Internationale Deutsche Meisterschaften der Springreiter in Riesenbeck
„Deutsche“ als Visitenkarte für die Europameisterschaft

Riesenbeck/Kreis Tecklenburg -

Keine Zuschauer, keine stimulierende Unterstützung von den Zuschauerrängen – es sind schon ganz besondere Umstände, unter denen vom 3. bis zum 6. Dezember die Deutschen Meisterschaften im Springreiten ausgetragen werden. Dennoch verspricht „Riesenbeck International“ Reitsport der absoluten Spitzenklasse. Wenn am Donnerstag auf der Reitsportanlage an der Surenburg die erste Prüfung eingeläutet wird, dann werden zahlreiche hochkarätige Teilnehmer in Riesenbeck dabei sein.

Dienstag, 01.12.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:49 Uhr
Geschäftsführer Karsten Lütteken vor der noch leeren Halle in Riesenbeck. Von Donnerstag bis Sonntag werden dort die neuen Deutschen Meister der Damen und Herren im Springreiten ermittelt.
Geschäftsführer Karsten Lütteken vor der noch leeren Halle in Riesenbeck. Von Donnerstag bis Sonntag werden dort die neuen Deutschen Meister der Damen und Herren im Springreiten ermittelt. Foto: ast

Stressig waren die vergangenen Wochen und werden die nächsten Tage auch sein. Die Frage, ob er froh ist, wenn er den Sonntag geschafft hat, beantwortet Karsten Lütteken dennoch mit einem zurückhaltenden „Jein!“. Der Geschäftsführer von „Riesenbeck International“ und Hauptorganisator der Deutschen Meisterschaften der Springreiter, die von Donnerstag bis Sonntag an der Surenburg in Riesenbeck stattfinden, freut sich auf das Event – insbesondere vor dem Hintergrund der internationalen Top-Besetzung. Richtig zufrieden sei er am Sonntagabend aber erst, so betont er, wenn alles gut geklappt habe und vor allem keine Verletzungen für Reiter und Pferd zu beklagen seien.

Corona sorge eben für einen komplett anderen Ablauf als üblich. Dadurch, dass keine Zuschauer und keine Aussteller vor Ort seien und auch kein Catering organisiert werden müsse, falle ein Großteil der üblichen Vorbereitungen weg. Über mangelnde Arbeit könnten er und seine Orga-Crew sich aber nicht beklagen. Vor allem während der Turniertage seien 16-Stunden-Tage und mehr normal. „Aber für einen Turnierveranstalter gibt es nichts Schöneres, als so ein Event ausrichten zu können“, freut sich Karsten Lütteken auf die kommenden Tage, so arbeitsintensiv sie auch sein mögen.

Dabei hofft er auf einen guten Verlauf, auch hinsichtlich der Europameisterschaften vom 30. August bis 4. September 2021 an gleicher Stelle. „Die DM wird die Visitenkarte für die EM sein“, ist Lütteken überzeugt. „Es werden viele Reiter da sein, die im nächsten Jahr zu den Olympischen Spielen fahren und auch bei der EM am Start sind.“ Dass Riesenbeck prädestiniert ist, solch große Events auszurichten, davon ist Karsten Lütteken überzeugt. „Wir liegen fast im Herzen des europäischen Pferdesports“, äußert der Geschäftsführer und verweist auf den geografischen Aspekt, dass im Umkreis von etwa 100 Kilometern zahlreiche internationale Spitzenreiter beheimatet sind.

Aber es galt, im Vorfeld einige Hürden zu überspringen. Dabei standen die Veranstalter ständig im Austausch mit dem Ordnungsamt. „Die Kommunikation mit der Stadt Hörstel war immer gut, sonst wäre das alles nicht möglich gewesen“, betont Karsten Lütteken. Auch das Beschaffen der Preisgelder habe Mühen gekostet, erklärt er. Gut 200 000 Euro werden insgesamt ausgeschüttet. In Zeiten von Corona und knapper Kassen Sponsoren zu finden, „war ganz schön anstrengend“, so der DM-Organisator, der auf die Mithilfe der FN bauen konnte.

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Deutschen Meisterschaften Anfang Mai nicht in Balve ausgetragen werden. Als neuen Austragungsort hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) daraufhin Riesenbeck auserkoren. „Die Anfrage hat uns natürlich stolz gemacht“, blickt Lütteken zurück. Wegen der steigenden Infektionszahlen und dem folgenden Lockdown konnte der erste geplante Termin, 12. bis 15. November, aber nicht gehalten werden. „Deshalb hoffen wir natürlich alle, dass jetzt alles glattgeht“, erklärt der Geschäftsführer.

13 Prüfungen stehen nach dem Vet-Check am Mittwoch von Donnerstag bis Sonntag auf dem Programm, darunter auch das Finale von Deutschlands U-25-Springpokal. Es sind nicht nur die ersten Deutschen Seniorenmeisterschaften in Riesenbeck, sondern auch das erste Drei-Sterne-Turnier. „Mit der erstmaligen Ausrichtung eines CSI*** machen wir den nächsten Schritt auf internationaler Ebene“, freut sich Hausherr Ludger Beerbaum, der auch selbst in den Sattel steigt.

In Riesenbeck werden die neuen Deutschen Meister nicht nur in der Halle, sondern auch nach einem anderen Modus ermittelt. Außerdem werden die Titelkämpfe in ein internationales Turnier integriert.

Die Krone aufsetzen dürfen sich aber ausschließlich deutsche Reiterinnen und Reiter. Neben einer reinen Meisterschaft für Amazonen, die mit dem Finale am Samstag entschieden wird, wird der nationale Titelträger aller deutschen Starter am Sonntag gekrönt. In den beiden Finals messen sich nur die jeweils besten zwölf Starter. Die werden nach dem Vorbild des Weltcup-Finals in je zwei Wertungsprüfungen ermittelt. Der beste deutsche Reiter erhält dabei analog der Teilnehmer die höchste Punktzahl bis zum Letztplatzierten, der sich mit einem Zähler begnügen muss. So entsteht nach den beiden Umläufen ein Ranking. Die zwölf Besten ermitteln dann in umgekehrter Reihenfolge die Titelträger.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7703488?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57547%2F
Nachrichten-Ticker