Fußball: 3. Liga
SF Lotte - Preußen Münster: Wechselspiele und Heimatgefühle

Lotte -

Schon sehr häufig standen sich die Sportfreunde Lotte und Preußen Münster gegenüber. Am Montagabend ist es wieder soweit. Zwischen beiden Clubs gibt es viele Schnittstellen, wechselten doch stets Spieler von hüben nach drüben und ungekehrt. Und es gibt noch mehr Verbindungen.

Freitag, 08.02.2019, 17:31 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 17:50 Uhr
Am 5. April 2017 erzielte Jeron Al-Hazaimeh (2. von rechts) in der 87. Minute das entscheidende 1:0 für Preußen Münster. An diesem Treffer dürften ihn seine Lotter Kollegen vor dem Duell am Montag sicherlich erinnern.
Am 5. April 2017 erzielte Jeron Al-Hazaimeh (2. von rechts) in der 87. Minute das entscheidende 1:0 für Preußen Münster. An diesen Treffer dürften ihn seine Lotter Kollegen vor dem Duell am Montag sicherlich erinnern. Foto: Mrugalla

Der VfL Osnabrück und der SC Preußen Münster sind große Rivalen. Das ist allen klar. Zumindest in einem Punkt sind sich lila-weiße und schwarz-weiß-grüne Fans einig: Ein Spiel gegen den „kleinen“ Nachbarn SF Lotte kann für sie niemals ein Derby sein, allein aufgrund der fehlenden Tradition. Die Anhänger der Sportfreunde sehen es natürlich anders. Sei´s drum: Wenn sich am Montagabend Lotte und Münster gegenüberstehen, dürfen sich die Zuschauer auf eine Partie zweier aufstrebender Clubs freuen. Angepfiffen wird dieses „Münsterland-Duell“ im Frimo-Stadion um 19 Uhr.

Nach weniger zufriedenstellenden Ergebnissen im November und Dezember starteten sowohl die Sportfreunde als auch der SC Preußen mit jeweils einem Sieg und einem Unentschieden vielversprechend ins neue Jahr. Ohnehin gibt es zwischen den beiden Vereinen eine ganze Reihe von Schnittstellen – anders als zwischen SF Lotte und VfL Osnabrück, obwohl deren Stadien nur ganze zwölf Kilometer voneinander entfernt liegen. Trotz der Nähe trennte die beiden stets die Landesgrenze. Die Wege von SFL und SC Preußen kreuzten sich erheblich häufiger. Neben zahlreichen Aufeinandertreffen im Verbandspokal gab es seit 2005 in der Ober- und Regionalliga sowie der 3. Liga 15 direkte Duelle. Die Bilanz spricht mit sieben Siegen, fünf Niederlagen und drei Remis für Münster. Das Hinspiel entschied der SCP mit 1:0 für sich durch einen Treffer von René Klingenburg.

Häufig tauschten die Clubs auch das Personal aus. So kam es vor, dass bei den Sportfreunden „als kleiner Bruder“ in einer Saison gleich sechs ehemalige Preußen unter Vertrag standen. Umgekehrt verpflichtete Münster immer wieder gestandene Spieler vom Autobahnkreuz. Auch im Sommer gab es ein kleines Wechselspiel. Während Kevin Rodrigues Pires von den Sportfreunden zu den Adler-Trägern wechselte, wählte Jeron Al-Hazaimeh den umgekehrten Weg. Beide sind Stammspieler in ihren neuen Clubs. Vor allem Al-Hazaimeh, der von 2014 bis 2016 für Lotte kickte, dann nach Münster wechselte, ehe er im Sommer zurückkehrte, dürfte motiviert sein. Während Rodrigues Pires freiwillig die Herausforderung in der Aaseestadt suchte, wurde der Vertrag des Linksverteidigers nicht verlängert. Ohnehin hat der 26-Jährige noch etwas gutzumachen. Ausgerechnet Al-Hazaimeh war der Torschütze bei einer der bittersten Niederlagen der Sportfreunde, als sie am 5. April 2017 durch den Treffer in der 87. Minute mit 0:1 verloren. „Natürlich würde ich mich riesig freuen, wenn mir auch am Montag ein Tor gelingen sollte“, macht er keinen Hehl daraus, wofür sein Herz aktuell schlägt.

Berufliches und Privates streng trennen müssen die beiden Lotter Trainer. Nils Drube und Sven Hozjak wohnen in Münster und haben dort auch ihr privates Glück gefunden. Und beide haben eine Preußen-Vergangenheit. Sven Hozjak galt in Münster einst als großes Fußball-Talent und brachte es bis zum Jugend-Nationalspieler. Über Emsdetten 05 wechselte er 2003 zu SF Lotte, wo er bis 2009 blieb, ehe er als Coach 2018 zurückkehrte.

Eng befreundet ist Hozjak mit Preußen Münsters Sportchef Malte Metzelder. Der ist auch der Patenonkel von Hozjaks ältester Tochter Emilia. „Ja klar stehen wir in regelmäßigem Kontakt“, sagt der SFL-Coach. „Mindestens einmal die Woche telefonieren wir miteinander.“ Zuletzt, so Hozjak, habe aber Funkstille geherrscht.

Nils Drube ist in der Domstadt geboren, aufgewachsen und wohnt mit Ehefrau und Tochter auch noch dort. Beim SC Preußen verdiente er sich seine ersten Sporen als Trainer, arbeitete einst auch als „Co“ in der 3. Liga unter Pavel Dotchev. Drube ist Münsteraner durch und durch, sagt dennoch: „Es ist die Stadt meines Herzens. Beruflich spielt das aber keine Rolle. Wir wollen das Spiel am Montagabend gewinnen.“

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