Interview mit Volleyballerin Anne-Kathrin Schade
Mauerfall erlebte DDR-Nationalspielerin im Osten Asiens

Münster/Bielefeld -

Löbau ist eine schmucke Kreisstadt im Landkreis Görlitz in der sächsischen Oberlausitz. Dort wurde Anne-Kathrin Schade (Foto) am 26. Juni 1968 geboren. 21 Jahre vor dem Mauerfall. Die ehemalige Volleyballspielerin des USC Münster hat vor der Wende 34-mal für die einstige DDR gespielt und später 60-mal für die Auswahl der Bundesrepublik. Den denkwürdigen 9. November 1989 erlebte sie im Osten – im Osten Asiens.

Freitag, 07.11.2014, 17:11 Uhr

Interview mit Volleyballerin Anne-Kathrin Schade : Mauerfall erlebte DDR-Nationalspielerin im Osten Asiens
Anne-Katrin Schade (3.v.r.) im USC-Kreis mit (v.r.) Tom Kleine Holthaus, Ulrike Schmidt, Eva Stepancikova, Gudula Krause und Tanja Hart. Foto: Jürgen Peperhowe

Frau Schade , welche Erinnerungen haben Sie an den 9. November 1989?

Anne-Kathrin Schade: Äußerst emotionale, selbst wenn ich nicht vor Ort war. Wir spielten mit der Nationalmannschaft der ehemaligen DDR beim Weltcup in Japan . Das Turnier geriet beinahe in den Hintergrund. Wir haben die ganze Zeit CNN geschaut und waren in heller Aufregung. Das alles hat mich so berührt. Es sind so viele Tränen geflossen. Wegen der Zeitverschiebung hatten wir zunächst leider keinen Kontakt zu unseren Familien. Außerdem hatte nicht jeder damals ein Telefon.

Wann haben Sie Westberlin das erste Mal betreten?

Schade: Das war etwa zwei Wochen später mit meiner Mutter. Wir waren gerade aus Japan zurück. Wir haben allerdings nichts gekauft, sondern uns nur voller Begeisterung alles Mögliche angesehen.

Und was war das Erste, was Sie aus dem Westen haben mussten?

Schade: Eine verdammt coole Jeans. Die habe ich mir zeitnah geleistet. Ich war jung, wollte trendy sein.

Sind Sie mittlerweile ein richtiger „Wessi“?

Schade: Das kann man sagen. Ich habe mich all die Jahre in Münster so wohlgefühlt. Und jetzt lebe ich in der Nähe von Bielefeld. Das alles prägt.

Und trainieren eine Oberliga-Männermannschaft im Volleyball?

Schade: Das wollte ich eigentlich nie. Aber es hat sich so ergeben. Ich habe denen gesagt: Wenn ihr damit klarkommt, ist das in Ordnung.

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