Super zufrieden und super stolz
USC-Talente liefern Stuttgart beim 1:3 großen Kampf / Leider nur 200 Zuschauer

Münster -

Die zweite Damenmannschaft des USC Münster hat das Achtelfinale im DVV-Pokal erwartungsgemäß verloren. Doch auf diese jungen Spielerinnen darf sich die Bundesliga freuen. 1:3 (25:20, 18:25, 18:25, 19:25) unterlag der Zweitligist gestern Abend dem Erstligisten Allianz MTV Stuttgart. Nachher sah man dennoch nur strahlende Gesichter. „Ich bin super zufrieden und super stolz. Die Mädchen haben das klasse gemacht“, konstatierte USC-Trainer Peter Pourie.

Mittwoch, 07.11.2012, 22:11 Uhr

Super zufrieden und super stolz : USC-Talente liefern Stuttgart beim 1:3 großen Kampf / Leider nur 200 Zuschauer
Ohne Respekt: Marlene Möller knallt den Ball durch den Stuttgarter Doppelblock. Die 19-Jährige zählt gestern Abend zu den Besten im starken USC-Team. Foto: Jürgen Peperhowe

Leider nur 200 Zuschauer sahen die Begegnung, Münsters Volleyball-Gemeinde hat ihr Herz für den hoch talentierten Nachwuchs offenbar noch nicht entdeckt. Dabei hätte sich das Kommen für kleinen Eintritt wirklich gelohnt. Von Beginn an mischten die Unabhängigen erfrischend forsch und mutig mit. Nach dem nahezu perfekten ersten Satz durften sie sogar von einer Sensation träumen. Stuttgarts Coach Jan Lindenmair schritt vor dem Anpfiff gewohnt lässig über das Parkett. 15 Minuten später veränderte er sich zu einem Fragezeichen in Menschengestalt. Das wilde Treiben des eigenen Teams ging ihm irgendwann so sehr an den Nerv, dass er seinen Notizblock frustriert zu Boden schleuderte. Münster durfte dies als Kompliment werten, Pouries Schützlinge fühlten dem Favoriten gewaltig auf den Zahn. Der Aufschlag war gut, der Block stand prächtig und im Angriff fackelten Louisa Lippmann, Wiebke Silge und Marlene Möller nicht lange. Souverän gestaltete der Außenseiter den ersten Spielabschnitt. Nach 26 Minuten brachte Möller den Ball rotzfrech zu Boden – 1:0 für den USC, klasse. Stuttgart wurde danach zwar ein bisschen stabiler, doch ein Klassenunterschied tat sich auch in den folgenden Sätzen nicht auf. Im zweiten Durchgang hielt die leidenschaftlich kämpfende Mannschaft bis zum 18:20 mit. Im dritten bis zum 18:21. Und im Schlussabschnitt bäumte sie sich beim 7:18-Zwischenstand sogar in aussichtsloser Situation noch einmal auf. Das verdiente größten Respekt. Ja, da wächst eine Generation heran, von der man definitiv noch sehen, hören und lesen wird. Zurecht freute sich Pourie nach dem 103minütigen Schlagabtausch mit seinen Schützlingen. „Wir waren in jedem Satz dran. Und wenn wir unser Annahme-Niveau hätten stabilisieren können, wäre sogar noch mehr möglich gewesen.“ Pokal war für die „Zweite“ des USC Münster gestern. Nun ruft wieder der Alltag im Bundesliga-Unterhaus. Am kommenden Samstag tritt die Mannschaft bei VC Olympia Berlin II an.

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