Das Trio vom Berg Fidel
Im Vergleich: Münsters sportliche Aushängeschilder

Münster -

Die drei großen Player in Münsters Sport sind seit Jahrzehnten dieselben. Doch die Gewichtungen verschieben sich gerade ein wenig. Ein Vergleich. 

Donnerstag, 24.01.2019, 18:51 Uhr
Das Trio vom Berg Fidel: Im Vergleich: Münsters sportliche Aushängeschilder
Foto: WN

Die Preußen bleiben das Aushängeschild, haben aber wirtschaftlich zu kämpfen. Der USC spielt unter schwierigen Bedingungen eine super Saison, ringt aber um Anziehungskraft. Aus dem Windschatten heraus kommen die WWU Baskets. Zwar noch zweitklassig, aber getragen von einer riesigen Euphorie. Die Clubs, auch die Sportler, pflegen untereinander gute Beziehungen, besuchen sich gegenseitig. Trotzdem sind sie bei der Sponsorensuche Konkurrenten.

SC Preußen Münster im Vereins-Porträt

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  • Die Spielstätte: Das Preußenstadion an der Hammer Straße.
    Der Traum vom Stadion-Neubau ist geplatzt. Immerhin will die Stadt erstmals seit Jahrzehnten mehr als Flickschusterei betreiben und 40 Millionen Euro an der Hammer Straße einsetzen. Die kleine Lösung, profitieren wird der Verein davon auch erst in einigen Jahren. Die großen Business-Optionen ergeben sich hierdurch ohnehin nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Zuschauer: Das Stammpublikum der Preußen umfasst ca. 4000 Fans, darüber hinaus ist alles möglich: Von fast ausverkauft (gegen 1860, bald wohl auch gegen Kaiserslautern und Osnabrück) bis Liebesentzug (gegen Halle, Zwickau, Köln). Der Durchschnitt der laufenden Saison (7411) ist passabel, sank aber im Advent drastisch - und bleibt ausbaufähig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Termin: Regelspieltag für die Münsteraner ist der Samstag. Der wird hier, wie zuletzt im Dezember dreimal zu beobachten, oft schlechter angenommen (Ausnahme 1860), als Partien unter Flutlicht am Freitag oder Montag. Sonntags kommt dem SCP auch der Amateurfußball in den Weg.

    Foto: colourbox.de
  • Modus: Es herrscht klassischer Ligabetrieb in der traditionell engsten deutschen Spielklasse, das verspricht eigentlich Spannung bis zum Schluß. Doch in sieben Drittligajahren ging es für Münster aber nur 2012/13 wirklich bis zum Ende um etwas. Ansonsten trudelt die Spielzeit immer so aus - ähnlich wie in dieser Saison: Acht Punkte sind's sowohl zum Relegationsplatz, als auch zur Abstiegszone.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Finanzen: Die Ausgliederung hat den SCP vor dem Schlimmsten bewahrt, mehr aber auch nicht. Altlasten, ein kompliziertes Liga-Umfeld, fehlende Großsponsoren, häufige Nachforderungen, dazu Darlehen aus den Gremien - es kommt eine Menge zusammen, was Investitionen erschwert.

    Foto: colourbox.de
  • Die Sponsoren: Die Trikotbrust wurde auf den letzten Drücker an Schauinsland-Reisen vergeben. 

    Weit mehr als ein Jahrzehnt gab Tuja den Takt vor und pumpte einen achtstelligen Betrag in den Club. Ein ähnlich großer Gönner ist aber nicht mal annähernd in Sicht. Die Unternehmen sind eher zurückhaltend, die breite Industrie wie in Ostwestfalen fehlt aber auch in der Region. Viele Firmen sind aus Tradition und persönlicher Verbundenheit dabei. Der Vermarkter-Vertrag mit Lagardère erleichtert die Ausgangslage eher nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Präsenz: Social Media funktioniert, der SCP ist sehr aktiv. Rund 83.000 Follower honorieren das. Im Stadtbild allerdings verliert der SCP mehr und mehr an Wahrnehmung. Das Problem ist erkannt, aber noch lange nicht gebannt.

    Foto: Quelle: Instagram (Screenshot)

USC Münster im Vereins-Porträt

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  • Die Halle Berg Fidel ist die Heimat, sie wurde eigens für den USC geschaffen. Hier trainieren die Damen auch, hier ist der Club quasi Hausherr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zuschauer: Der Schnitt sinkt seit Jahren leicht. Auch der einst große Fanclub "Critters" verliert Mitglieder. Auswärts begleitet das Team nur noch eine kleine Gruppe treuer Anhänger. Wenn Schwergewichte zu Gast sind, kamen immer noch ein paar Besucher mehr in die Halle. Selbst das ist aber keine Garantie mehr. Der aktuelle Schnitt liegt bei 1353.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Der USC schwört auf den Sonntagnachmittag. 14.30 Uhr, das ist eine freundliche Zeit für Familien aus dem Umland. Vereinzelte Mittwochsspiele sind nicht so gerne gesehen.

