Volleyball: Fünfsatz-Krimi in Straubing
USC-Volleyballerinnen siegen in Straubing und schlafen im Bus

Münster -

Fünf Sätze lang ging es her – und dann fast sieben Stunden zurück. Mit zwei Punkten im Gepäck traten müde, aber zufriedene Volleyballerinnen des USC Münster nach dem 3:2-Erfolg bei Nawaro Straubing die lange Rückreise nach Westfalen an.

Sonntag, 08.12.2019, 15:12 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 17:15 Uhr
Unwiderstehlich: Ivana Vanjak (r.) setzte sich auch in Straubing wie hier im Spiel gegen Dresden immer wieder druckvoll und durchschlagskräftig in Szene.
Unwiderstehlich: Ivana Vanjak (r.) setzte sich auch in Straubing wie hier im Spiel gegen Dresden immer wieder druckvoll und durchschlagskräftig in Szene. Foto: Jürgen Peperhowe

Um 11.15 Uhr abends waren alle Plätze belegt und der Bus rollte langsam vom Parkplatz der Turmair Volleyarena in Straubing. Es war der Moment am Ende eines langen Abends, als endlich Ruhe einkehrte nach einer atemberaubenden Achterbahnfahrt durch ein hoch dramatisches Volleyball-Match. „Und eine halbe Stunde später war es dunkel im Bus, alle haben geschlafen“, stellte Reiseleiter Teun Buijs wenig später fest.

Seine Spielerinnen hatten sich nach fünf abwechslungsreichen Sätzen nicht mehr viel zu sagen und nahmen sich völlig erschöpft, aber ebenso zufrieden die verdiente Auszeit, die sich zuvor auf dem Feld nicht eine Sekunde hat einstellen wollen. Nach zwei abgewehrten Matchbällen hatte der USC mit dem eigenen zweiten Gewinnpunkt die Partie mit 3:2 (19:25, 26:24, 25:17, 22:25, 19:17) für sich entschieden und dem Volleyball-Krimi gegen Nawaro Straubing das passende Happy End beschert. „Das war ein Spiel, wie es Volleyballfans lieben“, so das abschließende Fazit von Trainer Buijs.

„Endlich wieder gewonnen“

Nun ist es im Profisport meist so, dass das, was die Fans lieben, nicht zwingend das sein muss, was die Trainer von ihren Schützlingen erwarten. „Es gibt in jedem Spiel etwas zu verbessern“, sah auch der USC-Coach durchaus Anregungen für die kommenden Trainingseinheiten, die entscheidende Botschaft des Abends allerdings war durchweg positiv: „Wichtig war, dass wir endlich wieder gewonnen haben.“

Frauen-Volleyball wird immer schneller

Buijs hatte im Vorfeld wichtige Anpassungen an die Volleyball-Version 2.0 vorgenommen, die derzeit im deutschen Frauen-Volleyball die trägere Vorgänger-Variante ablöst. „Die Bundesliga der Frauen nähert sich rasant schnell der der Männer an. Mehr Aggressivität und höhere Geschwindigkeit. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht“, so Buijs, der vor allem die eigene Handschrift überarbeiten musste. „Ich habe eigentlich immer Hauptaugenmerk auf die Abwehr gelegt, die Blockarbeit, die Annahme. Aber in der vergangenen Trainingswoche haben wir vor allem mehr Wert auf die Aggressivität im Angriff und im Aufschlag gelegt. Das haben wir im Spiel sehr gut umgesetzt.“ Allen voran Ivana Vanjak, die alleine 30 Zähler beisteuerte – unter anderem den letzten und entscheidenden zum 19:17 im Entscheidungssatz. Auch in den Sätzen zwei und drei war es die 24-Jährige Angreiferin, die ihr Team anführte – erst zum Satzausgleich, dann zur 2:1-Führung.

Vanjak zur wertvollsten Spielerin gewählt

Nach getaner Arbeit wurde die Nationalspielerin verdientermaßen zur Spielerin des Tages gekürt. Auch Lina Alsmeier (21) und Liza Kastrup (13) sorgten in einem überzeugenden Kollektiv für herausragende Individualstatistiken. Das Zahlenwerk in der Tabelle blieb nach diesem Auswärtssieg allerdings weitgehend unverändert und der USC zunächst weiter auf Rang acht der Tabelle. Doch der Rückstand wurde auf drei Zähler verkürzt, signifikante Veränderungen könnten sich damit am Mittwoch, 18. Dezember, einstellen, wenn die Truppe im Spiel gegen den VC Wiesbaden das nächste Mal im Ligaeinsatz gefordert ist.

Bis dahin wird im Training weiter an der Aggressivität gearbeitet, am Mittwoch werden dann unter anderem „ein paar Jungs vom TSC Gievenbeck“ erwartet, die bei einem Testmatch Tempo und Wucht ins Spiel bringen sollen. Tugenden von denen bei der langen Rückfahrt so aus München am Samstag gar nichts mehr zu spüren war. Als der Bus um sechs Uhr am frühen Sonntagmorgen am Berg Fidel einparkte, herrschte immer noch adventliche Ruhe an Bord ...

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