SF Lotte muss sich neuen Coach suchen
Ismail Atalan wird Trainer beim Halleschen FC

Lotte -

Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer der Sportfreunde Lotte. Am Dienstagnachmittag wurde der 39-Jährige als neuer Coach des Drittligisten Hallescher FC vorgestellt, wo Atalan die Nachfolge des tags zuvor entlassenen Torsten Ziegner antrat. Bei den Sportfreunden hat die Suche nach einem neuen Trainer bereits begonnen.

Dienstag, 25.02.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 15:52 Uhr
Neue Perspektive: Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer der Sportfreunde Lotte. Gestern unterschrieb der 39-Jährige einen Vertrag beim Drittligisten Hallescher FC
Neue Perspektive: Ismail Atalan ist nicht mehr Trainer der Sportfreunde Lotte. Gestern unterschrieb der 39-Jährige einen Vertrag beim Drittligisten Hallescher FC Foto: Jürgen Peperhowe

Das erste Donnergrollen eines aufziehenden Gewitters war schon vor knapp zwei Wochen zu vernehmen. Da wurde Ismail Atalan als Trainerkandidat beim FC Carl Zeiss Jena ins Gespräch gebracht. Der 39-Jährige winkte ab. Die Perspektiven beim designierten Drittliga-Absteiger waren nicht verlockend genug. Die thermischen Auslöser des Unwetters waren damit aber nicht beseitigt. Gestern kam es dann zum großen Knall. Um 15 Uhr wurde bekannt, dass Atalan nicht mehr Trainer der Sportfreunde Lotte ist. Ab sofort übernimmt er den Drittligisten Hallescher FC , wo er die Nachfolge des am Montagabend freigestellten Torsten Ziegner antritt. Mit Atalan wechselt auch Lottes bisheriger Co-Trainer Jo Laumann nach Halle.

„Ismail Atalan und die Sportfreunde Lotte, das hat einfach gut zueinander gepasst und wir wissen, was er für den Verein getan hat. Deshalb lassen wir ihn mit einem weinenden Auge gehen und wünschen ihm für seine neue Tätigkeit alles Gute und sportlichen Erfolg“, teilte Lottes Sportleiter gestern in einer Presseerklärung mit. Weder Wilke noch der Trainer waren für eine persönliche Stellungnahme zu erreichen.

Atalan war Anfang April vergangenen Jahres nach Lotte zurückgekehrt, nachdem Nils Drube und Sven Hozjak freigestellt worden waren. Dem 39-Jährigen gelang es nicht, den Club vor dem Abstieg aus der 3. Liga zu retten. Sein zum Saisonende auslaufender Vertrag wurde jedoch im Mai bis Juni 2021 verlängert.

In der laufenden Regionalliga-Saison gelang es dem Trainerduo, einen stark verjüngten und in allen Mannschaftsteilen veränderten Kader in der Regionalliga West auf Kurs zu bringen und zu stabilisieren. Zurzeit belegen die Sportfreunde Platz neun, und sie haben gute Chancen, nicht in den Abstiegsstrudel hin­eingezogen zu werden. Wer bei den Sportfreunden auf Atalan und Laumann folgt, sei noch offen, teilten die Sportfreunde mit. Ob es möglicherweise zu einer ähnlichen Interimslösung wie im vergangenen Jahr kommt, als Lottes Jugendkoordinator Klaus Bienemann nach der Entlassung von Drube und Hozjak eingesprungen war, bleibt ebenfalls abzuwarten.

„Ich weiß, was ich dem Verein zu verdanken habe. Die Verantwortlichen in Lotte haben mir mehrfach die Chance gegeben, junge Mannschaften erfolgreich zu entwickeln. Ich möchte meiner Mannschaft, dem Trainerstab, den Verantwortlichen und natürlich den Fans deshalb nochmal meinen ausdrücklichen Dank aussprechen. Jetzt freue ich mich auf die große Herausforderung in Halle und werde die Entwicklung in Lotte sicherlich weiterhin aus der Ferne beobachten“, erklärt Atalan in der Pressenotiz des Vereins.

Mit ihrem Abschied aus Lotte endet für Atalan und Laumann die zweite Amtsperiode bei den Sportfreunden. In ihrer ersten Phase vom 1. Januar 2015 bis Juni 2017 hatten sie die Sportfreunde mit dem Aufstieg in die 3. Liga und dem Erreichen des Viertelfinales im DFB-Pokal nach Siegen gegen Werder Bremen, Bayer Leverkusen und 1860 München zu den größten Erfolgen der Lotter Vereinsgeschichte geführt. Im Juni 2017 wechselte Atalan zum Zweitligisten VfL Bochum, wo er aber schon am 9. Oktober freigestellt wurde.

Mit dem Wechsel zum Halleschen FC kehrt der Sendener in die 3. Liga zurück. „Das ist der Schritt für ihn zurück in den Profifußball“, erklärte Atalans Berater Thomas Bäumer, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender des SC Preußen Münster. Gestern wurde der Fußballlehrer in Halle vorgestellt. „Wir hatten ihn schon vor zwei Jahren auf dem Schirm, bereits damals gab es eine Kontaktaufnahme. Er soll die Mannschaft aus der Misere führen und wieder für Stabilität sorgen“, sagte HFC-Präsident Jens Rauschenbach gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Der Hallescher FC, bei dem der frühere Osnabrücker Ralf Heskamp als Sportdirektor arbeitet, verpasste in der vergangenen Saison als Tabellenvierter nur knapp den Aufstieg in die 2. Liga. Auch in der laufenden spielte der Club aus Sachsen-Anhalt in der ersten Halbsaison oben mit, doch eine Serie von sechs Niederlagen führten zum Absturz auf Tabellenplatz 13 und kosteten Torsten Ziegner den Trainerjob.

Atalan und Laumann haben nun den Auftrag, den HFC vor dem Abstieg zu retten. „Wir wollen die Ärmel hochkrempeln und den HFC wieder in die Erfolgsspur bringen. Ich möchte zunächst in die Köpfe der Jungs kommen und schauen, in welcher Verfassung sie sich befinden“, sagte Atalan gestern bei seiner Vorstellung, nachdem er einen bis zum 30. Juni 2021 datierten Vertrag unterzeichnet hatte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7295090?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57547%2F
Nachrichten-Ticker