Fußball: 3. Liga
0:2 gegen Großaspach: Doppelt bittere Schlappe für VfL Osnabrück

Osnabrück -

Das ist doppelt bitter: Nach 16 Spielen musste sich der VfL Osnabrück am Freitagabend wieder geschlagen geben. Mit 0:2 verloren die Lila-Weißen gegen SG Sonnenhof Großaspach. Es war die erste Niederlage im Vorfeld einer lila-weißen Nacht.

Freitag, 08.02.2019, 00:00 Uhr
Der VfL und SGS Großaspach schenkten sich nichts wie in dieser Szene Ulrich Taffertshofer (links) und Philipp Hercher.
Der VfL und SGS Großaspach schenkten sich nichts wie in dieser Szene Ulrich Taffertshofer (links) und Philipp Hercher. Foto: Tobias Mönninghoff

Jede Serie reißt irgendwann. Das weiß jeder Fußballer. Wie bitter das ist, bekam am Freitagabend der VfL Osnabrück zu spüren. Im doppelten Sinn. Trotz gefühlten 80 Prozent Ballbesitz mussten sich die Lila-Weißen mit 0:2 (0:1) gegen SG Sonnenhof Großaspach geschlagen geben. Diese Niederlage schmerzt, das Ergebnis geht aber durchaus in Ordnung. Während die Gäste äußerst effektiv auftrumpften, schaffte es der VfL trotz allen Bemühens nicht, das SGS-Bollwerk zu knacken. Zudem verschoss Marcos Alvarez einen Handelfmeter.

Der brachte es auf den Punkt: „Es war einfach nicht unser Spiel. So etwas passiert im Fußball leider immer mal wieder. Wir hätten wohl noch drei Stunden spielen können und hätten kein Tor geschossen. Es ist total ärgerlich. Wenn ich den Elfer rein mache, steht es 1:1. Dann läuft alles ganz anders. aber es hat einfach nicht sollen sein.“

Es war die erst zweite Niederlage in dieser Saison. 16 Spiele zuvor hatte Osnabrück nicht verloren. Die letzte Schlappe datiert vom 15. September gegen den Karlsruher SC (0:1). Zudem war es bei der 18. Auflage die erste Pleite im Vorfeld einer lila-weißen Nacht. Entsprechend groß war die Enttäuschung der 10 763 Zuschauer.

Der VfL begann in gleicher Formation wie zuletzt bei 1860 München. Lediglich die Ausrichtung war eine andere. Hatte Trainer Daniel Thioune die Löwen mit einer Dreier-Abwehrreihe überrascht, kehrte er gestern Abend zur Viererkette zurück. So trumpften beide Seiten in einem 4-2-3-1-System auf. Ungewohnt war hingegen das schwarz-gelbe Dress der Gäste.

Die Erwartungshaltung unter den Fans war hoch – nicht nur auf der vollbesetzten Ostkurve. Schließlich war die Partie das Vorspiel zur anschließenden 18. lila-weißen Nacht. Bei den 17 Vorgänger-Veranstaltungen hatte der VfL sein Spiel zuvor nie verloren.

Mit dem Selbstverständnis eines Spitzenreiters legte der VfL los. Schon in der siebten Minute verzeichnete Benjamin Girth den ersten gefährlichen Torschuss. Und dann lag der Ball plötzlich im Osnabrücker Netz. VfL-Keeper Nils Körber hatte zuvor nicht einmal eingreifen müssen. Aus dem Mittelfeld schlug Timo Röttger in der 13. Minute einen langen Diagonalball auf Michael Vitzthum. Der nahm das Leder mit vollem Risiko direkt und traf aus spitzem Winkel ins lange Eck zum völlig überraschenden 0:1.

Dieser Treffer verfehlte seine Wirkung nicht. Großaspach zog sich weit zurück. Gegen dieses Bollwerk tat sich der VfL schwer. Die Gäste untermauerten, warum sie die viertbeste Defensive der Liga stellen. Sie verteidigten geschickt und besaßen die Lufthoheit im eigenen Strafraum. Wie verunsichert der VfL war, zeigte sich zudem in der 27. Minute, als Marcos Alvarez einen Handelfmeter verschoss. Er scheiterte an SGS-Keeper Kevin Broll.

Die Marschroute der Gäste im zweiten Durchgang wurde von Beginn an klar. Mit einer Mauertaktik und zwei defensiven Deckungsreihen sollte der knappe Vorsprung verteidigt werden. Aber der VfL machte auch deutlich, dass er dem Spiel noch eine Wende geben wollte. Doch wie in der ersten Halbzeit, traf Großaspach gleich mit dem ersten Angriff. Philip Hercher düpierte Konstantin Engel an der Außenlinie, passte in die Mittte zum eingewchselten Zlatko Janjic, der nur noch den Fuß hinhalten musste. Nach 54 Minuten stand es 0:2.

Und es hätte noch schlimmer kommen können. Während die Hausherren kein Mittel gegen die vielbeinigen SGS-Deckung fanden, setzten die bei Kontern immer wieder Nadelstiche. So hatte Hercher in der 71. Minute gegen aufgerückte Osnabrücker das 0:3 auf dem Fuß. Er traf jedoch nur den Pfosten.

Auch als Trainer Daniel Thioune alles auf eine Karte setzte passierte nicht mehr viel. Ein Lattentreffer von Pfeiffer, das war´s. Es blieb beim 0:2.

VfL Osnabrück : Körber - Renneke (62. Farrona Pulido), Susac (71. Klaas), Trapp, Engel - Blacha, Taffertshofer - Ouahim, Alvarez, Heider (70. Pfeiffer) - Girth.

SG Sonnenhof Großaspach: Broll - Choroba, Leist, Gehring, Burger - Bösel, Vitzthum - Dem (77. Hoffmann), Röttger (58. Baku), Hercher - Brünker (25. Janjic).

Tore: 0:1 Vitzthum (13.), 0:2 Janjic (54.). - Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach). - Gelbe Karten : Alvarez, Susac - Gehring, Röttger. - Bes. Vork.: Broll hält Handelfmeter von Alvarez (27.). - Zuschauer: 10 763.

Trainerstimmen:

Florian Schnorrenber g (SG Sonnenhof Großaspach): „Wir hatten großen Respekt, wollten deshalb sehr kompakt stehen. Wir standen von Beginn an sehr tief, fast zu tief. Unser Glück war der Führungstreffer mit unserem ersten Angriff. Danach hatten wir einige Konterchancen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir dann wieder das Glück und machen das 2:0. Danach hätten wir sogar erhöhen können bei Kontern. Ich bin total stolz auf meine Mannschaft. So wie wir hier auftreten sind, Respekt.“

Daniel Thioune (VfL Osnabrück): „Großaspach hat den Sieg erzwungen. Wir hatten sofort Ballkontrolle. Dann kommt der eine Moment, wo wir nicht aufpassen. Wir wollten dennoch die Ruhe behalten. Das haben wir eigentlich ganz gut geschafft. Als wir dann aber auch den Elfmeter nicht rein machen, nahm das Spiel fast seinen Lauf. Wir haben uns insgesamt auch zu sehr einlullen lassen. Wir haben aber alles versucht, sind gelaufen, sind gerannt. Dass wir irgendwann wieder verlieren, war klar. Mit dieser Niederlage kann man sogar leben, weil die Mannschaft immer alles versucht hat. Uns hat nicht das Glück gefehlt, uns hat ein Tor gefehlt.“

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