Handball: Landesliga
Viel Ehrgeiz und 16 Bänderrisse bei Christopher Kohl vom TV Friesen

Telgte -

„Bis 2017 wollte ich Profisportler werden“, sagt Christopher Kohl, der drei Jahre zuvor vom Kieler Bundesliga-Handballer Thomas Knorr zum VfL Bad Schwartau gelotst wurde. Inzwischen hat der 21-jährige Bauingenieursstudent diesen Jugendtraum aufgegeben und trägt das Friesen-Trikot.

Donnerstag, 21.11.2019, 20:26 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 17:14 Uhr
Tore aus dem linken Rückraum sind die Spezialität von Christopher Kohl.
Tore aus dem linken Rückraum sind die Spezialität von Christopher Kohl. Foto: Kock

Mit seinen 21 Jahren hat Christopher Kohl schon ein bewegtes Handballerleben hinter sich. Als dreijähriger Steppke begann er mit dem dynamischen Sport bei der HSG Ascheberg/Drensteinfurt. „Ich habe zu Hause immer die Scheiben kaputt geworfen“, erklärt der Student des Bauingenieurswesens mit einem Schmunzeln die Beweggründe seiner Eltern, ihn im Verein anzumelden. „Ich habe auch Fußball, Taekwondo, Hip Hop und Kraftsport ausprobiert.“ Mit 13 fand er den Weg zum ASV Senden, wo er stets in der höchsten Nachwuchsklasse aktiv war.

2014 folgte er dann dem Lockruf von Thomas Knorr und wechselte zum VfL Bad Schwartau . Der ehemalige Kieler Bundesliga-Spieler hatte den talentierten Youngster bei Feriencamps des THW ausgemacht. Sieben Mal in der Woche spielte er Handball, trainierte teilweise bei den Profis mit. Sportliche Höhepunkte waren ein fünfter Platz in der Nachwuchs-Bundesliga sowie ein unvergesslicher Auftritt vor 1450 Zuschauer gegen den THW Kiel, bei dem Kohl stolze elf Treffer gelangen. Zudem spielte er mehrmals in der Landesauswahl Schleswig-Holsteins.

„Bis 2017 wollte ich Profisportler werden“, schaut der gebürtige Ascheberger noch einmal zurück. Als er dann jedoch Einblicke in die Profiwelt gewann und seine zahlreichen Verletzungen sah, überlegte es sich der wurfgewaltige Rückraumspieler anders: „Ich hatte eine Meniskusverletzung am Knie und 16 Bänderrisse am Knöchel. Wenn du so Handball spielst und in die Abwehr gehst wie ich das tue, treibst du Raubbau an deinem Körper.“

Kohl unterschrieb einen Perspektivvertrag beim ASV Hamm, merkte jedoch schnell, dass täglich fünf Stunden Fahrerei und Training nicht mit seinem Studium zu vereinbaren waren. Also löste er seinen Vertrag zum Jahreswechsel 2017/18 auf und schloss sich dem Telgter Landesliga-Konkurrenten Westfalia Kinderhaus an, mit dem er im oberen Tabellendrittel landete.

Sein Engagement bei den Friesen ist zunächst einmal auf zwei Jahre angelegt. „Danach werden die Karten neu gemischt. Wie die aktuelle Saison gelaufen ist, damit ist keiner zufrieden, ich am wenigsten. Wir müssen konstanter werden. Von der individuellen Klasse her sind wir sicherlich die beste Mannschaft, aber mit neuen Spielern und neuem Trainer muss sich alles erst eingrooven“, sagt Christopher Kohl. „Wenn die Klausuren sitzen, mache ich im Sommersemester meinen Bachelor. Vielleicht arbeite ich danach als Bauleiter und mache im dualen Studium meinen Master. Ich möchte schon noch einmal höherklassig spielen, die Landesliga ist spielerisch nicht meine Erfüllung. Für die 3. Liga habe ich vielleicht zu viel an Kondition verloren, aber die Oberliga ist realistisch“, so der ehrgeizige Shooter.

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