Volleyball: Bundesliga
Schwacher Start, starkes Ende: USC Münster benötigt beim 1:3 einen langen Anlauf

Münster -

Am Ende gab es zwar nichts Zählbares, aber Lob vom Gegner und Applaus von den Rängen. Mit einer Niederlage starteten die Volleyballerinnen des USC Münster am Mittwochabend in die Bundesliga-Saison. Beim 1:3 (14:25, 20:25, 25:18, 21:25) gegen Titelaspirant Dresdner SC sahen die Zuschauer erst viel Schatten und später viel Licht.

Mittwoch, 31.10.2018, 22:30 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 22:14 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 31.10.2018, 22:30 Uhr
Auch die niederländische Auswahlspielerin Juliet Lohuis hat gegen Dresden Anlaufprobleme. Mit zunehmender Spielzeit steigerte sich – die galt auch für alle Mitspielerinnen.
Auch die niederländische Auswahlspielerin Juliet Lohuis hat gegen Dresden Anlaufprobleme. Mit zunehmender Spielzeit steigerte sich – die galt auch für alle Mitspielerinnen. Foto: Jürgen Peperhowe

Halloween auf vielen Partys in der Stadt, ein bisschen Grusel auch in der Sporthalle Berg Fidel. Es ging wenig bis nichts beim USC im ersten Satz. Wollte die Mannschaft zu viel? War Dresden zu gut? Wohl eine Melange dessen ließ Münster schlecht aussehen. Lena Vedder sorgte für den ersten Punkt der neuen Saison, bis zum 6:7 hielt der Hausherr noch leidlich mit. Danach setzte sich der DSC mit einem 7:0-Lauf auf 14:6 ab. Münsters Spiel war vogelwild, die Fehlerquote immens. Annahme? Schwach. Angriff? Nicht besser. Selbst Nationalspielerin Ivana Vanjak fand keinerlei Zugriff. Spielerisch leicht glitt Dresden um die starke Zuspielerin Maren von Römer durch den Satz. Wirklichen Widerstand leistete beim USC nur die Jüngste, Luisa Keller (17). Rotzfrech sammelte sie vier Punkte.

Münster wurde ein bisschen lockerer mit Beginn des zweiten Abschnitts. Beim 10:10 waren beide Teams gleichauf. Zum Glück für den Gastgeber gestatteten sich nun auch die Sachsen Schwächen. Aber sie waren dann, wenn es wirklich wichtig wurde, immer in der Lage, die Zügel wieder in die Hand zu nehmen. Und sie verteidigten fabelhaft. Auch als der USC mit großem Kampfgeist und Teresa Mersmann an der Aufschlaglinie von 15:20 auf 19:20 herankam. Fünf der nächsten sechs Punkte gingen direkt wieder an Dresden – und damit auch der Satz.

Zahlen und Fakten

USC: Mareike Hindriksen, Juliet Lohuis, Kazmiere Brown, Ivana Vanjak, Luisa Keller, Lena Vedder, Lisa Thomsen (Libera) – eingewechselt: Teresa Mersmann; Juliane Langgemach, Lina Alsmeier

Zuschauer: 1608

Spieldauer: 101 Minuten

Satz 1: 1:0, 1:4, 6:7, 6:14, 10:17, 11:20, 14:25

Satz 2: 1:4, 6:8, 11:11, 11:16, 15:20, 19:20, 19:22, 20:25

Satz 3: 3:0, 7:3, 8:7, 13:9, 14:13, 18:14, 23:16, 25:18

Satz 4: 1:3, 4:6, 7:7, 8:12, 13:15, 16:17, 16:19, 17:21, 20:22, 21:23, 21:25

Beste Spielerinnen: Ivana Vanjak (USC) – Nikola Radosova (DSC)

