Volleyball: Bundesliga Frauen
Der USC feilt noch an der Kür

Münster -

Tabellarisch sieht es für den USC Münster nicht wirklich rosig aus. Als Achter belegen die Grün-Weißen nach der 0:3-Niederlage in Schwerin den letzten Platz, der noch zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt. Noch ist alles drin, die nächsten Aufgaben werden trotz vieler guter Ansätze kein Selbstläufer.

Donnerstag, 14.11.2019, 15:40 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 15:55 Uhr
Libera im Bodeneinsatz: Linda Bock überzeugte in Schwerin mit sehr stabiler Annahme.
Libera im Bodeneinsatz: Linda Bock überzeugte in Schwerin mit sehr stabiler Annahme. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Zwischenbilanz ist nicht mies, aber auch nicht wirklich gut. Bislang hat der USC Münster in dieser Saison die Pflicht erfüllt. An der Kür arbeitet die Mannschaft noch. Ausreißer nach oben: Fehlanzeige. Die Tabelle spiegelt den Stand der Dinge seriös wider. Die Unabhängigen sind Achter. Ein gutes Stück entfernt von den Spitzenclubs und schon beträchtlich distanziert von der Abstiegszone.

Nun ist es so, dass Trainer Teun Buijs immer nach dem Maximum strebt. Sehr gern würde der ehrgeizige Niederländer, im dritten Jahr Coach in Münster, mit dem USC „einen Preis gewinnen“. Damit meint der 59-Jährige eine Medaille. Voraussetzung dazu wäre der Vorstoß ins Playoff-Halbfinale. Es braucht einige Fantasie, um daran zu glauben. Tatsächlich sind fünf, sechs Mannschaften dem USC voraus. Das kann sich auf Strecke ändern. Die jüngste Mannschaft der Liga hat ihr Entwicklungspotenzial schließlich noch lange nicht ausgeschöpft.

Beim Rekordmeister Schwerin unterlag Münster am Mittwoch 0:3. So klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt, waren die Unterschiede nicht. Im ersten Satz lagen die Gäste zur zweiten technischen Auszeit knapp vorn (16:15), im zweiten knapp zurück (14:16.). Die drei Punkte für den Sieg fielen dem Titelfavorit um die handlungsschnellen und kompromisslosen Angreiferinnen McKenzie Adams und Greta Szakmary wahrlich nicht in den Schoß. Dabei musste der USC ohne Nationalspielerin Ivana Vanjak (Bauchmuskelzerrung) auskommen. Sie fehlte am Mittwoch besonders im Angriff.

Stärkstes Element der Münsteranerinnen war in Schwerin die Annahme. Libera Linda Bock , Luisa Keller und Lina Alsmeier hielten den Riegel auch gegen exzellente Sprungaufschläge von Adams und Denise Hanke bemerkenswert stabil. Das war richtig stark, gewiss ist der SSC in dieser Saison schon auf weniger Widerstand getroffen. Erst im dritten Satz zog Schwerin schon früh auf und davon, Münster verlor etwas den Fokus, es war auch der dünnen Personaldecke geschuldet. Der USC brachte acht Spielerinnen und für ganz kurze Zeit Johanna Müller-Scheffsky zum Einsatz. Der SSC setzte 13 Kräfte ein und erlaubte sich, Stamm-Libera Anna Pogany zu schonen. Solch einen Luxus kennt der USC nicht.

In der Hinrunde bestreitet Münster noch vier Partien, zwei daheim gegen Dresden (6.) und Wiesbaden (9.), auswärts spielt das Team noch in Straubing (7.) und in Potsdam (4.). Es ist ein Paket ohne Selbstläufer, auch Wiesbaden und Straubing stellen die Buijs-Schützlinge vor ernsthafte Herausforderungen. In Potsdam und gegen Dresden ist der USC definitiv Außenseiter. Linda Bock sieht die Dinge positiv: „Wir sind eine Wundertüte, die immer eine Überraschung raushauen kann.“

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