Fußball: Bezirksliga 12
Martin Röös von der SG Telgte ist kein Mann fürs Grobe

Telgte -

Martin Röös ist Kapitän und Taktgeber der SG Telgte. „Er gehört zu den besten Sechsern der Liga“, sagt sein Trainer Mario Zohlen. Seit der F-Jugend spielt Röös bei der SG, vier Jahre hat der heute 27-Jährige zwischenzeitlich bei drei anderen Vereinen verbracht. Ein Experiment mit ihm als Innenverteidiger war nicht von Erfolg gekrönt.

Samstag, 15.02.2020, 08:03 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 14:41 Uhr
SG-Kapitän Martin Röös
SG-Kapitän Martin Röös Foto: Aumüller

Das Comeback von Martin Röös bei der SG Telgte war nicht prickelnd. Im ersten Saisonspiel im August 2018 führte der Fußball-Bezirksligist mit 2:0 gegen Teuto Riesenbeck, am Ende stand es 2:2. Röös, auf ungewohnter Position eingesetzt, flog kurz vor Schluss mit einer Roten Karte vom Platz.

„Ich hatte viel vor, und dann kommt der Trainer auf die glorreiche Idee, mich Innenverteidiger spielen zu lassen“, lacht Röös heute. Ein feiner Fuß für die eher grobe Arbeit, das konnte nicht gutgehen. Er lacht: „Ich habe unserem Trainer gezeigt, dass das keine gute Idee war.“

Auch Mario Zohlen schmunzelt über das Experiment von damals. „Klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters beim Platzverweis – und des Trainers, Martin dort spielen zu lassen“, witzelt der SG-Coach.

Wenn die Telgter am morgigen Sonntag zu Hause gegen den VfL Wolbeck (15 Uhr, Kunstrasen im Takko-Stadion) die Winterpause beenden, wird Röös da aufgestellt, wo er hingehört: ins zentrale defensive Mittelfeld. Mittlerweile sei das seine Lieblingsposition. „Man hat Einfluss auf das Spiel, kann das Tempo bestimmen, und ist nicht, wie auf den Außenbahnen, auf Anspiele angewiesen“, sagt der 27-Jährige.

„Ab und zu könnte er noch dominanter sein und mehr Einfluss nehmen“, meint Zohlen. Trotzdem ist der Coach überzeugt: „Martin gehört zu den besten Sechsern der Liga.“ Der Spieler selbst ist zunächst froh, jetzt mal länger verletzungsfrei zu sein. In beiden Knien hatte er sich schon das Außenband gerissen.

Bei der SG wussten sie ja schon immer, was sie an Röös haben. Bis auf vier Jahre hat der Techniker seit der F-Jugend stets bei seinem Heimatverein gekickt. Nur in der A-Jugend war er beim TSV Handorf ( Bezirksliga ) und beim SC Münster 08 (Landesliga) aktiv, und dann von 2016 bis 2018 mit dem TuS Freckenhorst in der Bezirksliga. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann wohnt zwar inzwischen in Münster, arbeitet aber in Telgte – als Produktmanager bei Takko. Er ist der Sohn von Jürgen Röös, früher Trainer in Westbevern, Telgte und Ostbevern.

Bei der SG ist Martin Röös nicht nur Taktgeber im Mittelfeld, sondern auch Kapitän. Eine „super Wertschätzung“ sei das, freut er sich über das Amt. „Martin lebt Fußball und ist sehr, sehr zuverlässig“, lobt Zohlen. „Er sagt immer seine Meinung, auch wenn die nicht mit der des Trainers übereinstimmt.“

Worin sie sich einig sind: Mit der bisherigen Saison darf die Truppe zufrieden sein. Sie steht auf Platz elf, fünf Punkte vor einem Abstiegsrang. Auch wenn die Mannschaft den Klassenerhalt schafft, darf sie nicht auf eine Ehrentafel im Takko-Stadion hoffen. „Das ist meine sechste Bezirksliga-Saison mit Telgte. Die Qualität der Liga ist in diesem Jahr die schwächste“, meint Röös. So sähen das auch andere langjährige Teamkollegen.

„Wir sind trotzdem auf einem richtig guten Weg“, so der Regisseur. „Die Wintervorbereitung lief erstaunlich gut. Das lässt auf einiges hoffen.“ Zunächst am Sonntag gegen Wolbeck: „Zu Hause auf Kunstrasen sollten drei Punkte unser Ziel sein.“ Röös ist ehrgeizig genug, mit der SG in dieser Saison noch den einen oder anderen Platz hochklettern zu wollen.

Ist er auch ehrgeizig genug, es mal in der Landesliga zu probieren? Ausschließen will Martin Röös das nicht, kurzfristig ist es aber kein Thema. „Ich habe der SG Telgte schon meine Zusage für die nächste Saison gegeben. Für mich stand nichts anderes zur Debatte“, sagt der Ballverteiler. Wenn Frank Busch ihn dann auch mal als Verteidiger testen will, sollte man dem künftigen SG-Trainer vielleicht lieber erst von dem Versuch im August 2018 erzählen.

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