Fußball: Kreisliga A 2
„Es tut unfassbar weh“ – TuS Ascheberg feuert Martin Ritz

Ascheberg -

Der TuS Aschberg und Martin Ritz gehen ab sofort getrennte Wege. Der sportliche Leiter des A-Ligisten, Oliver Gellenbeck, hofft auf einen „neuen Impuls“, der geschasste Trainer aus Telgte versteht die Welt nicht mehr. Die Interimsnachfolge ist bereits geklärt.

Mittwoch, 14.10.2020, 12:53 Uhr
Muss nach gut zwei, überwiegend erfolgreichen Jahren seinen Stuhl beim TuS räumen: Martin Ritz.
Muss nach gut zwei, überwiegend erfolgreichen Jahren seinen Stuhl beim TuS räumen: Martin Ritz. Foto: flo

Martin Ritz war vom Anruf des sportlichen Leiters ziemlich überrascht. Anfang der Woche teilte Oliver Gellenbeck Ritz mit, dass der ab sofort nicht mehr Trainer des A-Ligisten TuS Ascheberg sei. Dass Gellenbeck nicht Manns genug gewesen sei, ihm die Nachricht persönlich zu überbringen, irritiert den Geschassten zusätzlich: „So was macht man nicht in einem Fünf-Minuten-Telefonat.“ Und auch den Vorwurf des sportlichen Leiters, Ritz habe zuletzt die Mannschaft nicht mehr erreicht, lässt der Ex-Coach kaum gelten: „70 Prozent der Spieler haben mir über WhatsApp mitgeteilt, dass sie die Entscheidung bedauern.“ Und dann gewährt Ritz, dieser hochemotionale Mensch, noch einen Einblick in sein Innenleben: „Es tut unfassbar weh.“

Etwas nüchterner ordnet Gellenbeck die Dinge ein. Die Mannschaft brauche nach dem verpatzten Saisonstart „einen neuen Impuls“. Das Team sei in den vergangenen Wochen, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage gewesen, ihr Leistungsvermögen abzurufen. Als Beispiele führt der sportliche Leiter den blutleeren Auftritt im Derby beim SV Herbern 2 (1:3) und die jüngste Niederlage gegen den SV Rinkerode (2:3) an, als der TuS eine „schmeichelhafte“ (Gellenbeck) 2:0-Pausenführung nicht über die Zeit gebracht habe.

„Haben Martin viel zu verdanken“

Gellenbeck, der das Team bis auf Weiteres gemeinsam mit dem derzeit verletzten Benedikt Vester und wohl auch dem bisherigen Ritz-Assistenten Oliver Glanemann coachen wird, räumt gleichwohl ein, dass der Trainer-Rauswurf dem Abteilungsvorstand und ihm alles andere als leicht gefallen sei: „Martin hat in den knapp zweieinhalb Jahren einen Riesenjob gemacht. Die Mannschaft lag nach dem Bezirksligaabstieg ja förmlich am Boden. Dass das Team danach nicht durchgereicht wurde und sich 2019/20 im Vorderfeld etabliert hat, ist zu einem großen Teil dem Trainer zu verdanken.“

Auch lässt Gellenbeck nicht unerwähnt, dass drei der vier hochkarätigen Neuzugänge langzeitverletzt sind (Vester, Schahab Hajizadah) oder in den ersten Wochen privat verhindert waren (Tobias Kofoth). Gleichwohl sei der Kader immer noch breit und qualitativ gut genug, um mühelos die Klasse zu halten. Weil aber die Saison so kurz wie nie sei und die Hinrunde zur Hälfte rum, sei die Trennung auch deshalb nötig gewesen. Damit Ascheberg rasch in ruhigeres Fahrwasser komme.

Dass seine ehemaligen Schützlinge in fünf Partien nur drei Punkte gesammelt haben, führt Ritz einerseits auf die vielen Ausfälle zurück, mehr noch aber darauf, „dass die gesamte Konkurrenz uns vor der Saison auf den Favoritenschild gehievt hat. Das kriegen die Spieler nicht verpackt. Dazu sind sie mit im Schnitt 24 Jahren immer noch zu jung.“ Trotzdem kartet Ritz nicht nach: „Mir ist dieser verschworene Haufen sehr, sehr ans Herz gewachsen. Daher hoffe ich, dass er so rasch wie möglich die Kurve kriegt.“

Gellenbeck sieht derweil keine Eile bei der Suche eines Nachfolgers geboten: „Falls nötig, werden wir in der geplanten Dreier-Konstellation bis zum Jahresende oder sogar darüber hinaus arbeiten.“ Der neue Mann müsse – wie Ritz – in der Lage sein, Talente zu entwickeln. Ob er eine TuS-Vergangenheit besitzt oder nicht, sei dagegen nachrangig. Und Ritz? Ist „für alles offen“. Wenngleich er, im Privaten wie im Beruflichen, so ausgelastet sei, „dass mir, auch ohne Fußball, bestimmt nicht langweilig wird.

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