Telgte
SV Ems säuft im Derby ab

Sonntag, 15.03.2009, 23:03 Uhr

Ostbevern/ Westbevern - Was ist denn da los? So mancher Zuschauer wird sich gestern Nachmittag verwundert die Augen gerieben haben. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit führten die BSV-Fußballer nämlich im normalerweise umkämpften Nachbarschaftsduell gegen den SV Ems Westbevern bereits mit 4:0, und ein Ende des Torreigens war längst nicht in Sicht. Kein Wunder: Bis dahin hatten die Emser gar nicht richtig auf dem Platz gestanden und luden mit haarsträubenden Fehlern und nahezu nicht existentem Zweikampfverhalten die Gastgeber zum Toreschießen ein. „So etwas habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt“, war Ems-Coach Heribert Essing nach der 6:0-Klatsche im Beverstadion bedient, während auf der Gegenseite Thomas Weißen und Lars Hansen jubelten.

Bereits nach 50 Sekunden schepperte es das erste Mal im Kasten von Ems-Torhüter Stefan Schulze Hobbeling. Karsten Boss, Marcel Kock und Jan Oejen durften erst links an der Torauslinie und dann im Strafraum ungestört agieren. Das nutzte Oejen zum 1:0. „Das war das schnellste Gegentor meiner Trainerkarriere“, sagte Essing später.

Doch wer glaubte, die Emser seien durch den frühen Rückstand wachgerüttelt worden, sah sich getäuscht. Beim 2:0 nach fünf Minuten herrschte wieder erschreckende Orientierungslosigkeit. Stefan Hollmanns Ecke verwandelte Marcel Kock per Kopf. Und nur drei Minuten später hätte Karsten Boss bereits das dritte Tor machen können, dieses Mal nach einem Freistoß von Hollmann.

Die Emser agierten weiter nervös, nahmen kaum einen Zweikampf an und bettelten dadurch förmlich nach mehr Gegentreffern, während die BSVer trotz Nieselregen und frischer Brise heiß liefen. Jan Oejen verwandelte in der 20. mit einem Linksschuss aus 20 Metern genau an den Innenpfosten zum 3:0. Ems-Coach Essing sah sich genötig zu reagieren: er brachte Nico Börger für Hendrik Meier. Doch dadurch lief es zunächst auch nicht besser. Karsten Boss durfte am 16er wiederum weitestgehend unbehelligt schalten und walten, scheiterte jedoch knapp. Marcel Kock dagegen machte wenig später im Nachschuss das 4:0. Da waren erst 28 Minuten gespielt.

Direkt vor und nach der Halbzeitpause schienen sich die Emser halbwegs gefangen zu haben, und Ostbevern schaltete einen Gang runter. Es dauerte bis zur 64. bis Niklas Eilmann auf 5:0 erhöhte. Vier Minuten später stockte Hollmann zum 6:0-Endstand auf. Angesichts der noch folgenden hochkarätigen Chancen hätte das Resultat sogar noch höher ausfallen können.

„Wir hatten einfach einen rabenschwarzen Tag. Die Ostbeverner haben gut gespielt, aber wir haben es ihnen auch zu einfach gemacht“, analysierte Essing die Auswärtspleite. BSV-Coach Thomas Weißen war vor allem von der ersten Halbzeit seines Teams begeistert. „Da haben wir Westbevern vorgeführt. Nach der Pause gab es einen leichten Bruch. Aber natürlich bin ich zufrieden“, so Weißen.

BSV Ostbevern: Stricker - Stern - F. Wehn, S. Wehn - Boss (60. Nosthoff), Eilmann, Gediehn, B. Kock, Hollmann - M. Kock, Oejen (69. Schlingmann).

Ems Westbevern: Schulze Hobbeling - C. Börger, Mönig, Willerscheidt - Severt (45. Prinz), Schulte, Meier (20. N. Börger), Kötter (45. Haberecht), Bergmann, Vogelsang - Robusch.

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