Volleyball: DVV-Pokal der Frauen
Der USC unterliegt Schwerin mit 0:3 und muss lange auf Ivana Vanjak verzichten

Münster -

Das war nichts zu holen: Der USC Münster unterlag im Pokal-Viertelfinale dem Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin mit 0:3. Viel schlimmer aber war die Nachricht, die schon vor der Partie die Runde in der Halle Berg Fidel gemacht hatte. Für Münsters Top-Angreiferin Ivana Vanjak ist die Saison beendet.

Samstag, 24.11.2018, 21:34 Uhr aktualisiert: 26.11.2018, 09:46 Uhr
Aller Einsatz war vergebens: Kazmiere Brown, hier im Netzduell mit Jennifer Geerties (h.) und Beta Dumancic, war mit dem USC gegen Schwerin chancenlos.
Aller Einsatz war vergebens: Kazmiere Brown, hier im Netzduell mit Jennifer Geerties (h.) und Beta Dumancic, war mit dem USC gegen Schwerin chancenlos. Foto: Jürgen Peperhowe

Der USC Münster muss mindestens ein weiteres Jahr warten, um erstmals seit 2006 wieder ein Pokal-Endspiel zu erreichen. Im Viertelfinale unterlag der Volleyball-Bundesligist dem Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin mit 0:3 (18:25, 16:25, 14:25) und hatte dabei schon im Vorfeld eine Hiobsbotschaft zu verdauen.

Es war keine schlechte, es war eine ganz, ganz schlechte Nachricht, die den USC im Vorfeld ereilt hatte. Den 3:2-Erfolg am Mittwoch beim SC Potsdam hatten die Unabhängigen teuer bezahlt: Lisa Thomsen brach sich dort bei einem Zusammenprall das Nasenbein und konnte immerhin mit einer Maske gegen Schwerin spielen. Schlimmer erwischt hat es dagegen Ivana Vanjak. Die Nationalspielerin und Hauptangreiferin riss sich im Tiebreak das Kreuzband und fällt für den Rest der Saison aus. Ein herber Rückschlag für die Ambitionen, die der USC auch gegen den SSC insgeheim gehegt hatte.

Das durchaus berechtigt, wie das Bundesliga-Treffen (1:3) in Schwerin vor knapp drei Wochen gezeigt hatte. Und auch in der Anfangsphase am Samstagabend schien Münster zunächst unbeeindruckt und lag nach einem guten Aufschlag von Juliane Langgemach und einem Punkt von Kazmiere Brown gleich einmal 6:3 in Führung. Es war die letzte in der gesamten Partie. Schwerin legte in der Folge zu und war nach der ersten 5:0-Serie zum 8:6, spätestens aber nach den drei Blocks in Serie gegen Luisa Keller und zwei Mal Langgemach zum 13:8 in der Spur. Münster hatte nur wenig bis kaum Zugriff auf das Geschehen, gerade SSC-Nationalspielerin Kimberly Drewniok bereitete dem Gastgeber Probleme. Die Verhältnisse waren schnell gerade gerückt, der Meister sicherte sich ungefährdet Abschnitt eins.

Auch Lohuis fehlt weiter

Und so machte Schwerin auch weiter, auch wenn Münster auf das 0:4 zunächst mit vier Zählern in Serie eine Antwort fand. Es war aber nur einer von wenigen Höhenflügen, zu denen der USC ansetzen konnte. Auf der einen Seite war Münster ohne Vanjak und die weiter verletzte niederländische Nationalspielerin Juliet Lohuis in dieser Besetzung nicht in der Lage, den Favoriten zu bedrängen. Die Ordnung und Abstimmung fehlten spürbar, die Abläufe saßen nicht so sicher wie zuletzt. Bestes Beispiel war der gebaggerte Ball von SSC-Kapitänin Jennifer Geerties, der beobachtet vom USC-Sextett unberührt auf den Boden segelte. „Es war klar, dass wir so keine Chance hatten. Ich bin mir sicher, dass wir mit einem kompletten Team eine Möglichkeit gehabt hätten, Schwerin zu schlagen. So aber war es ganz bitter“, erklärte USC-Trainer Teun Buijs frustriert.

Zahlen und Fakten

USC: Mareike Hindriksen, Liza Kastrup, Luisa Keller, Lina Alsmeier, Kazmiere Brown, Juliane Langgemach, Lisa Thomsen (Libera) – eingewechselt: Linda Bock, Lena Vedder, Teresa Mersmann, Chiara Hoenhorst, Svenja Enning

Zuschauer: 1007

Spielzeit: 72 Minuten

Satz 1: 1:2, 6:3, 6:8, 9:15, 12:18, 15:22, 18:23, 18:25

Satz 2: 0:4, 4:4, 5:12, 7:16, 10:18, 13:18, 14:21, 16:25

Satz 3: 2:2, 4:4, 5:8, 9:11, 11:16, 13:24, 14:25

Wertvollste Spielerinnen: Lina Alsmeier (USC) – Denise Hanke (SSC)

Das nächste Spiel: Münster - Allianz MTV Stuttgart (Sonntag, 2. Dezember, 14.30 Uhr, Berg Fidel)

...

Auf der anderen Seite gab sich Schwerin keine Blöße und zog mit hoher Qualität wie Konsequenz sein Spiel eiskalt durch. Das Ergebnis: Der zweite Satz war erneut eine einseitige Angelegenheit, auch wenn niemand der 1007 Zuschauer dem USC mangelnden Einsatz und Willen vorwerfen konnte. „Kompliment an die Mannschaft. Wir fighten immer und geben nicht auf“, sagte Thomsen, die trotz ihrer Verletzung eine gute Leistung zeigte.

Drewniok verwandelt Matchball

Doch Kampfgeist allein reichte nicht, der Qualitätsunterschied zwischen dem gebeutelten Herausforderer und dem nahezu in Bestbesetzung angetreten Meister war mindestens eine Nummer zu groß. So spulte der SSC sein Pensum weiter souverän herunter und war nach 72 Minuten und dem Punkt von Drewniok einer der vier Pokal-Halbfinalisten. Der USC dagegen muss sich erst einmal sammeln.

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