    Foto: colourbox.de
  • Vielleicht ein Spannungsproblem für viele Bundesligisten. Die ersten drei sind meilenweit enteilt, ein sportlicher Abstieg findet nur teilweise statt und trifft maximal eine Mannschaft. Auch damit hat der USC nichts zu tun. Internationale Ränge sind unattraktiv, weil zu teuer. Realistischer Maximalerfolg ist seit Jahr und Tag das Halbfinale in den Playoffs, wahrscheinlicher ist ein Aus im Viertelfinale. Und: DIE DVL prügelt die Saison zwischen Oktober und April durch, was schnell zur Übersättigung führen kann.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Die goldenen Zeiten sind lange vorbei. Der Verein kämpft um den Abbau seiner Verbindlichkeiten, ist auf den eigenen Nachwuchs angewiesen - und vor allem auf die Gunst von Langzeit-Hauptsponsor LVM.

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  • Der LVM ist der eine große Förderer, an dessen Wohlwollen fast alles hängt. Grundsätzlich fischen die Unabhängigen im selben Teich wie die Preußen.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Rund 10000 Follower sind für Volleyball okay, bei Twitter ist die Quote ausbaufähig. Bezahlte Posts sollen die Viralität fördern, kurze Videos dabei helfen. Außerhalb des Netzes steckt der USC knapp oberhalb der Wahrnehmungsgrenze, Marketing findet aus Personalknappheit kaum statt.

    Foto: Quelle:Instagram

WWU Baskets Münster im Vereins-Porträt

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  • Die Spielstätte: Der Umzug von der schon zu Regionalliga-Zeiten oft ausgelasteten Uni-Halle zum Berg Fidel hat sich rentiert. Auch organisatorisch hat der Übergang geklappt. Seine Heimat hat der Verein aber weiter am Horstmarer Landweg oder am Pascal-Gymnasium.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Zuschauer: Gefühlt haben die Baskets ihr Publikum komplett mit rübergenommen und dazu noch schnell viele neue Freunde aus dem gesamten Stadtgebiet gewonnen. Die Kulisse ist vielfältig, vor allem aber jung. Hier zahlt sich der Draht zur Uni aus, die ja sogar im Namen steckt. Das Rahmenprogramm unterhält auch basketballfremde Besucher. Bester Beleg: Kein anderer Pro-B-Ligist im Norden und Süden hat einen besseren Zuschauerschnitt (1760).

    Foto: fotoideen.com
  • Termin: Den Samstagabend haben die Baskets auch nach dem Hallenwechsel beibehalten. Erst Basketball schauen, danach noch ausgehen - dieses Konzept läuft weiter gut. Der Besucherrekord (über 2700 gegen Iserlohn) wurde aber an einem Sonntag geknackt. Das folgende Heimspiel am Samstagabend (gegen Bochum) wollten aber erneut 2650 Besucher sehen.

    Foto: colourbox.de
  • Modus: Die 2. Liga Pro B scheint extrem ausgeglichen. Das fördert die Spannung, jedes Heimspiel war eng. Die Mannschaften liegen tabellarisch nah beieinander. Als Krone kommen am Ende die Playoffs (oder Playdowns), in denen nach jetziger Einschätzung alles möglich ist.

    Foto: fotoideen.com
  • Finanzen: Neue Liga, neue Herausforderungen - die Baskets sehen sich im Etatvergleich im unteren Vierte ihrer Klasse, wirtschaften westfälisch zurückhaltend und erarbeiten sich dank der guten Akzeptanz des Vereins am Berg Fidel langsam größeren Bewegungsspielraum. Der allerdings in der Folgesaison aufgrund höherer Auflagen - unter anderem durch die verbindliche Ausstattung mit hauptamtlichen Stellen - auch nötig ist. Unter dem Strich: Die Baskets sind sorgenfrei, große Sprünge gibt es aber nur auf dem Feld.

    Foto: colourbox.de
  • Die Sponsoren: Manager Helge Stuckenholz hat jahrelang Klinken geputzt, Synergien geschaffen, Werbepartner ins Boot geholt, die auf vielen Ebenen tätig weden, und damit viele Nischen gefunden. Zahlreiche kleine Gönner, junge Firmen, Internetunternehmen, aber auch alteingesessene Münsteraner - der Stamm ist breit aufgestellt. Nicht zu vergessen die Stadtwerke als großes Zugpferd und natürlich die Uni.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Präsenz: Auch hier ist Twitter der kleinste Markt, doch mit knapp 8500 Followern insgesamt müssen sich die Baskets, die schnell aufholen, nicht verstecken. Aktivität und Zuverlässigkeit sind noch steigerungsfähig. Dafür gibt der Club an anderer Stelle Gas, geht an Hochschulen, setzt gezielt auf Kooperationen mit anderen Marken und Sportvereinen.

    Foto: Quelle: Instagram
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