Volleyball: Bundesliga Frauen
USC nimmt in den Playoffs den vierten Anlauf gegen Schwerin

Münster -

Von den drei großen Mannschaften der Bundesliga scheint der SSC Palmberg Schwerin dem USC Münster noch am besten zu liegen. Deshalb macht sich der Außenseiter vor dem ersten Playoff-Viertelfinale Hoffnungen auf eine Überraschung.

Freitag, 29.03.2019, 12:02 Uhr aktualisiert: 30.03.2019, 21:25 Uhr
Volle Kraft voraus: Liza Kastrup, hier im Dreikampf mit Aachens Marrit Jaspers (l.) und Lisa Gründing, und der USC müssen im Playoff-Viertelfinale beim SSC Palmberg Schwerin alle verfügbare Energie mobilisieren, um den Favoriten zumindest zu ärgern.
Volle Kraft voraus: Liza Kastrup, hier im Dreikampf mit Aachens Marrit Jaspers (l.) und Lisa Gründing, und der USC müssen im Playoff-Viertelfinale beim SSC Palmberg Schwerin alle verfügbare Energie mobilisieren, um den Favoriten zumindest zu ärgern. Foto: Jürgen Peperhowe

Dreimal schon kreuzten sich in dieser Saison die Wege des USC Münster und des SSC Palmberg Schwerin. Dreimal gewann der Favorit aus Mecklenburg-Vorpommern, in der Bundesliga jeweils 3:1, dazu im Pokal-Achtelfinale am Berg Fidel 3:0. Nun bietet sich dem USC im Playoff-Viertelfinale doppelt die Chance, dem Deutschen Meister vielleicht einmal ein Bein zu stellen – auch wenn es einer Herkulesaufgabe gleichkommt. Schließlich gewann Schwerin in dieser Saison den Supercup, den Pokal, 20 von 22 Bundesliga-Spielen und überzeugte in der Champions League.

„Wir haben nichts zu verlieren und werden mit 100 Prozent ins Spiel gehen. Aber das ist eine Top-Mannschaft, und die sind sehr präsent und geben einem nur wenig Möglichkeiten“, sagt Münsters Trainer Teun Buijs vor dem ersten Spiel der Best-of-three-Serie am Sonntag (18 Uhr) in der Palmberg-Arena. Seit Dienstag bereitet der Niederländer das Team auf den SSC vor, die 0:3-Niederlage gegen Lib Aachen zum Ende der Hauptrunde ist vergessen. „Die Stimmung ist gut, die Mannschaft hat sehr gut trainiert“, erklärt Buijs.

In den Einheiten hat er nicht nur Akzente, die spezifisch auf Schwerin zugeschnitten waren, gesetzt, auch die zuletzt anfällige Annahme stand im Fokus. „Das allerdings auch schon in den Wochen zuvor. Wir arbeiten in diesem Element technisch viel, aber auch mental“, meint Buijs.

Stabilität in der Annahme wird unabdingbar sein, will der USC seinem Kontrahenten gefährlich werden. In Teilen gelang es Münster im Hin- wie im Rückspiel der Bundesliga, der Underdog war jeweils zwei Sätze gleichwertig. „Doch dann geben wir zu viele Bälle weg, und das bestraft eine so gute Mannschaft wie Schwerin. Für uns ist es wichtig, dass wir besser spielen als zuletzt und unsere Möglichkeiten nutzen. Aber auch dann wird es sehr schwer.“

Titel für Orthmann

Vor zwei Jahren hatte es Hanna Orthmann vom Berg Fidel aus nach Italien gezogen, vom USC Münster wechselte die damals 18 Jahre alte Angreiferin zum Erstligisten ProVictoria Pallavolo Monza – und feierte mit dem nun einen großen Erfolg. Bei der internationalen Premiere ihres Clubs gelang der gebürtigen Lüdinghauserin ein großer Coup, Monza gewann den Challenge-Cup durch zwei Finalerfolge gegen den türkischen Vertreter Aydin BBSK. Nach dem 3:0-Auswärtserfolg im Hinspiel ließen die Italienerinnen ein 3:1 folgen, bei dem Orthmann im ersten Satz mitwirkte, aber nicht so wie erhofft zum Zuge kam und punktlos blieb. Für die Nationalspielerin übernahm dann Anne Buijs. Die 27 Jahre alte Tochter des aktuellen USC-Trainers Teun Buijs verwandelte mit ihrem 13. Zähler den Matchball und wurde zudem zur wertvollsten Spielerin der Partie gewählt.

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Dabei scheint der SSC um seine starken Angreiferinnen Kimberly Drewniok, Mckenzie Adams oder Jennifer Geerties aus dem Top Trio der Liga den Münsteranerinnen einen Ticken besser zu liegen als Allianz MTV Stuttgart und der Dresdner SC. „Das sieht etwas so aus, gegen Schwerin haben wir oft ganz gut gespielt. Aber am Ende geht es darum, auch einmal zu gewinnen. Das haben wir noch nicht geschafft“, so Buijs. Dass im vorletzten Heimspiel der Hauptrunde der VC Wiesbaden die Palmberg-Arena als Sieger verließ und dem Gastgeber die zweite Niederlage zufügte, könnte ein kleiner Hoffnungsschimmer sein.

Am Samstagmittag nach dem Abschlusstraining reist Münster gen Nordosten und wird Sonntag gegen den SSC, für den das Viertelfinale nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Meister-Hattrick sein soll, in der gleichen Besetzung antreten. Dabei fehlt wie in den letzten drei Hauptrundenpartien Mittelblockerin Kazmiere Brown, die eine Sehnenverletzung im Fuß hat. Ob für die Amerikanerin die Saison beendet ist, hängt auch vom Ausgang des Playoff-Viertelfinals ab – und damit, wie sich der USC im vierten und fünften Duell mit Schwerin schlägt.

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