Fußball: Regionalliga West
SF Lotte entzaubert Gladbachs U23

Lotte -

Zur Pause waren die Sportfreunde Lotte am Samstagnachmittag im Spiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach mausetot. Nichts deutete nach dem schwachen Auftritt einen Triumph hin. Dann durften sich die Hausherren nach einer erstklassigen Leistungssteigerung doch noch als Sieger feiern lassen.

Sonntag, 13.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 20:34 Uhr
Nach dem überraschenden 4:2-Erfolg über Gladbachs U23 hatten die Sportfreunde allen Grund zum jubeln (von links): Tim Wendel, Kevin Freiberger, Konstantin Engel und Timo Brauer.
Nach dem überraschenden 4:2-Erfolg über Gladbachs U23 hatten die Sportfreunde allen Grund zum jubeln (von links): Tim Wendel, Kevin Freiberger, Konstantin Engel und Timo Brauer. Foto: Manfred Mrugalla

Mittwoch: Peinliches Pokal-Aus beim klassen­tieferen RSV Meinerzhagen. Donnerstag: Gerüchte um eine mögliche Insolvenz des Vereins. Freitag: Weder Trainer noch Mannschaft wissen, wie und ob es weitergeht. Zumindest sorgt die Zusage der Gemeinde, Teile des Stadions zu erwerben und so über eine halbe Millionen Euro in die leeren Kassen zu spülen, für Hoffnung. Dennoch, eine gute Vorbereitung auf das schwere Punktspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach sieht anders aus. Samstag, 14.48 Uhr: Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand der 1043 Zuschauer im Sportpark am Autobahnkreuz auch nur einen Pfifferling auf die Sportfreunde Lotte gegeben. Die lagen nach schwachem Auftritt verdient mit 0:1 gegen die Fohlen hinten. Nur 0:1. Ein 3:0-Vorsprung für die Gäste wäre auch ok gewesen.

Was dann in der zweiten Halbzeit folgte, war eine Art Wiedergeburt der Mannschaft. Über den Kampf fand sie in die Partie, überzeugte auch spielerisch und fuhr einen nicht mehr für möglich gehaltenen 4:2-Sieg gegen die deutlich höher eingeschätzten Gladbacher ein. Und das verdient.

SF Lotte bezwingt Mönchengladbach U23 mit 4:2

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Während alle Sportfreunde über das ganze Gesicht strahlten, war einer eher missmutig drauf - Jules Reimerink. Erstmals seit Wochen stand er wieder in der Startelf, musste nach einem bösen, ungeahndeten Tritt in die Kniekehle nach nur zwölf Minuten das Feld wieder verlassen. Für ihn kam Kevin Freiberger . „Natürlich freue mich für die Mannschaft und über den Sieg. Aber für mich ist es bitter. Ich hatte mir so viel vorgenommen und dann das. Jetzt müssen wir die genaue Diagnose abwarten.“ Die wird für Montagabend erwartet.

Es war ein schwieriges spiel. Wir mussten viele Meter gehen.

Kevin Freiberger

„Es war ein schwieriges Spiel für uns“, zeigte sich „Doppeltorschütze“ Kevin Freiberger überglücklich. Sein Eigentor wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 0:1 untermauerte die missliche Situation der Sportfreunde mit der nach den Insolvenz-Gerüchten der vorangegangenen Tage fast logischen schwachen Leistung in den ersten 45 Minuten. „Mein Eigentor war richtig doof. Ich ducke mich noch weg, bekomme den Ball dennoch irgendwie an den Kopf. Gott seit Dank habe ich das Ding mit meinem Treffer zum 1:1 wieder gerade gerückt. Aber wir mussten viele Meter gehen. Die erste Halbzeit war nicht so gut, die zweite umso besser. Und letztlich war das Ergebnis ja auch ok.“

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Vor dem Seitenwechsel waren die Borussen das klar bessere Team gegen eher bieder auftretende Sportfreunde, hatten aber eine Vielzahl hochkarätiger Chancen ausgelassen und lagen nur durch Freibergers Eigentor vorne. Im zweiten Durchgang trumpften die Sportfreunde auch dank des schnellen Ausgleichs von Freiberger (49.) groß auf.

