Fußball: VfL Osnabrück
Tim Danneberg: Der motivierte Frühaufsteher

Osnabrück -

Er darf sich jetzt B-Lizenz-Inhaber nennen. Den Lehrgang dafür hätte Tim Danneberg, der im Sommer seine Fußballschuhe beim VfL Osnabrück an den Nagel gehängt hat, gar nicht machen müssen. Aber Danneberg möchte gerne von der Basis aus alles aufsaugen.

Mittwoch, 16.10.2019, 16:05 Uhr
Tim Danneberg war in der vergangenen Saison noch Spieler des VfL Osnabrück, ist nun Co-Trainer und B-Lizenz-Inhaber. Den Lehrgang hätte er nicht mal mitmachen müssen.
Tim Danneberg war in der vergangenen Saison noch Spieler des VfL Osnabrück, ist nun Co-Trainer und B-Lizenz-Inhaber. Den Lehrgang hätte er nicht mal mitmachen müssen. Foto: Tobias Mönninghoff

Seinen ersten Trainerschein hat er jüngst als Lehrgangsbester eingefahren, seine Motivation steigt weiter mit jedem Tag, den er tiefer in seinen Aufgabenbereich eintaucht: Nach drei Monaten als Co-Trainer beim Fußball-Zweitligisten VfL Osnabrück ist Tim Danneberg im neuen Job angekommen.

„Ich habe viel Input erhalten in einem neuen Bereich – und die erste Bestätigung dafür, dass dieser Weg für mich der richtige sein kann“, bilanziert Danneberg die Zeit, die er im August und September in der Sportschule Barsinghausen verbracht hat, um die Trainer-B-Lizenz zu erwerben. Es waren ausgelastete wie stressige 20 Tage: zwei Theorie- und Praxiseinheiten am Tag, abends Gruppenarbeiten zu vorgegebenen Themen mit Präsentationen im Plenum.

„Man ist viel im Austausch mit den anderen Teilnehmern und bekommt von der Basis viel mit – zum Beispiel, wie es ist, wenn man in der Kreisliga für 15 Leute eine Einheit konzipiert und am Ende nur neun Spieler zum Training kommen“, sagt der Ex-Profi. Seine 29 Lehrgangskollegen stammten eher aus der semiprofessionellen Szene, Arne Sander (Quitt Ankum) war sein Zimmerpartner.

„Tim hat mir fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen gemacht: Wie er abends auf dem Zimmer stets den Stoff nachbereitet und morgens mein Wecker als Frühaufsteher war. Das hat mich durchaus angespornt“, erzählt Sander. Der 25-Jährige, früher Spielertrainer des FC Talge und nun spielender Co-Trainer in Ankums Bezirksliga-Elf, hat den Mann, der mit 332 Partien nach wie vor Rekordspieler der 3. Liga ist, „zunächst gar nicht erkannt“ unter den Kursteilnehmern. „Er ist ja ein megabodenständiger Typ.“

Mit mehr als zehn Jahren als Profi wäre Danneberg übrigens berechtigt gewesen, direkt die nun für das kommende Frühjahr angepeilte Elite-B-Lizenz zu machen. Der Ex-Bundesliga-Kicker (sieben Spiele 2006/07 für Arminia Bielefeld) entschied sich aber – auch nach Rücksprache mit Cheftrainer Daniel Thioune – bewusst für den Kurs bei den Fußballlehrern Martin Mohs und Thomas Pfannkuch (einst Ex-Profi unter anderem in Braunschweig). „Ich wollte ausgehend von der Basis alles aufsaugen“, sagt Danneberg, der sein geprüftes Praxistraining zu einem Thema absolvierte, das er selbst auf dem Feld stets vorgelebt hat: „In Ballbesitz gelangen durch gegenseitige Unterstützung.“ Wobei „Finte links rechts“ als Technikübung auch kein komplettes Auswärtsspiel war für den 33-Jährigen.

Im VfL-Trainerteam hat Danneberg inzwischen auch seinen Platz gefunden. Seine aktuellen Aufgaben: Einarbeitung des neuen Athletiktrainers Jan-Philipp Hestermann, Anleitung von Trainingsgruppen sowie beim Abschlusstrainingsspiel im Stadion die Formierung der zweiten Elf als Team, das taktisch agieren soll wie der kommende Gegner. „Daniel und auch Merlin Polzin arbeiten total akribisch, wodurch ich jeden Tag dazulernen kann“, sagt der gebürtige Mindener und ergänzt: „Bei anderen Trainern hätte ich im Sommer kaum die Schuhe an den Nagel gehängt, um als Co-Trainer einzusteigen.“

So instruiert Danneberg nun Fußballer, mit denen er vor vier Monaten noch selbst gekickt hat – und stellt kleine Veränderungen fest. „Wenn ich mich nun in blauer Funktionskleidung an den Tisch setze, sind die Spieler oft ein bisschen schneller mit dem Essen fertig als früher“, lacht der 33-Jährige. Wichtig sei, sich selbst treu zu bleiben. „Ich war schon vorher der kommunikative Typ und habe versucht, meine Erfahrung einzubringen. Ich verhalte mich nicht auf einmal anders. Das wäre ja auch unglaubwürdig“, sagt Danneberg.

Und wie sieht er die aktuelle sportliche Situation beim VfL? „Wir sind jetzt in einer Phase, in der sich das Team entwickeln muss. Defensiv steht die Basis, das sieht man auch am guten Torverhältnis, die Truppe steht füreinander ein. Das Manko ist noch die offensive Durchschlagskraft – aber das kann man trainieren“, sagt Danneberg. Sicher ist: Die nächsten drei Monate werden auch für Danneberg ebenso spannend wie die zurückliegenden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7004424?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57547%2F
„Es wird neue Formen von Unfällen geben“
Verkehrsexperten fordern, statt auf Fahrassistenten zu warten, nahe liegende Maßnahmen zu ergreifen – wie ein Tempolimit auf der Autobahn.
Nachrichten-Ticker