Fußball: A-Nationalmannschaft
„Ich kann es schwer beschreiben“ – Sophia Kleinherne debütiert in Wembley

Telgte -

So etwas kann man sich ja kaum in seinen kühnsten Träumen ausmalen: das erste Länderspiel vor knapp 78 000 Fans im Wembley-Stadion gegen England in der Startelf, ein spätes Siegtor und dann noch die Kür zur Spielerin des Tages. Sophia Kleinherne aus Telgte hat das jetzt erlebt.

Montag, 11.11.2019, 17:12 Uhr
Ihr erstes Länderspiel bei den Frauen absolvierte die Telgterin Sophia Kleinherne (l.), hier gegen Georgia Stanway, vor grandioser Kulisse in der Startformation. Bei einem Internet-Voting wurde die 19-Jährige zur „Spielerin des England-Spiels“ gekürt.
Ihr erstes Länderspiel bei den Frauen absolvierte die Telgterin Sophia Kleinherne (l.), hier gegen Georgia Stanway, vor grandioser Kulisse in der Startformation. Bei einem Internet-Voting wurde die 19-Jährige zur „Spielerin des England-Spiels“ gekürt. Foto: dpa

Was fühlt man vor seinem ersten Länderspiel in der A-Nationalmannschaft? Wenn man vor 77 768 Zuschauern auf dem Rasen des ehrwürdigen Wembley-Stadions in London steht, einer der Kultstätten des Fußballs, und die Hymne hört? Wenn man sein Debüt in einem Klassiker gegen England und dann auch gleich noch in der Startelf feiert?

„Ich kann es ehrlich gesagt schwer beschreiben“, sagt Sophia Kleinherne . „Ich kann immer noch nicht realisieren, was da in Wembley passiert ist.“ Beim Einlaufen der Mannschaften sei sie nervös gewesen, verrät die Telgterin. Gänsehaut habe sie bekommen. Sie sagt: „Es war der bislang bedeutendste, schönste und aufregendste Moment meiner Karriere.“

Wir wollten das Stadion zum Schweigen bringen.

Sophia Kleinherne

Kleinherne ist jetzt eins der frischen Gesichter beim Neuaufbau der deutschen Frauen-Auswahl, der mit dem 2:1-Sieg dank eines spätes Treffers von Klara Bühl (SC Freiburg) vor grandioser Kulisse neuen Schub bekommen hat. „Schon beim Einlaufen hat man gemerkt, dass das kein Freundschaftsspiel war. Der Sieg war wie ein kleiner Titel für uns“, unterstreicht Kleinherne die Bedeutung ihres ersten Länderspiels bei den Frauen. „Wir wollten das Stadion zum Schweigen bringen. Das haben wir durch den 2:1-Siegtreffer geschafft. Die knapp 78 000 englischen Fans waren still.“

Sophia Kleinherne haben wir einfach durchlaufen lassen.

Martina Voss-Tecklenburg

„Ich glaube, man kann sich kein schöneres Debüt erhoffen“, sagt die 19-Jährige. Am Abend vorher hatte sie erfahren, dass sie in der Startformation steht. „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet.“ Martina Voss-Tecklenburg hatte mit der Aufstellung Mut bewiesen. „Sophia Kleinherne haben wir einfach durchlaufen lassen. Sie hat toll trainiert und wir dachten: Es ist ein guter Moment für ein Debüt im Wembley-Stadion“, wird die Bundestrainerin auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zitiert. Sie bot die Abwehrspielerin des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt als Linksverteidigerin auf. „Ich wollte mich weniger um die Gegner kümmern, sondern versuchen, mit der Mannschaft ein überzeugendes Spiel abzuliefern“, so Kleinherne.

30 Prozent der Stimmen

Ihr Smartphone blieb am Samstagabend direkt nach dem Spiel und am Sonntag selten still. „Ja, ich habe sehr viele Nachrichten und Glückwünsche bekommen“, sagt sie. „Darüber habe ich mich sehr gefreut, und das hat mir sehr viel bedeutet.“

Nicht nur die Familie, Freunde und Bekannte haben ihre Leistung honoriert. Bei einem Internet-Voting des Fan-Clubs der Nationalmannschaft und des DFB wurde Kleinherne als „Spielerin des England-Spiels“ gekürt. Mit 30 Prozent der Stimmen ließ der Neuling Siegtorschützin Klara Bühl (17,7 Prozent) und Spielmacherin Dzsenifer Marozsan (16,4) hinter sich.

Das ist noch ein Nachschlag eines unvergesslichen Abends. Sophia Kleinherne findet große Worte: „Vor so einer unfassbaren Kulisse und in einem Stadion voller Geschichten haben wir unsere eigene kleine Geschichte geschrieben.“ Ein besonders schönes Kapitel davon gehört allein ihr.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7059281?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F57556%2F
Billerbecks Klage abgewiesen: Bahn muss Brücke nicht sanieren
Die Brücke in der Billerbecker Bauerschaft Bockelsdorf will keiner haben. Sie ist dringend sanierungsbedürftig.
Nachrichten-Ticker