Leichtathletik: Sechs-Stunden-Lauf
Christian Pflügler läuft Marathon unter Tage und im Treppenhaus

Telgte -

Christian Pflügler organisiert den Sechs-Stunden-Lauf-Münster. Der Telgter mag verrückte Dinge. Er läuft Marathon im Treppenhaus, unter Tage und an einem Wendehammer immer im Kreis. Die 42,195 Kilometer hat der 52-Jährige seit 2001 schon mehr als 280 Mal absolviert.

Samstag, 16.03.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 20:28 Uhr
Seit 2011 organisiert Christian Pflügler den Sechs-Stunden-Lauf, hier bei der Vermessung am Wochenende in Warendorf. Seit 2018 wohnt Christian Pflügler (hier auf einem Bild von 2015) in Telgte. „Ich mag verrückte Dinge“, sagt er.
Seit 2011 organisiert Christian Pflügler den Sechs-Stunden-Lauf, hier bei der Vermessung am Wochenende in Warendorf. Seit 2018 wohnt Christian Pflügler (hier auf einem Bild von 2015) in Telgte. „Ich mag verrückte Dinge“, sagt er. Foto: René Penno

Unglaublich, dass sich 542 Hobbyläufer diese Strapaze angetan haben: Beim Sechs-Stunden-Lauf-Münster mussten die Teilnehmer auf einem 2758 Meter langen Rundkurs in 360 Minuten so viele Kilometer wie möglich schaffen. Der außergewöhnliche Ultra-Wettkampf wurde am vergangenen Wochenende ausnahmsweise nicht in Münster, sondern in der Bundeswehr-Kaserne in Warendorf ausgetragen. Der Sieger, Langstreckenspezialist Frank Wiegand aus Kelkheim, absolvierte 76,560 Kilometer.

Organisiert wurde die private Veranstaltung, hinter der kein Verein und keine Organisation steht, von Christian Pflügler . Wer ist dieser Mann, der seit Sommer 2018 in Telgte wohnt?

Eine Erfolgsgeschichte

Warum der Berufssoldat dieses extravagante Event 2011 erstmals auf die Beine gestellt hat, sagt einiges darüber aus, wie der Ultraläufer tickt. Auch im Außergewöhnlichen mag er keine Routine. „Nach meinem 100. Marathon wollte ich mal etwas anderes machen, etwas eigenes. Und ein Sechs-Stunden-Lauf ist das Gegenstück zum Marathon“, erzählt der Vater zweier Söhne, der in dritter Ehe verheiratet ist.

Er setzte seine Idee um und schreibt damit eine Erfolgsgeschichte. „Seit vier Jahren sind wir der größte Sechs-Stunden-Lauf Deutschlands“, sagt Pflügler. Er organisiert das Ganze mit einigen Kameraden und Freunden. Der Oberstleutnant am Deutsch-Niederländischen Korps in Münster betont: „Wir haben keine finanziellen Interessen. Am Anfang habe ich Geld zugeschossen, jetzt spenden wir jedes Jahr den Gewinn.“

Zuletzt habe ich 20 bis 25 Marathonläufe pro Jahr gemacht.

Christian Pflügler

Der ungewöhnliche Lauf „ist mein Baby“, so der Neu-Telgter. „Ich kann nur leider nicht mehr selbst mitlaufen.“ Dass der 52-Jährige das ganze Jahr über nicht ans Laufen kommt, kann man aber nicht behaupten.

Angefangen in den 1990er-Jahren mit längeren Militärmärschen startete er seine Laufkarriere gleich mit einer 100-Kilometer-Distanz. „Das war eine Schnapsidee mit Kameraden“, sagt Pflügler. Seinen ersten Marathon bewältigte er 2001 in Berlin. Seitdem sind ziemlich genau 280 dazugekommen. „Zuletzt habe ich 20 bis 25 Marathonläufe pro Jahr gemacht. Für dieses Jahr habe ich mir einen im Monat plus einige längere Läufe vorgenommen. Ich hänge aber jetzt schon etwas hinterher.“

Ich mag so verrückte Dinge.

Christian Pflügler

Ganz schön extrem, oder? „Das liegt im Auge des Betrachters“, meint Pflügler. „Ich kenne viele Läufer, die das extremer machen.“ Er mag es auf jeden Fall ungewöhnlich. Der Soldat ist schon einen Treppenhaus-Marathon mit knapp 84 000 Stufen gelaufen. Und schon drei Mal einen Untertage-Marathon rund 700 Meter unter der Erde. Ganz speziell auch der Kringel-Marathon: Mit gut 15 Startern bewältigte er die 42,195 Kilometer in einem Wendehammer von rund 30 Metern Durchmesser. Immer im Kreis. „Aber mit Richtungswechsel“, sagt Pflügler. „Ich mag so verrückte Dinge.“

230 Kilometer

Seine längste Strecke waren 100 Meilen. Er ist Stammgast beim Berliner Mauerweglauf über diese Entfernung. Neben anderen Ultra-Läufen peilt er im Mai 2020 einen Start bei der „TorTour de Ruhr“ über 230 Kilometer an. Er hat aber auch schon den Zehn-Kilometer-Volkslauf in seiner neuen Heimat Telgte mitgemacht. Ein Aufwärmprogramm.

Keine Verletzungen

Er kann dieses unfassbare Pensum seit so vielen Jahren leisten, weil er von größeren Verletzungen verschont geblieben ist. Weil er keine Kniebeschwerden oder andere typische Läufer-Malässen hat. Das kann auch daran liegen, dass er es mit dem Tempo nicht übertreibt. „Mit meiner Marathon-Bestzeit kann ich nicht angeben“, schmunzelt Pflügler. Die liegt bei 3:59 Stunden.

Mitte April will er bei einem Ultramarathon in Osnabrück starten. Dann geht’s über 63 Kilometer mit 2100 Höhenmetern und knapp 3400 Treppenstufen. Der Telgter befürchtet: „Das wird hammerhart.“ Hart, aber noch nicht extrem. Für Christian Pflügler ist das ja alles relativ.

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