Volleyball: Bundesliga Frauen
USC unterliegt Stuttgart trotz zweier starker Sätze glatt

Münster -

Ein über zwei Sätze sehr guter Auftritt des USC Münster wurde am Sonntagnachmittag nicht belohnt. Mit 0:3 unterlag der Außenseiter dem Allianz MTV Stuttgart. Mit etwas Glück in den entscheidenden Sequenzen wäre aber mehr drin gewesen.

Sonntag, 02.12.2018, 15:56 Uhr aktualisiert: 02.12.2018, 20:22 Uhr
Teresa Mersmann knallt den Ball durch den Block, den Paige Tapp (l.) und Krystal Rivers bilden.
Teresa Mersmann knallt den Ball durch den Block, den Paige Tapp (l.) und Krystal Rivers bilden. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Außenseiter verkaufte sich der USC Münster zwei Sätze lang überaus teuer gegen Allianz MTV Stuttgart. Das Fehlen von Ivana Vanjak und Juliet Lohuis ließ sich natürlich nicht ganz ausblenden, doch die junge Garde kompensierte, anders als eine Woche zuvor gegen Schwerin, den Ausfall lange bemerkenswert gut. Überraschungspunkte gab es dafür dennoch nicht. 0:3 (25:27, 21:25, 15:25) stand es am Ende.

Trainer Teun Buijs lächelte ein bisschen gequält nach schwierigen Tagen, in denen er aus privaten Gründen kaum beim Team war: „Wir hatten zuletzt unsere Probleme, dafür war es gut. Unser Ziel war, schnelle Angriffe zu starten, das gut geklappt.“

Der Gastgeber begann wie in der Vorwoche, also mit Liza Kastrup auf der Diagonalposition in der Startformation. Schnell demonstrierten die Schwaben ihre Klasse in Abwehr und Angriff, was Anlass zu Änderungen gab. Beim 2:7 nahm Buijs die erste Auszeit, beim 2:9 kam Teresa Mersmann für Lina Alsmeier, die bei den MTV-Aufschlägen unter Dauerbeschuss stand. Mit Mersmanns Service und Luisa Kellers Punkten stabilisierte sich der Underdog und kam heran. „Teresa hat die Annahme, wo wir erst Schwierigkeiten hatten, hervorragend übernommen“, so der Coach. Spätestens beim 12:13 war der USC wieder schwer im Geschäft. Kleinere Schwächen ließen den Pokalsieger zwar noch mal davonziehen, doch auch einen 18:23-Rückstand holten die Unabhängigen mit starken Abwehraktionen und guten Aufschlägen von Jule Langgemach auf. „Unser Sideout war top“, so Buijs. Den dritten Satzball nutzte der Gast indes mit einem Block von Ex-Münsteranerin Julia Schaefer zur Führung.

Drei Fragen an Liza Kastrup

Mit der Verletzung von Ivana Vanjak haben sich Liza Kastrups Einsatzzeit rasant gesteigert. Allmählich wächst die 19-Jährige Diagonalangreiferin in ihre neue Rolle.Trainer Teun Buijs sagte, dass Sie Ihr bestes Spiel bislang gemacht haben. Stimmen Sie der Einschützung zu?Kastrup: Es wird langsam. Im ersten Satz hatte ich ein paar gute Aktionen, aber danach ein paar doofe. Insgesamt war schon vieles gut.Wie gehen Sie mit der Verantwortung um?Kastrup: Mit Ivana fehlt uns jetzt eine Spielerin, aber wir müssen das Beste draus machen. Unsere Teamstruktur ist gut. Wenn es für eine nicht läuft, springt eine andere ein. Nur zu viel Druck bringt keinem etwas.Was gab gegen die Stuttgarter den Ausschlag?Kastrup: Sie haben Höhe, Größe, Durchschlagskraft und entscheiden lange Ralleys für sich. Dazu der konstante Aufschlag.

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Wer dachte, dass die vergebliche Anstrengung dem Heimteam einen Knacks geben würde, irrte. Den zweiten Abschnitt gestaltete die Mannschaft lange nicht nur ausgeglichen, sondern lag auch in Führung (5:2, 10:7, 17:14). Kaz Brown, immer wieder gut eingesetzt von Mareike Hindriksen, drückte dem Spiel ihren Stempel auf. Der Favorit offenbarte Probleme, bot Lücken, machte Fehler. Doch mit dem Satzgewinn vor Augen erlitt der USC einen kleinen Einbruch, den der MTV im Stile einer Top-Mannschaft gnadenlos ausnutzte. Als Brown, Mersmann oder Keller Angriffe ohne Not ins Aus setzten, drehte sich der Spieß. Aus einem 19:17 wurde plötzlich ein 20:23. Das Ass von Jana Franziska Poll, die mit Longline-Punkten immer wichtiger für ihr Team wurde, beendete Durchgang zwei.

Anschließend war der Widerstand zwar nicht gebrochen, doch Stuttgart begab sich in einen Flow, dem Münster nur noch wenig entgegenzusetzen hatte. Die Wechseltricks von Buijs gingen nicht auf, zu oft leisteten sich seine Spielerinnen am Netz leichte Patzer. Schnell legten die Süddeutschen vor (6:1, 10:4, 16:9). Gegen Poll, die athletische Krystal Rivers oder Paige Tapp war kein Kraut gewachsen. So wurde der Satz deutlich. „Unterschätzt hat uns Stuttgart nicht. Aber es ist eine Spitzenmannschaft, die auch taktisch immer reagieren kann. Am Ende muss man auch die Qualität, die zum Beispiel Rivers mitbringt, akzeptieren“, sagte Buijs. Die nächsten Aufgaben lauten Wiesbaden und Straubing. Mit einem Vortrag wie am Sonntag ist der USC in Hessen sicher nicht chancenlos. „Wir werden die Woche darauf hinarbeiten“, so Buijs. „Es wichtig, sich weiter zu verbessern.“ Auch ohne Vanjak und wohl auch noch eine Weile ohne Lohuis möchte der Club ungern seine Ziele über Bord werfen.

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