Gespenstische Stille auf den Sportplätzen des Tecklenburger Landes
Nichts geht mehr

Kreis Tecklenburg -

Seit vergangenem Wochenende tut sich auf den Sportplätzen des Tecklenburger Landes nichts mehr. Der Spiel- und Trainingsbetrieb ruht. Was kommt auf die Vereine zu?

Montag, 16.03.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 15:18 Uhr
Verriegelte Pforten, nichts geht mehr, nachdem die Verwaltungen die Sportanlagen in (oben von links, im Uhrzeigersinn), Lengerich, Tecklenburg, Lienen und Ladbergen geschlossen haben.
Verriegelte Pforten, nichts geht mehr, nachdem die Verwaltungen die Sportanlagen in (oben von links, im Uhrzeigersinn), Lengerich, Tecklenburg, Lienen und Ladbergen geschlossen haben. Foto: Heiner Gerull

Nichts geht mehr – das war`s. Nachdem Städte und Gemeinden sämtliche Sportanlagen wegen der Corona-Krise geschlossen haben, liegt eine gespenstische Stille auf den Plätzen in Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg. Der Trainings- und Spielbetrieb ruht bis zum 19. April – vorerst einmal. Kein Fußball, keine Leichtathletik und auch keine Schwimmveranstaltungen mehr. Ob und wie es danach weitergeht, vermag niemand vorherzusagen. Es hängt davon ab, ob es in den kommenden Wochen gelingt, den steigenden Infektionszahlen Herr zu werden.

Der Vorstand des Fußballkreises Tecklenburg hatte schon zu Beginn der vergangenen Woche getagt, um zu beraten, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Das Gremium entschied, den Spielbetrieb im Junioren- und Seniorenbereich zunächst bis zum 22. März auszusetzen.

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus rief wenige Tage später den Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen (FLVW) auf den Plan, der am Freitag verordnete, den Spielbetrieb ab sofort bis einschließlich zum 19. April einzustellen. „Wir hoffen, dass wir nach der genannten Zeitspanne den Spielbetrieb wieder aufnehmen und die Saison zu Ende spielen können“, hatte Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im FLVW, in einem offiziellen Statement erklärt.

Derzeit arbeite man an einem Konzept, heißt es in der Erklärung weiter. Aber welche Möglichkeiten bieten sich an? Eine denkbare wäre, die Saison über den 24. Mai hinaus zu verlängern. An jenem Sonntag soll in den kreislichen und überkreislichen Ligen der letzte Saisonspieltag ausgetragen werden. Eine Verlängerung – etwa um einen Monat – wäre terminlich vorstellbar, zumal die Schulferien im Sommer in Nordrhein-Westfalen erst am 29. Juni beginnen.

Allerdings käme auf die Vereine in den Wochen bis dahin ein wahrer Punktspiel-Marathon zu; zumal in den jeweiligen Spielklassen bereits etliche Meisterschaftsspiele ausgefallen sind, die nachgeholt werden müssten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vereine bis auf Weiteres auch kein Training anbieten können, da die Sportstätten geschlossen sind.

Eine Saisonverlängerung hätte zudem Auswirkungen auf die Planungen für 2020/21. Der Start müsste allein deshalb weiter in den August hinein verlegt werden, um den Amateurfußballern eine angemessene Sommerpause zu gönnen.

Aber was geschieht, wenn die Corona-Krise nach dem 19. April immer noch keine Sportveranstaltungen zulässt? „Sicherlich müssen wir erst einmal abwarten, ob diese Zeitspanne reicht, um die Krise zu bewältigen“, sagt Helmut Hettwer. „Wir sollten nicht in Hysterie und Panik verfallen. Aber fest steht doch, dass die Gesundheit an oberster Stelle stehen muss.“

Deshalb hat sich der Vorsitzende der Fußballkreises Tecklenburg auch schon mit dem ungünstigsten anzunehmenden Fall beschäftigt. „Dann müssten wir die Saison eben abbrechen. Dann gäbe es in diesem Jahr einmal keine Aufsteiger und keine Absteiger, und die Saison 2020/21 würde in den Ligen den Spielbetrieb mit denselben Mannschaften wie 2019/20 aufnehmen.“

Hettwer will nicht missverstanden werden. Er wolle der Entwicklung und den Ergebnissen der Ausschusssitzungen der Fachverbände keineswegs vorgreifen. Vielmehr sei es seine persönliche Meinung. „Aber wenn es keine andere Lösung gibt, hätte ich kein Problem damit, so zu verfahren.“

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