Wiebke Silge von der WM zurückgekehrt
Sonderlob von der „Fürstin“

Triest -

Wiebke Silge, Mittelblockerin in Diensten des USC Münster, erntete für ihren mutigen Auftritt bei der WM in Italien Lob von vielen Seiten.

Montag, 06.10.2014, 16:10 Uhr

Wiebke Silge am Netz und in Aktion: Die Münsteranerin konnte trotz des enttäuschenden Abschneidens des DVV-Teams viel Positives von der EM mitnehmen.
Wiebke Silge am Netz und in Aktion: Die Münsteranerin konnte trotz des enttäuschenden Abschneidens des DVV-Teams viel Positives von der EM mitnehmen. Foto: dpa

Am Ende gab es Lob aus berufenem Munde für Wiebke Silge , Mittelblockerin beim USC Münster : „Wiebke hat ein fantastisches Spiel gemacht.” Das Kompliment kam von Christiane Fürst , selbst auf dieser Position seit Jahren in der Nationalmannschaft aktiv und schon oft bei internationalen Turnieren als Beste auf der Mitte ausgezeichnet. Fürst hat seit 2003 337 Länderspiele bestritten, war bei Olympischen Spielen , Welt- und Europameisterschaften, und stand am Samstag beim 3:0 gegen Belgien bei der WM-Zwischenrunde in Triest neben Wiebke Silge in der Stammsechs. Tags darauf spielten sie erneut gemeinsam beim 3:0 gegen Aserbaidschan, und jubelten, als Silge mit einem Aufschlag-Ass den zweiten Matchball verwandelte. Als WM-Neunte kehrte sie am Montagabend nach Münster zurück, mit 16 Länderspielen auf dem Konto.

Das Lob der Fürstin nach ihrem beherzten Auftritt hatte sie gar nicht mitbekommen, erst später erfuhr sie durch die Medienvertreter davon und freute sich: „Das ist eine schöne Bestätigung.” Bundestrainer Giovanni Guidetti zeigt sich auch sehr angetan von der Münsteranerin, die im Juli erst 18 geworden ist: „Wiebke hat eine tolle Entwicklung in diesem Sommer gemacht.”

Es ist ihre erste Phase als Nationalspielerin, „alles ging Schlag auf Schlag und ist noch unwirklich”, sagt sie in Triest. Anfang des Jahres kam die Einladung, an einem Tag, an dem Silge nicht im Training war, da sie zuvor mit der Jugend-Nationalmannschaft unterwegs war. Erst glaubte sie, die USC-Kolleginnen wollten sie veräppeln.

Sprunghaft ging es weiter, Zeit zum Verschnaufen blieb kaum. Für eine junge Spielerin mit wenigen Bundesliga-Einsätzen eine aufregende Zeit. Erstes Trainingslager in Heidelberg, Sieg beim internationalen Turnier in Montreux, die Euroleague, der Grand Prix und schließlich die Weltmeisterschaft in Italien . Bei der sollte eigentlich eine Medaille herausspringen, doch die DVV-Auswahl leistete sich drei Niederlagen in der Vorrunde, fing an, an sich zu zweifeln und kam in der Zwischenrunde auch nur auf die Siege gegen Belgien und Aserbaidschan.

An Wiebke Silge hat es nicht gelegen, die hat stets versucht, ruhig zu bleiben und den Fokus auf das Spiel zu halten. Zu den beeindruckendsten Momenten zählt sie das Vorrundenspiel gegen Italien in Rom: „Bei den Heimspielen des USC ist es ja schon laut, aber was da veranstaltet wurde, war der Wahnsinn.” 11 000 Tifosi trieben ihr Team zum 3:1. Silge kam gegen Ende des Spiels kurz zum Einsatz, zuvor feierte sie beim 3:0 gegen Tunesien ihre WM-Premiere. Insgesamt hat sie in sieben von neun Spielen mitgewirkt, die letzten beiden durfte sie durchspielen.

Dabei sieht sich die Schülerin des Pascal-Gymnasiums noch nicht vollends festgelegt auf die Rolle als Mittelblockerin. „Ab und zu habe ich es auf der Diagonalposition versucht, das macht auch Spaß.” Sie sei ja noch jung, „mal sehen, wohin sich das entwickelt.” Der Bundestrainer braucht überall Verstärkung, Silge ist eine, die er einplant für die Zukunft. Wie die aussieht, ist noch offen, unmittelbar nach WM-Ende begann die Aufarbeitung und Guidetti fordert Konsequenzen, die er in Gesprächen mit Mannschaft und Verband ausloten will.

Anfang nächsten Jahres will Wiebke Silge erst einmal das Abitur unter Dach und Fach bringen. Was dann kommt, ist offen: „Ich bin für alles ansprechbar. Wenn die Nationalmannschaft wieder ruft, bin ich gern dabei.” Die WM soll erst der Anfang einer spannenden Zeit gewesen sein.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2791958?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F685692%2F2596133%2F4847542%2F
1100 vertrauliche Mails mitgelesen
Das Auslesen des Passwortes machte es möglich, sich Zugriff auf das Mailkonto des Greveners zu verschaffen. Der Täter soll pikanterweise ein Familienmitglied sein.
Nachrichten-Ticker