Radsport: Retro-Rennen
Auf alten Kisten über die schlechtesten Pisten

Ostbevern -

Detlef Büttner und Bernhard Feikus aus Ostbevern nahmen am Retro-Radrennen L‘Eroica in der Toskana teil. Zehn Stunden Schinderei über Schotterstraßen und mit alten Rädern wurden belohnt mit einer triumphalen Zielankunft.

Donnerstag, 10.10.2019, 06:00 Uhr
Bernhard Feikus (blaues Trikot) und Detlef Büttner (weißes Trikot) nach der Zieldurchfahrt in Galione. Die beiden Radsportler haben am Retro-Rennen L‘Eroica in der Toskana teilgenommen.
Bernhard Feikus (blaues Trikot) und Detlef Büttner (weißes Trikot) nach der Zieldurchfahrt in Galione. Die beiden Radsportler haben am Retro-Rennen L‘Eroica in der Toskana teilgenommen. Foto: privat

Auf alten Kisten heldenhaft über die weltschlechtesten Pisten – das in etwa ist die L‘Eroica, das berühmteste Radrennen für alte Räder (Vintage). Dabei geht es auch um die Schönheit des Sich-Schindens.

Am ersten Oktoberwochenende trafen sich im kleinen Galione in Chianti (Italien) bis zu 8000 Fahrrad-Enthusiasten, um gemeinsam auf mindestens 30 Jahre alten Stahlrädern das schönste Stück Toskana zu erradeln. Jedoch nicht etwa auf geteerten Straßen, sondern auf vielen unbefestigten Schotterpisten. Einen Wettkampfcharakter mit Zeitnahme hat das Rennen nicht. Die Schwierigkeit der Stecke ist schon Herausforderung genug.

Detlef Büttner und Bernhard Feikus aus Ostbevern hatten erstmalig für die 135 Kilometer gemeldet, 58 davon auf Schotterstraßen – gespickt mit 2200 Höhenmetern. Mit einem fast 40 Jahre alten Rennrad und im vorgeschriebenen Dress, einer alten Baumwollhose und Baumwolltrikot, ging es vor Sonnenaufgang an den Start. Die ersten hügeligen Kilometer liefen gut. Als die erste 15-prozentige Steigung hin­auf zur Madonna a Brolio in den Beinen zu stechen begann, versuchte Feikus, die Geschwindigkeit beizubehalten, aber das Hinterrad drehte durch und er verlor an Bodenhaftung. Im Tagesverlauf mussten die beiden Radsportler auch schon mal absteigen und schieben. Die Konzentration ließ etwas nach, während die Augen ständig auf die Weinberge an den Hängen gerichtet waren.

Fahrtechnisch war es sehr anspruchsvoll, wenn auf den steilen Abfahrten immense Steuerkünste gefordert waren. Zwischendurch stärkten sich die Teilnehmer bei eingeplanten Stopps mit toskanischen Spezialitäten wie Brotsuppe, Wurst und Schinken. Auf halber Strecke gab es dann sogar lokalen Rotwein zur Stärkung.

Stunde für Stunde kämpften sich die Sportler dem Ziel entgegen. Immer wieder auf Schotterpisten bergauf, unter anderem mit knapp 20-prozentiger Steigung zum Monte Sante Marie hin­auf. Eine zunehmend härter werdende Tortur für die Retro-Räder und die Fahrer.

Nach zehn Stunden erreichen Feikus und Büttner glücklich und erschöpft das Ziel in Galione. Jubelnd wurde jeder Fahrer von der Menschenmenge bei Volksfeststimmung empfangen.

„Das war die schönste Eintagestour, welche ich je erlebt habe. Wir kommen wieder“, so Feikus‘ Fazit.

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