Die nächsten Spiele: Achtelfinale im DVV-Pokal, VC Grimma - USC Münster (Freitag, 20 Uhr); Bundesliga, 2. Spieltag: SSC Palmberg Schwerin - USC (Mittwoch, 18.30 Uhr)

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Auch das Spiel? Nö. Beim USC war die Kämpfer-Qualität geweckt. Und der 3:0-Start gab dem Team Energie und Überzeugung. Vanjak (sieben Punkte im dritten Durchgang) war nun in WM-Form, Juliet Lohuis, ebenfalls in Japan am Ball, zog mit. Und prompt stand der Favorit im Gegenwind. Und bekam Saures. Die Begegnung hatte nun richtig gutes Niveau. Zum 16:13 und 18:14 waren die Unabhängigen zweimal mit dem Block zur Stelle, sie krallten sich und die Führung fest bis zum 25:18.

1608 Zuschauer glaubten und hofften auf die Wende. Tatsächlich schien vieles möglich. Doch Dresden ist ein Spitzenteam und ganz selten auf Strecke um eine Antwort verlegen. Ein Punktverlust oder gar eine Niederlage hätte nach dem 1:3 im Supercup gegen Meister Schwerin so gar nicht in die Statistik des amtierenden Pokalsiegers gepasst. Und so machten sich die Sachsen auf, um die Dinge vor dem Tiebreak zu entscheiden. Beim 14:9 lag der DSC dann auch komfortabel vorn, doch noch wich Münster nicht zurück. Mit der überragenden Vanjak kämpfte sich der USC mehrfach bis auf ein oder zwei Zähler heran, zum Ausgleich reichte es jedoch nie. Doch auch als an diesem Abend alles vorbei war, behielten alle die Köpfe oben. Was ein bisschen gruselig begann, machte mit fortlaufenden Spielzeit viel Appetit auf mehr.

Kommentar

Es hat ein bisschen gebraucht, ehe der USC in der Saison angekommen ist. Was gewiss auch am Gegner lag – Dresden stellte sich direkt einmal als Klasseteam vor. Doch Münster hisste nach komplett verkorkstem Beginn nicht die weiße Fahne, sondern zog zunehmend mutiger die eigenen Waffen: Kampfkraft, Teamgeist und natürlich Qualität. Die Sätze drei und vier sollten der jungen Mannschaft Halt und Selbstvertrauen für die Zukunft geben. Und sie werden Trainer Teun Buijs im Glauben bestärken, dass Münster ein guter Standort mit ebensolcher Perspektive ist. Diese Niederlage ist keine Enttäuschung, sie spiegelt die Kräfteverhältnisse wider. Gar so weit ist Münster von der Spitze nicht entfernt. - Wilfried Sprenger

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USC Münster - Team-Kader Saison 2018/19

1/20
  • Mit diesem Team geht der USC Münster in die Saison 2018/19

    Foto: Hubertus Huvermann
  • Chiara Hoehnhorst

    Foto: USC Münster
  • Teresa Mersmann

    Foto: USC Münster
  • Mareike Hindriksen

    Foto: USC Münster
  • Luisa Keller

    Foto: USC Münster
  • Svenja Enning

    Foto: USC Münster
  • Lina Alsmeier

    Foto: USC Münster
  • Liza Kastrup

    Foto: USC Münster
  • Juliane Langgemach

    Foto: USC Münster
  • Lena Vedder

    Foto: USC Münster
  • Kaz Brown

    Foto: USC Münster
  • Lisa Thomsen

    Foto: USC Münster
  • Juliet Lohuis

    Foto: USC Münster
  • Ivana Vanjak

    Foto: USC Münster
  • Linda Bock

    Foto: USC Münster
  • Foto: USC Münster
  • Cheftrainer Teun Buijs

    Foto: USC Münster
  • Co-Trainer Marvin Mallach

    Foto: USC Münster
  • Co-Trainer Elroy Bezemer

    Foto: USC Münster
  • Foto: Hubertus Huvermann

 

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