Volleyball: Bundesliga
USC Münster bleibt auf dem Vormarsch

Münster -

Drei Sätze, mehr braucht es manchmal nicht, um Klartext zu sprechen. Und in drei Sätzen klärte Volleyball-Bundesligist USC Münster am Mittwochabend die Kräfte-Verhältnisse am Berg Fidel und schickte die Gäste aus Vilsbiburg geschlagen auf die Heimreise.

Mittwoch, 13.03.2019, 21:52 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 14:46 Uhr
Kollektiver Jubel: Der USC besiegte Vilsbiburg sehenswert mit 3:0 und rückte in der Tabelle auf Platz fünf vor.
Kollektiver Jubel: Der USC besiegte Vilsbiburg sehenswert mit 3:0 und rückte in der Tabelle auf Platz fünf vor. Foto: Jürgen Peperhowe

Großer Fußball in München, fabelhaftes Volleyball-Kino am Berg Fidel. Als der FC Bayern am Mittwochabend gegen Liverpool losstürmte, waren die Volleyballerinnen des USC Münster fertig. Fertig mit Vilsbiburg und (vorerst) fertig mit Platz sieben. Mit dem zumindest in der Deutlichkeit überraschenden 3:0 (25:22, 25:16, 27:25) Erfolg über die Niederbayern rückte der Gastgeber im Klassement auf Platz fünf vor. Beim Tabellenvorletzten Erfurt kann das Team am Samstag nachlegen. Es folgt eine Woche später das Hauptrunden-Finale gegen Aachen.

Die Raben flogen mit der vorzüglichen Referenz von fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen heran. Doch Münster war präpariert für eine große Aufgabe. Die Mannschaft sprühte vor Energie und spielte viel besser als drei Tage zuvor beim mitunter zähen 3:1 gegen Straubing. Natürlich war es förderlich für das Selbstvertrauen, dass gleich die ersten Aktionen zum Erfolg führten. Juliet Lohuis und die quirlige Luisa Keller brachten die Bälle entschlossen auf den Boden, in der Defensive leistete der Block gute Arbeit. Was durchschlüpfte, kratzte die Abwehr aus den Ecken. Allein Leonie Schwertmann und Channon Thompson, Vilsbiburgs Powerfrau mit Wurzeln in Trinidad und Tobago, fanden Löcher. Beeindruckend, mit welcher Härte die 24-Jährige das Spielgerät traktierte.

Mindestens ebenso beeindruckend war Münsters Standhaftigkeit im rauen Wind. Die Partie hatte richtig gutes Niveau. Zur zweiten Auszeit lag der USC noch hinten (15:16), dann war er nicht mehr aufzuhalten. Linda Bock , eigentlich zweite Libera, hatte direkt nach ihrer Einwechslung als Angreiferin Anteil am Erfolg. Den Rest erledigte das Kollektiv mit tadelloser Leistung und geringer Fehlerquote.

Vilsbiburg zeigte eine Reaktion und kam ein bisschen gebügelt zurück aufs Feld. Münster nutzte die allgemeine Konfusion im Raben-Team und landete sogleich weitere Wirkungstreffer in Reihe. 8:0 zur ersten Auszeit, alle Ampeln auf Grün für die Grünen. Vilsbiburg krampfte, stand aber wieder auf. Eine wirkliche Aufholjagd blieb jedoch aus. Mit 25:16 krallte sich der spielfreudige USC auch den zweiten Abschnitt.

Drei Fragen an Teun Buijs

USC-Trainer Teun Buijs war sehr zufrieden nach dem 3:0 gegen Vilsbiburg. Im Kurzinterview stand er Rede und Antwort.Nach der zweiten Auszeit im ersten Satz haben Sie Linda Bock aus dem Hut gezaubert. Sie ist ja eigentlich Libera...Buis: Wir wollten unsere Annahme stabilisieren und das hat Linda super gemacht. Im Training greift sie auch an, Linda ist immer eine Alternative. Sie hat heute sehr mutig gespielt.Wie gut tut dieser Sieg?Buijs: Zunächst einmal ist er sehr, sehr wichtig. Wir haben unsere Ausgangsposition verbessert, das war das Ziel. Wenn wir dieses Niveau halten, werden wir auch am Samstag in Erfurt gewinnen.Und dann könnte es ja am letzten Hauptrundenspieltag gegen Aachen zu einem Endspiel um Platz fünf kommen...Buijs: Das sehen wir dann. Zunächst einmal müssen wir unsere Pflicht erfüllen. Und dann schauen wir auf die Ergebnisse der anderen. Die können wir nicht beeinflussen.

...

Und Vilsbiburg? Die Raben hatten nicht die weite Reise auf sich genommen, um früh das weiße Fähnchen zu hissen. Münster musste weiter Widerstand brechen – und tat es. Das 8:11 machte der USC wett, danach auch das 11:13. Die Raben müssen nahe an der Verzweiflung gewesen sein, weil der junge Gegner einfach nicht locker ließ. Und dann auch noch wegstürmte. Erst auf 19:15, später auf 24:22. Matchbälle. Die ersten ließ der Gastgeber liegen, den dritten auch noch – doch beim vierten gingen für Vilsbiburg die Lichter aus. Eine klasse Vorstellung des USC in einer für die Playoffs bedeutenden Partie. Linda Bock wurde nachher als wertvollste Spielerin ausgezeichnet und freute sich über ihre erste Goldmedaille. Den persönlichen Erfolg teilte sie direkt mit der Mannschaft. „Heute hat nicht eine einzelne Spielerin gewonnen, heute hat das Kollektiv gewonnen“, sagte sie.

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