Mit Kampf und Verstand haben wir das Ding gedreht und in der zweiten Halbzeit richtig gut gespielt.“

ERhan Yilmaz

Die Hausherren wurden mutiger und hatten auch das Glück auf ihrer Seite. Hätte Steinkötter in der 58. Minute seine Riesenchance genutzt, wäre das Pendel wohl wieder zugunsten der Gäste ausgeschlagen. Doch er vergab kläglich. Mit dem festen Willen, die Partie zu drehen, ließ Lotte nun auch spielerische Klasse erkennen – und ging in Führung. Nach einem Bilderbuchangriff über Wendel, Sobotta und Brauer passte letzterer zu Yilmaz, der aus zehn Metern zum 2:1 einnetzte (60.). „Der Treffer war wichtig“, meinte der Torschütze. „Im ersten Durchgang schien es ja nur eine Frage der Zeit zu sein, bis wir einen kassieren. Dann haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Mit Kampf und Verstand haben wir das Ding gedreht und in der zweiten Halbzeit richtig gut gespielt.“

Mit der Führung waren die Sportfreunde drin im Spiel. Auch der schnelle Ausgleich von Bender per Freistoß, der einen Stellungsfehler von Eiban nutzte, brachte die Hausherren nicht aus der Bahn. Im Gegenzug nutzte Marcel Sobotta eine Unaufmerksamkeit der Gladbacher zur erneuten Führung. Und die Hausherren legten nach. Nach einem Vorstoß in den Strafraum kam Freiberger zu Fall. Eine Attacke, die nicht jeder Schiedsrichter geahndet hätte, Timo Gansloweit aus Dortmund aber zeigte auf den Punkt. Diese Chance ließ sich Timo Brauer nicht entgehen und verwandelte zum 4:2. „Wir haben einige Zeit gebraucht, ehe wir im Spiel waren. Dann haben wir es aber sehr selbstbewusst gelöst“, fasste Brauer zusammen.

SF Lotte: Eiban - Emgel, Möller, Lisnoc, Gmeiner - Przondziono (81. Demaj), Brauer, Wendel (90.+1) Jagupov) - Sobotta, Yilmaz (66. Langlitz), Reimerink (12. Freiberger).

Borussia Mönchengladbach U23 : Olschowsky - Hoffmann, Doucouré (63. Holtschoppen), Lieder, Pazurek - Cirilli (84. Dreßen), Benger, Herzog - Steinkötter (70. Theoharous), Th. Kraus, Makridis.

Tore : 0:1 Freiberger (45. Eigentor), 1:1 Freiberger (49.), 2:1 Yilmaz (60.), 2:2 Benger (68.), 3:2 Sobotta (69.), 4:2 Brauer (82. Foulelfmeter). - Schiedsrichter : Timo Gansloweit (Dortmund). - Gelbe Karten : Wendel, Yilmaz, Atalan, Demaj - Theoharous. - Zuschauer : 1043.

Trainerstimmen:

Arie van Lent (Borussia Mönchengladbach U23): „Lotte hat sich in der zweiten Halbzeit reingekämpft. Aufgrund der ersten Halbzeit hätte es nur einen Sieger geben dürfen. Da haben wir es versäumt, Tore zu machen. Direkt nach dem Seitenwechsel kassieren wir die Tore. Da waren wir selbst Schuld. Für uns ist es schade, es war mehr drin. Wir ärgern uns. Aber Lotte hat sich richtig gut reingekämpft. Dann kommt ein Elfmeter hinzu, der keiner war.“

Ismail Atalan (SF Lotte): „In der ersten Halbzeit haben wir kaum Gegenwehr geleistet. Wir wollten hoch verteidigen, das ist uns nicht gelungen gegen die flüssigen Aktionen der Gladbacher. In der Halbzeit haben wir umgestellt und haben dann mehr Zugriff gefunden. Über Mentalität und Herz haben wir deutlich mehr investiert. Wir haben in drei Heimspielen zehn Tore geschossen, davon vier gegen Gladbach. Damit kann man zufrieden sein. Wir sind zufrieden, gewonnen zu haben gegen einen verdammt starken Gegner.“

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