Fußball: 3. Liga
Personalkarussell bei den Sportfreunden Lotte steht weiter still

Lotte -

Während die Konkurrenz schon fast auf vollständige Kader für die neue Saison verweisen kann, tut sich bei den Sportfreunden Lotte weiter nichts. Mit Tobias Haitz, Nico Neidhart und Kevin Freiberger haben weiter nur drei Akteure einen Kontrakt über das Saisonende hinaus.

Donnerstag, 11.05.2017, 00:05 Uhr

Torschütze Saliou Sané (2. von rechts) sah beim 1:1 in Duisburg die fünfte gelbe Karte und wird am Samstag gegen Mainz fehlen. Dennis Brock (hinten) und Andre Dej (links) sind aber einsatzbereit.
Torschütze Saliou Sané (2. von rechts) sah beim 1:1 in Duisburg die fünfte gelbe Karte und wird am Samstag gegen Mainz fehlen. Dennis Brock (hinten) und Andre Dej (links) sind aber einsatzbereit. Foto: Mrugalla

Die Sportfreunde Lotte haben eine überragende Saison gespielt. Abgesehen von den Erfolgen im DFB-Pokal haben sie eindrucksvoll bewiesen, dass sie in der 3. Liga mithalten können. Nach der starken Hinrunde, als der Aufsteiger sogar an die Tür zur zweiten Bundesliga klopfte, folgte in der Rückrunde der Einbruch. Aber auch der lässt sich erklären. Schließlich hatte die Mannschaft zahlreiche „Englische Wochen“ zu absolvieren, mehr als alle Konkurrenten, und hatte in dieser Phase bis zu sechs Ausfälle zu kompensieren. „Das schafft keine Mannschaft“, blickt Trainer Ismail Atalan zurück.

Das zeigt aber auch, dass der Kader vor allem in der Breite aufgestockt werden muss. In dem Punkt aber tut sich der Verein weiterhin schwer. Während, Stand gestern, der VfL Osnabrück 17 und Preußen Münster 16 Spieler für die neue Saison unter Vertrag haben, sind es bei den Sportfreunden mit Tobias Haitz , Nico Neidhart und Kevin Freiberger nur drei. Zwar ließ der Verein verlauten, dass in dieser Woche erste personelle Entscheidungen mitgeilt würden, getan hat sich aber nichts.

Trainer Ismail Atalan macht unmissverständlich klar, dass er sich ein Bleiben in Lotte vorstellen könne. Dann müsse aber die Perspektive stimmen. „Es muss sich noch einiges tun“, betont der 37-Jährige. „Wir sollten schon eine qualitativ konkurrenzfähige Mannschaft haben. Ich möchte auch eine faire Chance haben, mich als Trainer zu präsentieren. Ohne entsprechendes Personal ist das nicht möglich.“

Nicht nur der Trainer, auch einige Spieler haben nach eigenen Worten unterschriftsreife Verträge der Konkurrenz vorliegen. „Ich würde ja gerne bleiben, habe aber noch nichts Konkretes von Lotte gehört. Es geht um meine Zukunft, und da möchte ich mich jetzt bald festlegen“, sagt ein Spieler, der zum Stammpersonal gehört. Gleiches gilt für viele seiner Kollegen.

Fußballobmann Manfred Wilke, zuständig für Vertragsmodalitäten bei den Sportfreunden, hält dennoch den Ball flach. Die Spieler allerdings wollen wissen, wohin ihr Weg führt. Wilke könnte sich also verpokern, wenn er nicht bald Nägel mit Köpfen macht. Begehrlichkeiten anderer Clubs sind da. In puncto Neuzugänge setzt Wilke unter anderem auf die Drittliga-Aufstiegsspiele der Regionalligisten Ende des Monats. Wilke hofft, vor allem bei den Verlierern fündig werden zu können. Zuvor aber sollte mit dem vorhandenen Personal gesprochen und vielleicht auch schon verlängert werden.

Einen festen Abgang gibt es bisher nicht. Deshalb wird auch niemand am Samstag vor dem letzten Heimspiel gegen FSV Mainz 05 II (13.30 Uhr Frimo-Stadion) verabschiedet. Der Klassenerhalt für Lotte ist längst eingetütet. Ziel Atalan ist es nun, den einen oder anderen Platz noch gutzumachen. „Rang neun wäre eine tolle Sache“, gibt der Coach vor. Den nimmt die SG Sonnenhof Großapsach mit 51 Punkten ein. Lotte müsste in den beiden letzten Saisonspielen also vier Punkte gutmachen.

Großaspach (51) gegen Kiel und in Erfurt, Chemnitz (49) in Regensburg und gegen Rostock sowie Halle (48) gegen Wehen Wiesbaden und in Kiel haben schwere und ungemütliche Gegner vor der Brust. Das gilt aber auch für Lotte (47) mit den Partien gegen Mainz 05 II und in Magdeburg.

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