Volleyball: Bundesliga Frauen
USC nach Vanjak-Aus in Notlage und auf der Suche nach Lösungen

Münster -

Die Verletzung von Ivana Vanjak hat den USC Münster aus dem Tritt gebracht. Die WM erweist sich für den Verein im Nachhinein als schwere Bürde. Trainer Teun Buijs richtet auch Vorwürfe an Bundestrainer Felix Koslowski. Hinter den Kulissen arbeitet der nicht auf Rosen gebettete Club an einer Nachbesserung.

Montag, 26.11.2018, 16:14 Uhr aktualisiert: 26.11.2018, 16:25 Uhr
Enttäuschte Gesichter: Die USC-Volleyballerinnen waren im Pokal-Viertelfinale gegen Schwerin ohne ihre Top-Angreiferin Ivana Vanjak chancenlos. Münsters Sie fällt lange aus und bringt ihre Mannschaft damit unfreiwillig in Nöte.
Enttäuschte Gesichter: Die USC-Volleyballerinnen waren im Pokal-Viertelfinale gegen Schwerin ohne ihre Top-Angreiferin Ivana Vanjak chancenlos. Münsters Sie fällt lange aus und bringt ihre Mannschaft damit unfreiwillig in Nöte. Foto: Jürgen Peperhowe

Als die schlechte Kunde von der schweren Verletzung Ivana Vanjaks (Kreuzbandriss) am Samstagabend die Runde in der Halle Berg Fidel machte, fielen Begriffe wie „worst case“, „Super-Gau“ oder ganz simpel „Desaster“, wie es Teun Buijs sichtlich getroffen formulierte. „Für Ivana, weil sie so lange ausfällt. Und für uns, weil sie unsere wichtigste Spielerin, unsere Problemlöserin war“, sagte der Trainer des USC Münster.

Die 0:3-Niederlage im Pokal-Viertelfinale gegen den Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin geriet beinahe zur Randnotiz, das erneute Verletzungspech der Unabhängigen war und ist Thema Nummer eins – und zudem eines mit Aufregerpotenzial. Schon Mittelblockerin Juliet Lohuis war verletzt von der WM in Japan zurückgekehrt, trotz anhaltender Beschwerden kam sie für die niederländische Nationalmannschaft in Japan zum Einsatz. Die Folge: Durch die Überbelastung fällt Lohuis mit einer Entzündung im Adduktorenbereich für unbestimmte Zeit aus. Und jetzt kommt noch Vanjak dazu. Auch ihre Verletzung, die sie in Potsdam nach einem Hinterfeldangriff erlitten hatte, stellt Buijs in Zusammenhang mit ihrer WM-Teilnahme. In der DVV-Auswahl spielte die Deutsch-Kroatin statt auf ihrer angestammten Position plötzlich im Außenangriff im Mittelblock – für Buijs nicht nachvollziehbar. „Ich war in Schwerin bei Bundestrainer Felix Koslowski und habe mit ihm darüber gesprochen. Und dennoch spielte Ivana in der Mitte. Wenn sie in der Nationalmannschaft im Sommer auf Außen den Rhythmus hätte aufnehmen können, wäre es gut gewesen. Der Wechsel aber hat sie im Kopf durcheinander gebracht, das hat sie viel Energie und Kraft gekostet. Das war gut für die Nationalmannschaft, aber eine Katastrophe für uns. Wir bezahlen jetzt den Preis dafür“, sagte Buijs.

Und der ist hoch für den USC, der mit dem Saisonstart die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Spielzeit gehegt hatte. „Wir waren auf einem guten Weg. Jetzt fangen wir wieder von ganz vorne an, das ist bitter“, erklärte Buijs, dem Axel Büring beipflichtet. „Wir hatten für unser Budget eine überragende Mannschaft. Jetzt sind wir in einer schwierigen Situation“, sagt der Vizepräsident Sport.

In der Tat ist die Lage vertrackt. Ohne die beiden Stammkräfte fehlt dem Kader qualitativ wie quantitativ die Substanz. Der U-19-Garde um Lina Alsmeier, Luisa Keller (beide machen 2019 Abitur), Linda Bock – die als Libera eingeplante 18-Jährige spielte gegen Schwerin im Angriff – oder auch Liza Kastrup (19) fällt nun mehr Spielzeit und damit auch mehr Verantwortung zu. Ein zweischneidiges Schwert, besteht doch die Gefahr, die Youngster einer zu hohen Belastung auszusetzen. „Es wird für die Jungen noch mehr. Das ist klar, da müssen wir aufpassen“, so Büring. Über die Idee, „eine Spielerin nachzuverpflichten“, denke der Club nach, wie Präsident Martin Gesigora bestätigt: „Das werden wir im Vorstand besprechen. Aber es ist wichtig, dass wir nicht in Hektik verfallen und nervös jemanden holen.“

Zumal sich die Thematik „weiterer Zugang“ schwierig gestaltet. Zwar gibt es nun durch die Übernahme der Gehälter im Verletzungsfall durch die Berufsgenossenschaft etwas finanziellen Spielraum, allein eine ge­eignete Kandidatin aufzu­stöbern, erfordert Kreativität und Glück. „Eine Spielerin zu finden, die uns sportlich sofort weiterbringt, finanzierbar ist und zu uns passt, wird schwierig“, sagt Büring. Die Lücke, die das Vanjak-Aus reißt, zu schließen, ist nicht leicht. Und doch muss es es der USC versuchen – bei allen Schwierigkeiten.

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