Fußball: 3. Liga
„… dann hat Lotte sehr gute Chancen“

Lotte -

Am kommenden Wochenende treffen die Sportfreunde Lotte zu Hause auf Mainz 05 II (13.30 Uhr, Frimo-Stadion). Im Vorfeld nahm SFL-Coach Ismail Atalan Stellung zum bisherigen Saisonverlauf und zu seinen Vorstellungen, wie es weitergehen könnte in Lotte.

Mittwoch, 10.05.2017, 16:05 Uhr

Ismail Atalan ann sich gut vorstellen, seine Arbeit bei den Sportfreunden über die aktuelle Saison hinaus fortzusetzen
Ismail Atalan kann sich gut vorstellen, seine Arbeit bei den Sportfreunden über die aktuelle Saison hinaus fortzusetzen Foto: Mrugalla

Am vergangenen Wochenende feierten die Drittliga-Fußballer der Sportfreunde Lotte den vorzeitigen Klassenerhalt. „Eine Riesenleistung der Mannschaft – „auch für mich eine Bestätigung“, sagt Trainer Ismail Atalan .

Herr Atalan, wie bewerten Sie die bald endende Saison?

Ismail Atalan: Meine Mannschaft hat ein großes Kompliment verdient. Sie hat nach dem Aufstieg erneut eine Riesenleistung abgeliefert – mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund als i-Tüpfelchen. Wir haben mit einem Regionalligakader in der 3. Liga eine hervorragende Hinrunde absolviert. Der Abfall in den ständigen englischen Wochen der Rückrunde war absehbar – erst recht, wenn fünf, sechs Leistungsträger fehlen. Unsere größte Leistung war, wie wir unter ganz schwierigen Voraussetzungen wieder die Kurve bekommen haben und neben der Steigerung in der Liga auch ins Finale um den Westfalenpokal eingezogen sind.

Was bedeutet dieser Erfolg für Sie persönlich?

Atalan: Ich empfinde es als Bestätigung, dass wir immer acht, neun Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt waren. Wir waren in der 3. Liga nie Kanonenfutter. Der Saisonverlauf gibt mir weiteres Selbstvertrauen. Ich bin aber nicht nur an der grandiosen Hinrunde gewachsen, sondern auch an der mäßigeren Rückserie. Auch in der schwächeren Phase hatte ich fast immer den Eindruck, dass die Mannschaft das auf dem Platz umzusetzen versucht, was wir eintrainiert und speziell vorgegeben hatten. Dass das Team so gefestigt war, darauf darf der Trainer stolz sein.

Hatte die Zusammenarbeit mit der Mannschaft in Ihrer zehnmonatigen Ausbildung zum Fußballlehrer in Hennef nie groß gelitten?

Atalan: Doch, gerade in der Prüfungsphase, die genau mit den englischen Wochen und der größten Verletztenphase zusammenfiel. Da hätte ich mehr Zeit benötigt, um taktische Variationen zu trainieren und vertiefen. Als Trainer da nicht 100 Prozent in die Arbeit mit dem Team investieren zu können, hat mich stark belastet. Zum Glück musste ich nie an meinen Spielern und dem Trainerteam zweifeln.

Wenn alles so gut passt: Warum haben Sie in Lotte noch nicht verlängert?

Atalan: Weil ich klar die Möglichkeit sehen will, die positive Entwicklung fortzusetzen. Wenn der Verein und der Trainer Defizite erkennen, erwarte ich, dass der Verein daran arbeitet. Es macht für mich nur Sinn, wenn ein Potenzial zur Verfügung steht, mit dem man sich weiter verbessern kann.

Das heißt konkret?

Atalan: Wir brauchen einen kleinen Umbruch. Sechs bis acht gute Fußballer müssen dazukommen. Wir müssen gewaltig an den Trainingsbedingungen, auch den Wohlfühl-Voraussetzungen in der Kabine, arbeiten. Wir wollen keine Wohlfühl-Oase – nur gute Arbeitsbedingungen. Dass unser erster Trainingsplatz viermal in dieser Saison zu besonderen Spielen als Parkplatz missbraucht werden musste, ist für einen Trainer schwer zu ertragen. Wenn ein Trainingslager notwendig erscheint, sollten wir auch dafür die Voraussetzungen schaffen.

Nach den immensen Einnahmen im DFB-Pokal sollten doch Möglichkeiten zur Umsetzung bestehen …

Atalan: Der Verein macht den Eindruck, dass er es genauso sieht wie ich. Ich sage vor jeder Saison zu meiner Mannschaft: Das Wichtigste ist, dass eine Weiterentwicklung zu erkennen ist. Sonst muss man die Zusammenarbeit beenden. Das gilt auch für den Trainer. Der Zuschauer muss erkennen, dass es Fortschritte gibt. Und wenn dies aus gravierenden Gründen wie Verletzungen oder Überbelastung temporär nicht geht, kann der Entwicklungsschritt auch sein, schnellstmöglichst die Kurve zu bekommen.

Klingt fast, als können Sie sich gut vorstellen, in Lotte zu bleiben und nicht sofort in die 2. Liga zu wechseln. Handeln Sie womöglich anders als das Gros der Kollegen, das die erstbeste Chance zum nächsten Karriereschritt nutzt?

Atalan: Mein jetzt folgender Schritt muss nicht zwingend die 2. Liga sein – auch wenn sie zweifelsohne reizvoll ist und zumindest mittelfristig mein Ziel sein muss. Ich frage mich permanent: Was bringt mich jetzt weiter? Ich mache es mir bestimmt nicht leicht. Der nächste Karriereschritt ist ein sehr, sehr wichtiger für mich. Er muss wohl überlegt sein, denn dieser Schritt kann mich letztlich auch wieder zurückwerfen. Wenn Lotte meine Voraussetzungen erfüllt, hat der Vereine sehr gute Karten für eine Vertragsverlängerung.

Samstag kommt Mainz 05 II

Für das Spiel am Samstag gegen Mainz 05 II steht Bernd Rosinger wieder zur Verfügung. Fehlen wird dagegen Saliou Sané, der beim 1:1 in Duisburg die fünfte gelbe Karte gesehen hat. Zudem hofft Atalan, dass Kevin Freiberger wieder fit ist. Lottes Trainer sieht bei den Gästen „eine unvorstellbare Qualität“. Atalan: „Die haben gerade ihre beste Phase der Saison.“ Anstoß im Frimo-Stadion ist diesmal schon um 13.30 Uhr.

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