Kickboxen: Titel verteidigt
Stefan Dornseif aus Telgte: Auch ein Weltmeister lernt noch dazu

Telgte -

Mission erfüllt: Bei der Weltmeisterschaft in Nordhorn verteidigte Kickboxer Stefan Dornseif seinen Titel im Leichtkontakt der Klasse bis 90 Kilogramm. Im Kick Light, einer anderen Variante, holte der Telgter die Silbermedaille. Auch ein Weltmeister lernt noch dazu.

Mittwoch, 23.10.2019, 20:16 Uhr aktualisiert: 24.10.2019, 16:26 Uhr
In Nordhorn wurde der Telgter Stefan Dornseif wieder Weltmeister und in einer anderen Kickbox-Variante Vize-Weltmeister.
In Nordhorn wurde der Telgter Stefan Dornseif wieder Weltmeister und in einer anderen Kickbox-Variante Vize-Weltmeister. Foto: privat

Im Weltmeister-Werden gibt es keine Routine. Zumindest nicht für Stefan Dornseif nach seinem zweiten Titel. Der Kickboxer aus Telgte hatte – wie vor zwölf Monaten nach seinem ersten Triumph – nicht sofort realisiert, was er am vergangenen Wochenende geschafft hatte. Bei den Weltmeisterschaften des Verbandes WFMC (World Fightsport & Martial Arts Council) in Nordhorn verteidigte er in der Klasse bis 90 Kilogramm seinen Titel im Leichtkontakt. In der Variante Kick Light wurde Dornseif Vize-Weltmeister.

„Richtig präsent ist mir das erst am Montag geworden“, sagt der 36-Jährige und gewährt einen Einblick in sein Gefühlsleben: „Das ist genial, richtig schön. Etwas Besseres kann es für einen Sportler nicht geben.“

Gegner aus Belgien

Im Leichtkontakt, der relativ gesehen etwas softeren Art im Kickboxen, kämpfte Dornseif sofort im Finale gegen einen Belgier. Der dritte Starter konnte verletzungsbedingt nicht antreten. „Das war ein guter, erfahrener, souveräner Kämpfer“, beschreibt der Telgter seinen Gegner. Der war aber nicht gut, erfahren und souverän genug für den Weltmeister von 2018. Dornseif gewann nach Punkten, „und das auch eindeutig“, wie er sagt. Bei der etwas härteren Variante Kick Light erwischte er zunächst ein Freilos. Im Finalkampf gegen einen Deutschen, der sich zuvor gegen einen Dänen behauptet hatte, verlor Dornseif nach Punkten.

Ich darf im Kampf nicht so viel denken.

Stefan Dornseif

„Ich sehe das aber nicht als Niederlage, weil ich sehr viel Erfahrung mitnehme“, betont er. „Ich weiß, woran ich noch arbeiten muss: an der Technik und daran, auch mal den Kopf auszuschalten. Den muss ich noch mehr zu Hause lassen.“ Dornseif konkretisiert: „Ich darf im Kampf nicht so viel denken, sondern muss die Techniken, die ich erlernt habe, einfach abfeuern.“

Er war bestens vorbereitet, vor allem dank der Arbeit seines langjährigen Trainers Jens Schniedenharn. Bei der WM wurde Dornseif von Simon Maag gecoacht. Mit Tanja Huth holte eine Trainingspartnerin aus dem COMA-Team (Center Of Martial Arts) mit Sitz in Glandorf und Lengerich die Bronzemedaille im K1.

Gala in Oberhausen

In dieser Vollkontakt-Variante bestreitet Dornseif am 2. November (Samstag) bei der Fight Night in Oberhausen einen Kampf über drei Runden. Weitere Gala-Auftritte im November sind geplant, aber noch nicht fix.

Am Montagabend ging Stefan Dornseif schon wieder zum Training – zu einem Zeitpunkt, als er gerade erst anfangen konnte, den zweiten WM-Titel in seiner Karriere zu genießen.

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