderung der Ledder Werkstätten haben bei den Prüfungen fürs Deutsche Sportabzeichen mitgemacht. 22 von ihnen haben erfolgreich abgeschnitten und die Bedingungen erfüllt.

Mittwoch, 03.05.2017, 00:05 Uhr

Die Fähigkeit zur „Koordination“ ist beim Weitsprung gefragt. Der Kunstrasenplatz samt Laufbahn und Sprunggrube bietet gute Voraussetzungen für die Sportler.
Die Fähigkeit zur „Koordination“ ist beim Weitsprung gefragt. Der Kunstrasenplatz samt Laufbahn und Sprunggrube bietet gute Voraussetzungen für die Sportler. Foto: Jörg Birgoleit

Zehn Mal Gold, zehn Mal Silber, zwei Mal Bronze: 55 Menschen mit Behinderung der Ledder Werkstätten haben bei den Prüfungen fürs Deutsche Sportabzeichen mitgemacht. 22 von ihnen haben erfolgreich abgeschnitten und die Bedingungen erfüllt. Umso bemerkenswerter sei diese Leistung, weil die meisten aus dem Stand, ohne längeres Training, angetreten seien. Darin waren sich Anita Dölling , Julia Prigge und Alexandra Dölling einig. Die drei LeWe-Mitarbeiterinnen hatten das Angebot organisiert und begleiteten die Abnahme von Montag bis Freitag in Ledde .

Hinter der Betriebsstätte steht seit einiger Zeit ein Kunstrasenplatz mit Fußball-Kleinfeld, 50-Meter-Bahn und Sprunggrube zur Verfügung, sodass etliche Prüfungen vor Ort absolviert werden konnten – motivatorisch wichtig insbesondere für gehbehinderte Sportler oder Rollstuhlfahrer, die natürlich ebenso zum Mitmachen eingeladen waren.

Die Abnahme des Sportabzeichens war eine Premiere für die Einrichtung und bedurfte einiger Vorbereitungen, weil behinderungsbedingt etliche Disziplinen hinzukommen oder abgewandelt werden müssen. Rollifahrer zum Beispiel werfen mit Keulen statt mit Medizinbällen. Statt der Sprintstrecken müssen sie einen Parcours auf Zeit absolvieren. Viele Fußgänger haben als Ausdauer-Alternative die Vier-Kilometer-Walkingstrecke gewählt.

In Abhängigkeit von Geschlecht, Alter und Behinderung wurden die 55 Teilnehmer in Leistungsklassen eingeteilt und in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination entsprechend individuell gewertet. Zugelassen waren dieses Mal nur Personen mit geistiger Behinderung und/oder einer Körperbehinderung.

Ein mögliches Ko-Kriterium gibt es für das Sportabzeichen, egal ob nun Teilnehmer mit oder ohne Behinderung: „Die Schwimmfähigkeit muss bestehen“, erklärte Anita Dölling. Weil das aber bei etlichen einfach nicht möglich sei, habe man für diese Personen, die sonst alle Disziplinen erfüllt hätten, das LeWe-Fitness-Abzeichen erdacht. So haben am Ende alle eine Urkunde und außerdem einen Gutschein fürs Samocca-Café bekommen.

Der „Tag der Begegnung“ am Sonntag, 11. Juni, steht dieses Mal unter dem Motto „Gesund und fit“. Dann dreht sich ganz viel in Ledde um (Reha-) Sport, Bewegung mit und ohne Behinderung und gesunde Ernährung.

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