Radsport: Leeze-Team aus Münster
Schufterei in den Bergen: Patrick Altefrohne auf Gran Canaria

Telgte -

Der Telgter Patrick Altefrohne war mit dem Leeze-Team aus Münster im Trainingslager auf Gran Canaria. Er will sich in diesem Jahr in der neuen Klasse „Elite-Amateure“ behaupten und wieder den German Cycling Cup fahren. Jetzt muss er sich aber erst von der Schufterei auf der Kanarischen Insel erholen.

Freitag, 01.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 09:30 Uhr
Mit seinem Team aus Münster ist der Telgter Patrick Altefrohne (vorne) auf Gran Canaria in die heiße Phase der Saisonvorbereitung gestartet.
Mit seinem Team aus Münster ist der Telgter Patrick Altefrohne (vorne) auf Gran Canaria in die heiße Phase der Saisonvorbereitung gestartet. Foto: kenopictures

Auf dem Rückflug von Gran Canaria nach Deutschland hat nicht alles geklappt wie geplant. Erst spät in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist Patrick Altefrohne angekommen. Jetzt gönnt er sich einige Tage Ruhe. Beine hochlegen, ausspannen, wieder Kraft tanken.

Die Verspätungen mit dem Flieger waren es aber nicht, die den Radsportler so geschlaucht haben. Ihm steckt ein einwöchiges Trainingslager auf der Kanarischen Insel in den Knochen. „Eigentlich sollte ich am Freitag wieder trainieren, aber ich gehe erst am Wochenende aufs Rad und fange locker an“, sagt Altefrohne.

Auch in dieser Saison gehört der Fahrer des TV Friesen Telgte zum Leeze-Team aus Münster. Die Truppe hat einen neuen Co-Sponsor und heißt jetzt „Leeze by Tinte ist besser.de“. Die Mannschaft hatte im vergangenen Jahr den German Cycling Cup (GCC) gewonnen, die inoffizielle Deutsche Meisterschaft der Hobbyfahrer. Altefrohne holte sich den Sieg in der Einzelwertung mit der Triumph-Fahrt beim Münsterland-Giro Anfang Oktober. Mit dem Trainingslager auf Gran Canaria ist die Saisonvorbereitung in die heiße Phase gestartet.

Das Trainingslager war nicht zum reinen Kilometer-Schrubben gedacht.

Patrick Altefrohne

Zehn Fahrer vom Leeze-Team stiegen von Maspalomas ganz im Süden der spanischen Insel aus jeden Tag für vier bis fünfeinhalb Stunden bei herrlichen 20 Grad auf die Räder. „Wir sind meist einen 20er-Schnitt gefahren, also rund 100 Kilometer am Tag“, berichtet Altefrohne. Rasend schnell ist das nicht. Aber: „Wir haben immer ordentlich Höhenmeter gemacht, allein am Montag waren es 2700“, sagt der 27-Jährige. „Die Insel ist sehr bergig, und das Trainingslager war auch nicht zum reinen Kilometer-Schrubben gedacht.“

Das ist entscheidend für die Rennen, dass man den anderen gut kennt.

Patrick Altefrohne

Natürlich sollten mit den verschärften Einheiten Grundlagen gelegt werden. Wichtig war aber auch das Teambuilding, denn nicht alle Mitglieder des Leeze-Teams kommen aus Münster. „Das ist entscheidend für die Rennen, dass man den anderen gut kennt und weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann“, betont der Telgter. Die voraussichtlich gut 15 Fahrer große Crew aus Münster hat sechs neue Mitglieder.

Fokus auf German Cycling Cup

Altefrohne startet am 10. März beim 7. Herforder Frühjahrspreis in die Saison. Was dieses Jahr bringen wird, kann Altefrohne nur schwer einschätzen. Er fährt jetzt in der höchsten Amateur-Kategorie, auch bedingt durch eine Lizenzreform (siehe Info-Kasten). Wie stark die Konkurrenz in den Rennen der Elite-Amateure sein wird, bleibt abzuwarten. Den Fokus legt das Leeze- Team wieder auf den German Cycling Cup. Das erste Rennen dieser Serie mit zehn Veranstaltungen steht am 28. April in Göttingen auf dem Programm.

Jetzt setze ich mich nicht unter Druck.

Patrick Altefrohne

„Im letzten Jahr habe ich das erreicht, was ich erreichen wollte. Jetzt setze ich mich nicht unter Druck. Ein Ziel kann ich im März oder April nennen, wenn ich weiß, wie meine Form ist“, erklärt Altefrohne. „Ein oder zwei Rennen im GCC zu gewinnen, wäre toll. Und die Gesamtwertung haben wir mit der Mannschaft natürlich im Hinterkopf.“

Offen ist noch, wie es beruflich bei dem 27-Jährigen weitergeht. Er hat in Bonn Tierwissenschaften studiert. Ein Job bei einer Forschungsanstalt in der Schweiz ist beendet, Altefrohne wohnt mittlerweile wieder in Telgte.

Jetzt erholt er sich erst einmal vom Trainingslager auf Gran Canaria. Die kleine Pause hat er sich verdient. Am Dienstag hatte sich die Truppe mit einer Route verschätzt. Siebeneinhalb Stunden saß Patrick Altefrohne im Sattel. Da reicht’s jetzt erst mal für einige Tage.

Lizenzreform

Für die Saison 2019 hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eine Lizenzreform für die Amateurfahrer beschlossen. Es wird nicht mehr zwischen den Klassen A, B und C unterschieden, sondern nur noch zwischen Amateure und Elite-Amateure. Dafür gibt es ein Punktesystem und eine entsprechende Rangliste. Die 500 besten Hobby-Fahrer Deutschlands starten bei der Elite, der Rest in der niedrigeren Kategorie. An den Stichtagen Ende Mai und Ende Juni ist ein Ab- oder Aufstieg von der einen in die andere Klasse möglich. Entscheidend ist die Platzierung in der Rangliste an dem jeweiligen Stichtag. Es gibt keine gemeinsamen Rennen der beiden Klassen. Patrick Altefrohne fährt bei den Elite-Amateuren. „Ich möchte so viele Punkte sammeln, dass ich die Klasse halte“, erklärt der Telgter. „Es ist schwierig zu beurteilen, wie das System funktionieren wird“, so der 27-Jährige. „Zur Elite gehören die besten 500 Fahrer der Rangliste. Dazu kommen aber zunächst noch einige der besten Fahrer der bisherigen Klassen A und B und die 100 besten Junioren“, erläutert Altefrohne. „Es gehören am Anfang also rund 700 Fahrer zur Eliteklasse. Nach dem ersten Stichtag Ende Mai sind es dann nur noch 500.“

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