Volleyball: Bundesliga Frauen
USC präsentiert sich aufgeweckt in der Fremde

Münster -

Die kleine Serie kann sich sehen lassen. Der USC Münster hat mit dem 3:0 in Straubing viermal am Stück auswärts gewonnen. Jetzt dürfen die Spielerinnen die Feiertage genießen. Fast alle sind bei den Familien. Nur für Kaz Brown wäre ein Flug in die USA zu viel. Sie spannt an der Elbe aus.

Donnerstag, 20.12.2018, 17:14 Uhr aktualisiert: 20.12.2018, 21:48 Uhr
Auf die „Energie“ seiner Youngster um Luisa Keller (M.) setzt Trainer Teun Buijs, der mit dem USC auswärts bereits vier Mal gewann – zuletzt am Mittwoch in Straubing.
Auf die „Energie“ seiner Youngster um Luisa Keller (M.) setzt Trainer Teun Buijs, der mit dem USC auswärts bereits vier Mal gewann – zuletzt am Mittwoch in Straubing. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Knochen waren noch ein wenig müde am Donnerstagmittag. Geschuldet war dies nicht unbedingt der Partie bei Nawaro Straubing, sondern vielmehr der langen Rückreise, die erst um 5.30 Uhr am Berg Fidel ihr Ende fand. „Komplett ausgeschlafen bin ich noch nicht“, sagte Teun Buijs am Donnerstagmittag. Doch die leichte Erschöpfung steckte der Trainer des USC Münster gut weg, hatten sich doch seine Schützlinge am Abend zuvor beim 3:0-Erfolg in Bayern umso aufgeweckter präsentiert.

Es war der vierte Sieg in Serie in fremden Hallen – und damit schon einer mehr als in der gesamten vergangenen Saison, in der die Unabhängigen nur beim SC Potsdam, beim VfB Suhl und beim VCO Berlin gewonnen hatten. „Wenn man um Platz vier spielen will, ist es wichtig, auch auswärts Punkte zu sammeln. Da sind wir bislang auf einem guten Weg, besonders wenn man die Umstände berücksichtigt“, sagt Buijs und spielte damit auf die verletzungsbedingten Ausfälle seiner Nationalspielerinnen Juliet Lohuis und Ivana Vanjak an.

In der Tat hat die USC-Mannschaft den Schock aus den Kleidern geschüttelt und war beim Mitkonkurrenten VC Wiesbaden und beim Aufsteiger Straubing auf der Höhe. Zwei Spiele, sechs Punkte – eine perfekte Ausbeute und die richtige Antwort auf alle Krisenszenarien, die nach der Vanjak-Verletzung rund um den Berg Fidel geisterten. „Wir kompensieren die Ausfälle gemeinsam, profitieren dabei auch von der Arbeit im Sommer und davon, dass wir schon länger zusammen sind. Wir haben das Positive aus der Situation herausgezogen und bleiben in den entscheidenden Momenten ruhig, aber aggressiv“, erklärt Buijs. Seinem Team attestiert er dabei in Gänze eine „super Entwicklung“. So brächten die Youngster um Luisa Keller, Lina Alsmeier oder Linda Bock „viel Energie“ ein, Zuspielerin Mareike Hindriksen habe „alles gut im Griff“ und Libera Lisa Thomsen organisiere „die Abwehr und Annahme“ mit all ihrer Routine. Und da zudem der Block um Kazmiere Brown und Juliane Lang­gemach seine Dienste mehr als nur nach Vorschrift verrichtet und Teresa Mersmann sich wie etwa Svenja Enning oder Liza Kastrup immer weiter steigert, hat Buijs „taktisch viele Möglichkeiten“. Und die nutzen seine Spielerinnen derzeit aus, es läuft beim USC.

Nach den Einheiten am Freitag und Samstag schickt der niederländische Coach sein Team in die kurze, aber wichtige Weihnachtspause, die bis auf Brown alle bei ihren Familien verbringen. Die Amerikanerin hält sich über die Festtage bei Freunden in Hamburg auf, ein Heimflug in die USA passt angesichts des engen Spielplans nicht ins Programm. Schon am Abend des 26. Dezembers beginnt dann die Vorbereitung auf die Partie bei den Roten Raben Vilsbiburg drei Tage später. Es ist die nächste weite Reise nach Bayern, an dessen Ende die Knochen wieder müde sein werden. Wenn drei Zähler dann erneut die Mattheit lindern würden, wäre Buijs bestimmt genauso zufrieden wie nach dem 67-minütigen Gastspiel in Straubing.

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