Fußball: Bezirksliga 12
Thilo Hampel von der SG Telgte setzt sich gerne auf die Bank

Telgte -

Vor zwei Jahren hat Thilo Hampel seine Karriere beendet. „Ich habe den Fußball nicht vermisst“, sagt der 37-Jährige. Die SG Telgte hat ihn aus dem Ruhestand zurückgeholt. Hampel hat das als Ehre empfunden. Ansprüche stellt er nicht. Er ist gerne Bankdrücker.

Samstag, 08.12.2018, 09:00 Uhr
Thilo Hampel in der Saison 2015/16 – seiner letzten bis zum Comeback – mit anspruchsvoller Ballführung.
Thilo Hampel in der Saison 2015/16 – seiner letzten bis zum Comeback – mit anspruchsvoller Ballführung. Foto: Biniossek

Maulende Ersatzspieler können eine ganze Fußballmannschaft runterziehen. In dieser Beziehung muss sich Mario Zohlen, der Trainer der SG Telgte, bei Thilo Hampel keine Sorgen machen. Ganz im Gegenteil: Der Allrounder ist das einzige Kadermitglied beim abstiegsgefährdeten Bezirksligisten, das nicht die geringsten Probleme damit hat, auf dem Spielberichtsbogen bei den Ersatzleuten aufgeführt zu werden. „Ich soll den Kader auffüllen. Das ist meine Aufgabe. Ich setze mich gerne auf die Bank“, sagt der Mann, der seit einigen Wochen wieder aushilft.

Weil die Personalnot groß war, haben die SG-Verantwortlichen den Telgter aus dem Fußball-Ruhestand zurückgeholt. Als der Sportliche Leiter Jan Lauhoff vor einigen Wochen anrief, zierte sich Hampel nicht. „Ich habe gerne zugesagt“, sagt er und betont: „Dass ich überhaupt gefragt wurde, ist ein Kompliment. Ich sehe es als Pflicht an, dass ich ja gesagt habe. Ich habe so viele Jahre für den Verein gespielt.“ Dabei hatte er die freien Wochenenden mit seiner Frau und seinem fünfjährigen Sohn sehr genossen. Der Pfleger sagt: „Ich habe den Fußball nicht vermisst.“

Nur einer ist älter

Hampel hat immer nur das SG-Trikot getragen, insgesamt mehr als zwölf Jahre kickte er in der ersten Mannschaft. 2016 hat er aufgehört und seitdem keinen Sport betrieben. Jetzt merkt der Comebacker nach jedem Training und jedem Spiel seine Knochen. Auch wenn die Kondition noch fehlt, sagt Hampel: „Es macht Spaß, die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht.“ Mit 37 Jahren ist er der zweitälteste Spieler nach Jörg Sauerland (38).

Ich ziehe diese Saison durch.

Thilo Hampel

Der Routinier mit dem großen Trainingsrückstand heizt aber nicht nur den Konkurrenzkampf an und wärmt die Bank auf. Er stand auch schon in der Startelf, zuletzt am vergangenen Sonntag gegen den VfL Wolbeck (1:5). Der frühere Stürmer wurde hinten rechts in der Kette aufgeboten – eine Position, die er schon vor seinem (vorläufigen) Abschied gespielt hatte. Sein Aushilfsjob endet nicht mit der Winterpause. Auch zum Start in die Vorbereitung auf die Rückserie am 8. Januar steht Hampel auf dem Feld. „Ich ziehe diese Saison durch, aber im Sommer höre ich auf jeden Fall auf. Dann will ich wieder mehr Zeit für die Familie haben.“

Für das Match am Sonntag beim SV Wilmsberg ist kein Platz für Hampel auf der Ersatzbank reserviert. „Thilo spielt wohl wieder von Anfang an“, sagt Trainer Zohlen.

Gastspiel beim SV Wilmsberg

Nach dem Auftritt am Sonntag (9. Dezember) beim SV Wilmsberg (Anstoß um 14 Uhr) verabschiedet sich die SG Telgte bereits in die Winterpause. Der Gastgeber steht mit einem Spiel mehr als Verfolger SV Burgsteinfurt an der Tabellenspitze der Bezirksliga. „Wilmsberg hat einen super Lauf. Die Stärke ist das Kollektiv. Die Spieler gehen füreinander durchs Feuer“, sagt SG-Trainer Mario Zohlen über den Spitzenreiter, der mit Alexander Hesener (14 Treffer) den Toptorjäger stellt. Telgte ist nach zwei Niederlagen mit jeweils fünf Gegentoren auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. „Wir haben nichts zu verlieren, ähnlich wie gegen Burgsteinfurt“, erinnert Zohlen an das 2:2. Die SG muss auf Jan Plagge (privat verhindert) verzichten. Dafür kehrt Konstantin Schoof in den Kader zurück.

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