Fußball: Kreisliga A
Andrea Balderi vom SV Ems Westbevern: „Uns sind Säulen weggebrochen“

Westbevern -

Ganz langsam scheinen sich die Fußballer des SV Ems Westbevern aus der Abstiegszone der Kreisliga A zu verabschieden. Die Westfälischen Nachrichten unterhielten sich mit Coach Andrea Balderi über die Gründe für den schlechten Saisonstart und den sich nun abzeichnenden Aufwärtstrend.

Montag, 21.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 20:56 Uhr
Trainer Andrea Balderi musste in den zurückliegenden Monaten auf viel Qualität im Emser Offensivbereich verzichten.
Trainer Andrea Balderi musste in den zurückliegenden Monaten auf viel Qualität im Emser Offensivbereich verzichten. Foto: Aumüller

Vor drei Wochen sah es für den A-Ligisten SV Ems Westbevern alles andere als gut aus. Mit nur einem Sieg aus den ersten acht Begegnungen steckten die Grün-Weißen tief drin im Abstiegskampf des Oberhauses. Seitdem haben sie sich mit zwei Remis (2:2 in Füchtorf, 1:1 gegen die WSU) und dem ersten Heimdreier (4:1 gegen Mauritz) ein wenig berappelt. Die Westfälischen Nachrichten sprachen mit Coach Andrea Balderi über die Gründe für den schlechten Saisonstart und die Aussichten für die nächsten Monate.

Wie groß ist die Erleichterung nach dem zweiten Saisonsieg?

Balderi: Wir sind sehr erleichtert. Uns ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Diesmal hatten wir nicht nur die Schulterklopfer auf unserer Seite. Schon in der ersten Halbzeit hatten wir alles unter Kontrolle und dann stand es zur Pause doch nur 1:1. Die Jungs kamen mit hängenden Köpfen in die Kabine. Und dann hat Thilo Dierkes auch noch den Elfmeter verschossen. Aber wir haben jetzt Stabilität drin. Als es 4:1 stand und die Zeit bis zum Abpfiff immer kürzer wurde, haben wir uns gefragt: Passiert es heute wirklich? Der erste Heimsieg hat uns sehr gut getan. Wir haben uns da unten rausgespielt, fahren mit breiter Brust zu Eintracht Münster und wollen unsere Serie von drei Spielen ohne Niederlage ausbauen. Wir haben alles selber in der Hand.

Welches sind die Gründe für das Tief gewesen?

Balderi: Ganz klar die Personallage. Uns sind etliche Säulen unseres Spiels weggebrochen. Beim Freundschaftsspiel am 18. August gegen Ascheberg hat sich Adrian König die Bänder gerissen. Michael Licher hat sich dann gegen Everswinkel einen Mittelfußbruch zugezogen, Patrick Nosthoff anschließend eine Kapselverletzung. Lars Wewelkamp fiel mit einer Gehirnerschütterung aus, André Hollmann hat schon seit Saisonbeginn Probleme am rechten Fuß. Jan Nosthoff musste sich einer Hüftoperation unterziehen und Joker Hendrik Schlunz hat einen Bandscheibenvorfall erlitten. Wir gingen am Stock.

Und warum ist es zuletzt aufwärts gegangen?

Balderi: Die zweite Mannschaft hat bei uns ausgeholfen. Einige Spieler haben 90 Minuten in der Reserve gespielt und sind dann auch noch bei uns zum Einsatz gekommen. Außerdem bin ich froh, dass Christian Nosthoff über seinen Schatten gesprungen ist. Nach den 90 Minuten in Füchtorf war er mausetot. Er spielt ganz vorne drin und hat mit seinen fünf Toren in den zurückliegenden drei Spielen großen Anteil am Aufschwung. Zudem haben wir nun Ordnung im hinteren Bereich.

Wie ist der Fitnesszustand von Adrian König? Wann ist damit zu rechnen, dass die anderen Akteure wieder spielen können?

Balderi: Er hat heute sicher Muskelkater, weil er sich erst seit zwei Wochen im Training befindet. Er muss erst mal wieder reinkommen und fährt zudem am Samstag für eine Woche in Urlaub. Anschließend werden wir ihn behutsam aufbauen. Er wird ein ganz wichtiger Spieler sein, wenn er wieder dabei ist. Die meisten anderen Akteure werden ebenfalls bald zurückkehren. Michael Licher wird in diesem Jahr jedoch vermutlich nicht mehr spielen.

Die nächsten Gegner heißen Eintracht Münster, SG Sendenhorst und FC Münster 05. Was dürfen die Emser Fußball-Fans bis Weihnachten von ihrer Mannschaft erwarten?

Balderi: Gegen die Eintracht wird das ein Sechs-Punkte-Spiel, bei dem wir unseren Heimerfolg gegen Mauritz verfeinern können. Aber wir fahren da nicht blauäugig hin und glauben, dass das einfach wird. Allerdings sind wir gut drauf. Kai Leifker ist am Sonntag wieder spielberechtigt und auch Hollmann ist wieder dabei. Unser vorher ausgegebenes Saisonziel, unter die ersten Neun zu kommen, haben wir nach den vielen Verletzungen storniert. Die individuelle Qualität vorne fehlte einfach.

Machen Sie sich Sorgen um den Klassenerhalt?

Balderi: Nein. Wenn die verletzten Spieler zurückkommen, mache ich mir keine ernsthaften Sorgen um den Klassenerhalt.

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