Fußball: Schiedsrichter
Meckern? Lamentieren? Gibt Gelb!

Kreis Warendorf -

Häufig nehmen sich die Amateurfußballer ein Beispiel an den Profis in der Bundesliga. Bei den Schiedsrichtern scheint es jetzt anders zu sein.

Mittwoch, 12.02.2020, 20:00 Uhr
Mit dieser Gelb-Roten Karte durch Schiedsrichter Tobias Stieler (r.) gegen Mönchengladbachs Alassane Plea (Mitte) im Spiel bei RB Leipzig ging die Diskussion um die verschärfte Regelauslegung los
Mit dieser Gelb-Roten Karte durch Schiedsrichter Tobias Stieler (r.) gegen Mönchengladbachs Alassane Plea (Mitte) im Spiel bei RB Leipzig ging die Diskussion um die verschärfte Regelauslegung los Foto: dpa

Seit der Gelb-Roten Karte gegen Gladbachs Alassane Plea im Bundesliga-Spiel in Leipzig ist der Aufschrei ob der verschärften Regelauslegung der Schiedsrichter bei Meckereien, Lamentieren und abfälligen Gesten in Fußball-Deutschland groß. Das, was die besten Unparteiischen allerdings gerade umsetzen, wird im Amateurbereich eigentlich schon lange so oder ähnlich gehandhabt.

„Im Amateurbereich wird sich nicht viel ändern“, glaubt Thorsten Kaatz (Telgte), Schiedsrichter-Lehrwart des Fußballkreises Münster. „In der Bundesliga machen die jetzt eigentlich nur das, was wir in den tieferen Klassen schon seit langer Zeit machen.“

Fakt ist, dass mit Situationen wie der in Leipzig die Schiedsrichter im Amateurbereich und insbesondere in der Kreisligen schon immer weniger nachsichtig umgegangen sind. Und das aus gutem Grund. So steht es nämlich in den Regeln. Dort heißt es: „Ein Spieler erhält eine Gelbe Karte und wird verwarnt, wenn er eines der folgenden sieben Vergehen begeht . . .“ Unterpunkt zwei lautet: „Protestieren/Reklamieren durch Worte oder Handlungen.“

Und nichts anderes tun die Schiedsrichter nun auch in den Profiligen. Sie greifen härter durch. Dass das der Fernseh-Fußball-Konsument erst einmal für überzogen hält, ist nachvollziehbar. Die Fans, die aber auch die Amateurligen bis hinunter zur Kreisliga C regelmäßig besuchen, dürfte das weit weniger schockieren.

„Die Schiedsrichter setzten nun etwas um, das längst im Regelwerk steht“, findet Kaatz. Die obersten Regel-Bosse haben also eigentlich etwas aus den unteren Klassen übernommen. Für die Amateur- und Hobbyschiedsrichter ist das sicherlich ein positives Zeichen.

So ist es wohl auch zu erklären, dass es vom Deutschen Fußball Bund (DFB) bisher keine Mitteilung an die Fußballkreise gab, dass etwas geändert oder anders ausgelegt werden müsse. „Die Regel hat sich ja nicht geändert“, weiß auch Philipp Hagemann als Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses. „Es passiert doch öfter mal, das andere Schwerpunkte gesetzt werden.“

Und eben das wird gerade in den Top-Ligen getan. Ob sich dadurch auch in den Amateurligen etwas ändert, bleibt abzuwarten. Zu erwarten ist das aber eher nicht. Vielmehr dürfte das Verständnis für Entscheidungen der unterklassig pfeifenden Unparteiischen größer werden.

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