Frauenfußball-WM
Sophia Kleinherne aus Telgte: „Da ist noch etwas Luft nach oben“

Telgte/Ostbevern -

Sophia Kleinherne hält sich gerade mit der U 19-Nationalmannschaft zu zwei Testländerspielen in den USA auf. Von dort aus verfolgt sie die Frauen-WM in Frankreich. Die Westfälischen Nachrichten haben heimische Sportlerinnen zu den Titelkämpfen befragt – und erhielten teilweise überraschende Antworten.

Mittwoch, 12.06.2019, 20:00 Uhr
Sophia Kleinherne verfolgt die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich derzeit von Washington D.C. aus, wo sich die U 19-Nationalspielerin zu zwei Testspielen gegen die USA aufhält.
Sophia Kleinherne verfolgt die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich derzeit von Washington D.C. aus, wo sich die U 19-Nationalspielerin zu zwei Testspielen gegen die USA aufhält. Foto: Kock

Sophia Kleinherne verfolgt die Frauenfußball-WM in Frankreich während ihres Trainingslagers mit der U 19-Nationalelf in der Nähe der US-Hauptstadt Washington. „Unser Tagesablauf ist hier tatsächlich so angepasst, dass wir alle Spiele der DFB-Elf verfolgen können“, sagt die 19-jährige Telgterin. „Klar schaltet man auch in jeder freien Minute mal bei anderen Nationen ein. Die WM ist in diesem Jahr ein riesiges Event für uns alle. Natürlich ist es mein Ziel, auch mal ein solches Turnier bei den Frauen zu spielen. Man merkt, dass der Frauenfußball mehr Aufmerksamkeit bekommt als in den zurückliegenden Jahren, aber es ist noch etwas Luft nach oben da.“ Der Titelverteidiger steht bei der Emsstädterin hoch im Kurs: „Die USA hat uns sehr überzeugt. Sie haben sehr viele starke Einzelspielerinnen, funktionieren aber auch als Team verdammt gut. Letztlich drücke ich aber natürlich der deutschen Mannschaft bis zum Ende die Daumen.“

Ins gleiche Horn stößt Verena Seiling. Die Co-Trainerin des Westfalenligisten BSV Ostbevern findet das US-Team ebenfalls „sehr ansehnlich, schnell und attraktiv“ spielend. Allerdings hat sie bislang fast nur die deutschen Spiele geguckt. „Als junge Mutter ist man viel beschäftigt und wenig am Fernseher. Meine Tochter Mia ist noch nicht so weit mitzugucken. Für das deutsche Team heißt mein Wunschdenken Finale.“

Ebenfalls an die USA glaubt Charlotte Blümel. Sie zählt aber auch Japan, Deutschland und Frankreich zum Favoritenkreis. „Es pusht ungemein, im eigenen Land zu spielen“, so die junge Emsstädterin, die 2018 mit der U 17 des DFB bei der WM in Uruguay war.

„Ich bin derzeit noch in der Klausurphase, werde die WM aber ab nächster Woche aktiver verfolgen. Ich habe mich gewundert, wie viel man wiedererkennt, zum Beispiel von DFB-Videos, die wir gesehen haben“, so Blümel. „Natürlich möchte man selber mal bei einer Frauen-WM mitspielen, aber ob das realistisch ist? Einmal dabei zu sein, wäre der Wahnsinn, aber das ist noch weit weg.“ Derzeit werde über die sozialen Netzwerke viel Öffentlichkeitsarbeit für den Frauenfußball geleistet.

Bislang kaum etwas mitbekommen von der WM hat hingegen Alexandra Füchtenbusch. „Auf der Mannschaftsfahrt in Dänemark waren wir in einem Ort, wo wir keine Sportsbar oder etwas Ähnliches gefunden haben“, berichtet die Kapitänin der SG-Frauenmannschaft. „Zudem bin ich umgezogen und habe gerade gar keinen Fernseher zu Hause.“ Die Telgterin ist überzeugt, dass die deutschen Damen den Titel holen, weil „nach dem Umbruch einige heiß darauf sind“. Aber sie glaubt nicht, dass sich am Stellenwert des Damenfußballs etwas positiv verändert hat. „Da ist noch viel Luft nach oben. Auf der Arbeit habe ich keinen Kollegen, der die Begegnungen geschaut hat, obwohl sie Fußballfans sind. Über den 8:0-Erfolg der Männer wird viel geredet, aber nicht über die Spiele der Frauen.“

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