Volleyball: Frauen-Bundesliga
Nach über zwei Stunden: USC siegt in Potsdam und sorgt sich um Vanjak

Münster -

Das liest sich doch erst einmal gut. Nach dem 3:2-Erfolg beim SC Potsdam ist der USC Münster in der noch schiefen Tabelle vorerst auf den dritten Platz gesprungen. Es war der dritte Sieg in Serie für die Unabhängigen, die sich aber vor dem Pokal-Highlight gegen Schwerin Sorgen um Ivana Vanjak machen.

Donnerstag, 22.11.2018, 06:17 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 08:47 Uhr
Immer im Bilde: Der USC feierte in Potsdam zumindest ergebnistechnisch ein versöhnliches Ende mit einem Teil seiner treuen Fans. Die Unabhängigen gewannen nach über zwei Stunden und einem abgewehrten Matchball im Tiebreak.
Immer im Bilde: Der USC feierte in Potsdam zumindest ergebnistechnisch ein versöhnliches Ende mit einem Teil seiner treuen Fans. Die Unabhängigen gewannen nach über zwei Stunden und einem abgewehrten Matchball im Tiebreak. Foto: USC

Dieser Erfolg dürfte eine Menge Selbstvertrauen für das Pokal-Viertelfinale am Samstag (19.30 Uhr) gegen den SSC Palmberg Schwerin geben. Mit zwei Punkten im Gepäck trat der USC Münster am Mittwochabend nach dem 3:2 (25:22, 23:25, 21:25, 25:23, 16:14) die lange Heimreise an und feierte damit den dritten Bundesliga-Sieg in Serie. Mit an Bord waren allerdings auch ein paar Sorgen. Münsters Nationalspielerin Ivana Vanjak verletzte sich im Tiebreak am Knie und verfolgte die dramatische Endphase von der Seitenlinie aus. „Am Ende hatten wir sicher ein wenig Glück. Aber auch wenn wir nicht immer gut gespielt haben, haben wir den Kampf angenommen“, erklärte Trainer Teun Buijs.

Schon der erste Ballwechsel gab einen Vorgeschmack auf den 125-minütigen und hart umkämpften Schlagabtausch, der wechselhaft und wellenförmig verlief – und sich beileibe nicht auf dem höchsten Niveau abspielte. Wie schon beim 3:0-Erfolg am Sonntag gegen den VfB Suhl benötigte der USC seine Zeit, um in der Partie anzukommen. Diesmal aber etwas länger als zuletzt, erst ab dem 15:19 legten die Unabhängigen ihre Hemmungen ab.

Linda Bock zum 20:20

Dabei setzten die Youngsters Lina Alsmeier, Luisa Keller und Linda Bock – sie kam immer wieder für Kazmiere Brown und sorgte mit einem Aufschlagspunkt für das 20:20 – die Akzente. Auch wenn die etablierten Vanjak und die stark spielende Juliane Langgemach mit den Punkten 24 und 25 den Satzgewinn dingfest machten.

Spätestens jetzt war der Gast vor 718 Zuschauern voll in der Partie. Das eigene Spiel wirkte nun stabiler als das des SCP, der immer wieder Fehler einstreute. Nach einem wilden Ballwechsel und dem Zähler von Keller hatte Münster das Momentum auf seiner Seite – und gab es durch die 1:10-Serie prompt wieder ab. Die Angriffsbemühungen scheiterten häufig im Potsdamer Block, die ansonsten so sichere Punktelieferantin Vanjak blieb nicht nur in dieser Phase blass. Der zweite Abschnitt kippte, auch weil SCP-Angreiferin Marta Drpa nun verlässlich scorte.

Zahlen und Fakten

USC: Mareike Hindriksen, Ivana Vanjak, Lina Alsmeier, Luisa Keller, Kazmiere Brown, Juliane Langgemach, Lisa Thomsen (Libera) – eingewechselt: Linda Bock, Teresa Mersmann

Zuschauer: 718

Spieldauer: 125 Minuten

Satz 1: 1:0, 3:4, 6:5, 8.10, 12:16, 15:17, 16:20, 20:20, 20:21, 24:21, 25:22

Satz 2: 2:0, 4:1, 5:5, 9:5, 9:9, 11:9, 15:11, 15:15, 16:21, 21:22, 23:23, 23:25

Satz 3: 0:2, 5:3, 7:7, 9:8, 15:8, 15:14, 16:14, 16:19, 19:21, 21:22, 21:25

Satz 4: 2:1, 4:2, 8:4, 9:7, 13:8, 14:11, 16:12, 17:15, 19:20, 23:21, 23:23, 25:23

Satz 5: 1:0, 4:2, 8:4, 11:8, 12:12, 13:14, 16:14

Wertvollste Spielerinnen: Juliane Langgemach (USC)– Anne Hölzig (SCP)

...

Die muntere Berg- und Talfahrt der beiden Teams setzte sich unvermindert und mit steigender Spannung fort. In Durchgang drei marschierte erneut die Buijs-Mannschaft davon und hatte zwischenzeitlich gar ein sieben Zähler dickes Polster – allein es reichte nicht. Wieder war es der Mix zwischen der eigenen Fehlerquote und dem Aufkommen des Gegners, der diesmal mit einem 11:1-Lauf das Blatt wendete. „Beim Spielstand von 15:8 sollte man sich eigentlich nicht verunsichern lassen und es nach Hause bringen. Aber wir haben Potsdam zurück ins Spiel gebracht“, so Buijs.

Der USC drohte mit leeren Händen zurück an den Berg Fidel fahren zu müssen, spätestens als ihm zum wiederholten Male komfortable Führungen (13:8, 17:13) aus den Händen glitten. Doch mit Willen, Moral und unbändigem Kampfgeist stemmte sich Münster gegen die drohende Niederlage und ließ sich nach Drpas 20:19 nicht aus der Ruhe bringen. Der Mittelblock Langgemach/Brown brachte die Unabhängigen in Position, die Zuspielerin Mareike Hindriksen mit einem Servicewinner gegen Anne Hölzig in den Tiebreak hievte.

Langgemach wehrt Matchball

In dem legte der USC vor, machte das erste Break zum 4:2 und baute durch den Hinterfeld-Angriff Vanjaks auf 8:4 aus – es war ihre letzte Aktion. Und wie sollte es auch anders sein, auch dieser Vorsprung war plötzlich wieder dahin, nach einem Langgemach-Fehler hatte Potsdam beim 14:13 Matchball. Doch die Blockerin bügelte ihren Fauxpas direkt und cool wieder aus, Alsmeier und Hindriksen per Block gegen Hölzig ließen Münster jubeln. Der Kraftakt hatte sein Happy End, das aber nicht frei von Sorgen ist.

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