Fußball: Testspiel in Telgte
Preußen Münster gegen Fortuna Köln: Klobürsten nicht vergessen

Telgte -

Preußen Münster testet in Telgte gegen Fortuna Köln. Warum sollte man sich die Kölner nach dem Abstieg aus der 3. Liga anschauen? WN-Redakteur und Fortuna-Anhänger Florian Levenig kennt die Gründe.

Freitag, 05.07.2019, 18:17 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 18:20 Uhr
WN-Sportredakteur Florian Levenig trägt die Fortuna („es gibt nur eine“) im Herzen.
WN-Sportredakteur Florian Levenig trägt die Fortuna („es gibt nur eine“) im Herzen. Foto: Peter Werth

Ob ich ein paar Zeilen darüber schreiben könne, dass es sich auch nach dem Abstieg der Kölner aus Liga drei unbedingt lohnt, beim Spiel zwischen Preußen Münster und der Fortuna am nächsten Mittwoch (18.30 Uhr, Takko-Stadion) vorbeizuschauen, wollte mein Redaktionskollege Ralf Aumüller wissen. Ehrlich gesagt: Ich verstehe die Frage nicht. Was wohl damit zu tun hat, dass ich die Fortuna (es gibt nur eine) seit vielen Jahren im Herzen trage.

Ich bin doch damals mit den Südstädtern bis in die Verbandsliga Mittelrhein durchmarschiert. Die Stadionwurst (Knacker einfach) war 2005 noch genau so bekömmlich wie zu Zweitligazeiten (das Zuschaueraufkommen war ebenfalls vergleichbar). Wieso sollte mich da ein Abstieg in die Viertklassigkeit jucken?

Wie Charlie Brown

Schwieriger ist da schon in Worte zu fassen, wieso man diesen kleinen, kultigen Verein für den besten der Welt hält. Eine masochistische Veranlagung? Mag sein. Wobei: Leidgeprüft sind ja auch die Anhänger anderer Clubs. Während aber die Fans von, sagen wir, Rot-Weiß Essen im Falle eines Misserfolgs gern die Fäuste sprechen lassen, fügen sich die Fortuna-Freunde charliebrownhaft in ihr Schicksal. Achselzucken, klappt bestimmt beim nächsten Mal (klappt natürlich nie).

Leicht subversiv

Verein, Fußballer und Fans hatten – vielleicht ist es das – immer etwas leicht Subversives. Spricht junge Menschen (lang ist’s her) ja grundsätzlich an. Die „Pulheimer Jungs“, nur ein Beispiel, waren zwar nicht die ersten Tribünengäste, die in den 1980er-Jahren mit Klobürsten schmissen, wohl aber die ersten, die, nun ja, gebrauchte Exemplare verwendeten. Oder Jürgen Niggemanns Knie-Fall vor dem DFB (bitte googlen).

Der „Schäng“

Nicht zu vergessen der große Vorsitzende Jean Löring. Der „Schäng“ schasste – angeschickert von ein paar Weinbrandbohnen, wie der Kölner Boulevard später knallhart recherchierte – in der Halbzeitpause des Spiels gegen Waldhof Mannheim Trainer Toni Schumacher mit den weisen Worten: „Ich als Verein musste handeln.“

Die Fans hatten übrigens schon vorher gegrummelt. Nach der Verpflichtung der Torhüter-Legende und einem verheißungsvollen Start kamen nicht mehr nur „die paar Hanseln“ (Schumacher-Nachfolger Hans Krankl), es gab einen (sehr) kurzen Besucher-Hype. Schlange stehen vor den Kassenhäuschen der Bezirkssportanlage Köln-Süd: Für die Alteingesessenen war das eine echte Zumutung. Anstellen müssen sich die Leute auch am Mittwoch, dafür werden allein die vielen Preußen-Anhänger sorgen. Hingehen ist trotzdem Pflicht. Klobürsten nicht vergessen!

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6751743?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57556%2F
Nachrichten-Ticker