Fußball: Regionalliga West
Liquiditätsprobleme gelöst: Gemeinde Lotte erwirbt Rechte an Sportfreunde-Gebäuden

Lotte -

Die vermeintlichen Liquiditätsprobleme der Sportfreunde Lotte sind offenbar bald gelöst. Die Gemeinde Lotte hat auch mit Genehmigung des Rates beschlossen, vom Verein die Rechte an der Geschäftsstelle, der Turn- und Gymnastikhalle und der Umkleiden der Westtribüne zu erwerben.

Freitag, 11.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 19:40 Uhr
Eine Lösung der Liquiditätsprobleme der Sportfreunde gefunden haben (von links) Bürgermeister Rainer Lammers, Wirtschaftsprüfer Reimond Menke, SFL-Macher Manfred Wilke und SFL-Interimsvorsitzender Florian Heinrichs.
Eine Lösung der Liquiditätsprobleme der Sportfreunde gefunden haben (von links) Bürgermeister Rainer Lammers, Wirtschaftsprüfer Reimond Menke, SFL-Macher Manfred Wilke und SFL-Interimsvorsitzender Florian Heinrichs. Foto: Mrugalla

Mit der guten halben Million Euro an Ausgleichszahlung für die Investitionen des Vereins in den Breitensport, die in den kommenden Wochen fließen soll, hätte Lotte seine groben Finanzsorgen gelöst.

„Der Verein hat kein Vermögensproblem“, betonte der unabhängige Wirtschaftsprüfer Reimond Menke aus Hagen, der für die Gemeinde die finanzielle Situation der Sportfreunde untersucht hat. „Die Sportfreunde haben nicht schlicht um Problemlösung gebeten. Sie hatten alle erbetenen Unterlagen schnell eingereicht und auch gleich einen Lösungsvorschlag eingebracht. Sie haben vorgeschlagen, dass es Geld gegen das Recht an Gebäuden gibt, die sie errichtet hatten. Sie haben sehr konstruktiv an der Gestaltung des sechs, sieben Seiten langen Vertrags mitgearbeitet.“

SFL hatte in den vergangenen Jahren viel investieren müssen in die geforderte Stadionkapazität und in die Rasenheizung“, sagte Bürgermeister Rainer Lammers. Bislang habe es fast keine finanzielle Beteiligung von der Gemeinde an den infrastrukturellen Kosten der Sportfreunde gegeben. Die Infrastruktur käme zu 90 Prozent dem Breitensport und nur zu zehn Prozent dem Profisport zugute, so Menke.

„Wir waren mit dem Gebäudebau mehrmals in Vorleistung gegangen. Das gibt es bei anderen Vereinen der Gemeinde so nicht“, sagte SFL-Macher Manfred Wilke , der zudem betonte: „Der Verein ist gesund. Er hat riesige Werte.“ Das war wohl auch ein Seitenhieb in Richtung Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer. Dieser wollte in der Ratssitzung am Donnerstag beantragen, dass dem Rat ein Plan vorlegen soll, wie er im Falle einer Insolvenz der Sportfreunde verfahren solle. Doch Hörnschemeyer hatte seinen Antrag zu spät eingereicht.

Der Verein, Wirtschaftsprüfer und die Fraktionschefs von CDU, SPD und FDP betonten geschlossen, dass das Ungleichgewicht bei der Unterstützung der Sportvereine innerhalb der Gemeinde Lotte nun ausgeglichen werde – wohl mit Blick auf den SV Büren und SC Halen , die jeweils zwei Rasenplätze und die Umkleiden von der Gemeinde komplett bezahlt bekamen; der SC Halen zudem eine Tartanbahn.

„Der Breitensport bei den Sportfreunden gerät in der Öffentlichkeit immer ein wenig in den Hintergrund, obwohl dort gute Arbeit geleistet wird“, sagte Lammers: „Der Profisport wird weiterhin nicht von der Gemeinde unterstützt.“

Voraussetzung der Gemeinde für die Rechteübertragung der besagten Gebäude ist die Ausgliederung des Profifußballs aus dem Gesamtverein und weitere Sparmaßnahmen. „Wir sind in der Planung. Ziel ist die Umsetzung bis Februar“, sagte SFL-Aufsichtsrat und Gemeinderat Horst Petersson zur Ausgrenzung. Wilke ergänzte, dass erste Sparmaßnahmen vorgenommen wurden und weitere im Breitensport in Angriff genommen werden.

Alle Beteiligten äußerten die Hoffnung, dass nach einem turbulenten halben Jahr nun mehr Ruhe rund um den Verein Einzug hält.

Dafür ist aber eine bessere Kommunikation vonnöten. Daran haperte es zuletzt gewaltig. Manfred Wilke bezog zur finanziellen Situation nie Stellung, äußerte sich auch zu anderen Problemen im Verein nicht. Gestern dagegen zeigte sich zufrieden: „So wie es jetzt gelaufen ist, ist es für alle Beteiligten gesund.“ Trainer Ismail Atalan und Teammanager Tim Gorschlüter wollten sich zur aktuellen Situation nicht äußern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6994710?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57547%2F
Menschenhandel-Verdacht: Razzien in Nagelstudios
Razzia in der Windthorststraße am Mittwochabend
Nachrichten-Ticker