Fußball: Kreis Tecklenburg
Eberhard Blank löst Horst Gerseker als Vorsitzender des Kreis-Sportgerichts ab

Ladbergen -

Neun Jahre, seit 2010, war Horst Gerseker aus Lienen Vorsitzender des Sportgerichts im Kreis Tecklenburg. Nun macht der 76-jährige Schluss. Aus Altersgründen tritt er zurück. Sein Nachfolger kommt auch aus Lienen. Es ist Eberhard Blank.

Mittwoch, 09.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 08:34 Uhr
Horst Gerseker aus Lienen (rechts) ist nach neun Jahren als Vorsitzender des Kreis-Sportgerichts Tecklenburg mit Beginn der neuen Saison zurückgetreten. Er spielt den Ball weiter zu Eberhard Blank (ebenfalls aus Lienen).
Horst Gerseker aus Lienen (rechts) ist nach neun Jahren als Vorsitzender des Kreis-Sportgerichts Tecklenburg mit Beginn der neuen Saison zurückgetreten. Er spielt den Ball weiter zu Eberhard Blank (ebenfalls aus Lienen). Foto: Alfred Stegemann

Sport macht Spaß, Fußball als des Deutschen liebstes Kind den meisten sowieso. So sehr das Kicken mit dem runden Leder für Freude sorgt, egal ob aktiv oder passiv, hin und wieder gibt es auch mal Ärger. Nicht nur in der Bundesliga, wenn sogenannte Fans mal wieder verbotene Pyrotechnik zünden oder es zu Ausschreitungen kommt. Auch auf Kreisebene schlagen Zuschauer, Betreuer und Spieler dann und wann über die Stränge – mal mehr, mal weniger. Dann müssen sie ran, die Mitglieder der Kreisspruchkammer. Pardon, des Kreis-Sportgerichts. Seit einiger Zeit gilt laut Vorgabe des Verbandes ja die neue Bezeichnung.

Und da hat es im Fußballkreis Tecklenburg mit Beginn des neuen Spieljahres nicht nur eine Änderung des Namens gegeben, sondern auch auf dem Posten des Sportgerichts-Vorsitzenden. Seit 2010 stand Horst Gerseker aus Lienen als damaliger Nachfolger von Wilfried Wiefermann (Hopsten) der Kammer vor. Aus Altersgründen, Gerseker ist mittlerweile 76, zog er sich zurück. Ihn beerbt Eberhard Blank , ebenfalls aus Lienen.

Mit dem Namen Blank dürften viele Fußballer aus dem Kreis Tecklenburg womöglich gar nicht so viel anfangen können. Der 68-Jährige hält es auch eher mit der gelben Filzkugel, ist er doch Vorsitzender der Tennisabteilung von SW Lienen. Wie kommt er dann zu seinem neuen Posten? „Warum sollte ich das nicht machen?“ fragt er. „Ich bin doch auch im Fußball Zuhause, spiele seit über 30 Jahren bei den Alten Herren und verfolge das Geschehen auf Bundes- und Kreisebene natürlich intensiv.“ Zudem schränkt er ein: „Wenn man von außen kommt, kann das ja auch ein Vorteil sein, weil man vieles aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.“

Die Neugierde und der Reiz sind einfach da.

Eberhard Blank

Dennoch, vom Chefposten der SWL-Tennisabteilung zum Vorsitz des Fußball-Sportgerichts ist ein nicht gerade alltäglicher Schritt. „Aber es reizt“, hält er dagegen. „Die Neugierde, was mich da so alles erwartet, hat mich bewogen, das Amt anzunehmen. Ohne ehrenamtliche Tätigkeit funktioniert die Gesellschaft nicht. Und dieses Ehrenamt auszuüben, ist einfach mal etwas ganz Neues.“ Zudem erfüllt Eberhard Blank die Vorgaben des Verbandes, dass die Mitglieder des Sportgerichts, zumindest aber der Vorsitzende, eine juristische Vorbildung mitbringen sollten. Pensionär Blank war in seinem Berufsleben Hauptkommissar im Kriminalkommissariat Lengerich. Passt also. Da der 68-Jährige zudem die Geschäftsstelle von Schwarz-Lienen leitet, ist er auch mit der Verwaltungsarbeit vertraut.

Von zu vielen Verboten hält Blank nichts. Da will er in die Fußstapfen seines Vorgängers treten. Wahlspruch Horst Gersekers war es stets: „Die Jungs sollen Fußball spielen.“ Deshalb hat er häufig mit den Staffelleitern und Schiedsrichtern telefoniert, um eine Angelegenheit auch schon mal auf dem kleinen Dienstweg zu klären. Eberhard Blank möchte „ein Auge für die Situation entwickeln und das nötige Fingerspitzengefühl walten lassen“.

Dass das möglich ist, versichert Gerseker: „Bei uns ist die Arbeit für das Sportgericht überschaubar.“ Während einige Kammern in anderen Kreisen bis zu drei Mal wöchentlich tagen müssten, sei das Sportgericht im Tecklenburger Land in der vergangenen Saison nur vier Mal zusammen gekommen. „Es gab Zeiten“, blickt Gerseker zurück, „da waren es 24 Verhandlungen pro Jahr. Das ist heute zum Glück anders. Zumindest bei uns.“

Horst Gerseker blickt gerne auf seine Zeit als Vorsitzender des Sportgerichts zurück. „Ich habe viel Freude daran gehabt, mit den Mitgliedern der Kammer zusammenzuarbeiten. Wir lagen alle auf einer Wellenlänge“. Gerseker, der im Verein viele Ämter wie Schrift- und Geschäftsführer sowie des ersten und zweiten Vorsitzenden ausgeübt hat, gehörte der damaligen Kreisspruchkammer seit 2004 an, ehe er 2010 den Vorsitz übernahm. Über 50 Verhandlungen hat er seither geleitet. „Einiges war auch zum schmunzeln“, blickt er zurück. Was ihn freut, ist, dass Verhandlungen wegen Zündens von Pyrotechnik zuletzt nicht mehr vorgekommen sind. „Da gibt es null Toleranz. Die Androhung von 500-Euro-Strafen scheint gefruchtet zu haben. Und das ist gut so.“

Eberhard Blank dürfte es wohl auch freuen, wenn er künftig ebenfalls nicht so häufig auf dem „Richterstuhl“ Platz nehmen müsste.

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