Volleyball: Frauen-Bundesliga
USC Münster liefert rasante Berg- und Talfahrt ohne Happy End

Münster -

Die Volleyballerinnen des USC Münster hatten sich viel vorgenommen für diesen adventlichen Auftritt in der Sporthalle am Berg Fidel, doch nach fünf wechselhaften Sätzen stand die Mannschaft gegen Tabellennachbar VC Wiesbaden fast mit leeren Händen da. Ein mageres Pünktchen gab es nach der 2:3-Niederlage.Mehr war nicht drin. Oder etwa doch?

Mittwoch, 18.12.2019, 20:56 Uhr aktualisiert: 18.12.2019, 21:37 Uhr
Alle Mühen vergeblich: Münsters Lina Alsmeier (l.) scheitert am Wiesbadener Block mit Frauke Neuhaus (Nummer 11) und Natalie Lemmens.
Alle Mühen vergeblich: Münsters Lina Alsmeier (l.) scheitert am Wiesbadener Block mit Frauke Neuhaus (Nummer 11) und Natalie Lemmens. Foto: Peter Leßmann

Die Wichtigkeit der Partie gegen den VC Wiesbaden hatte Trainer Teun Buijs im Vorfeld unterstrichen, die Hallensprecher Paul Becker und Kristian Klement sprachen in ihrer Anmoderation in der Halle Berg Fidel von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ im Kampf um einen Playoff-Platz. Doch anders als beim 3:2-Erfolg in Straubing hielt der USC Münster diesmal den Erwartungen nicht stand und verlor mit 2:3 (25:14, 23:25, 25:17, 12:15)

Guter Startphase des USC

Dabei hatte es lange gut ausgesehen für die Grün-Weißen, die ein paar Ballwechsel benötigten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Doch ab dem 10:9 waren die Unabhängigen da, waren heiß. Ein Ass von Kapitänin Barbara Wezorke und dann Demi Korevaar – vorbereitet durch einen weiteren guten Aufschlag – verschafften Münster erstmals ein Pölsterchen. Aus dem wurde basierend auf dem druckvollen Service und der folgenden guten Blockarbeit ein Polster. Immer wieder erwischten Korevaar, Taylor Nelson oder Luisa Keller alleine oder im Verbund die Versuche der ehemaligen USClerin Lena Vedder, die an ihrer alten Wirkungsstätte mit einem warmen Applaus empfangen wurde. Aus dem 12:9 wurde schnell ein 21:13, wenig später machte Keller den ersten Satz zu.

Diese Niederlage ist sehr ärgerlich, wir hätten 3:0 gewinnen müssen. Aber wir haben es nicht geschafft, aus den Stresssituationen herauszufinden.

USC-Trainer Teun Buijs

Es lief beim USC, der vor 1493 Zuschauern weiter griffig und abgesehen vom 0:1 durch Nathalie Lemmens stets in Führung blieb. Nach 25 Ballwechsel war Münster fünf Punkte enteilt, lag auch beim 19:15 noch komfortabel vorne. Doch der Schein war trügerisch. Die Grün-Weißen ließen nun in allen Elementen nach, der VCW steigerte sich in Annahme und Abwehr – und schon kippte der Durchgang. Mit einem Servicewinner gegen Libera Linda Bock verschaffte Frauke Neuhaus den Hessinnen erstmals nach dem 1:0 wieder einen punktemäßigen Vorteil, den Tanja Großer letztlich zum 25:23 ummünzte. Satzausgleich, unnötig aus Sicht des USC, der lange alles im Griff hatte.

Neuer Schwung nach der Pause

Zehn Minuten Pause im von Sport 1 live übertragenen Spiel folgten – eine Unterbrechung, die Münster nicht schadete. Ganz besonders nicht Ivana Vanjak. Fünf Punkte steuerte die Nationalspielerin bis zum 7:3 für ihre Farben bei, nahm mit ihrer Energie und Wucht die Teamkolleginnen mit. Die Unabhängigen waren wieder in dem Tritt, in dem sie zuvor anderthalb Sätze unterwegs war. Angriff, Abwehr, Aufschlag – alles wirkte wieder entschlossener, und die Buijs-Sechs zog diesmal ihren Streifen durch. Nach zwei Alsmeier-Punkten von der Linie setzte Wezorke das Ausrufezeichen hinter den dritten Abschnitt.

Bruch in Durchgang vier

Einen Zähler hatte Münster im Sack, nun sollte der dritte her. Doch plötzlich war die Leichtigkeit dahin, im USC-Spiel kam es zum Bruch. 0:6, 4:11 – das nennt man wohl einen kapitalen Fehlstart. Und den vermochte der Gastgeber nicht mehr zu korrigieren, zu fehlerhaft agierte der zwischendurch auf vier Positionen veränderte USC – und zwar durch die Bank. 11:25, was für ein bitterer Abschnitt.

So musste der Tiebreak die Entscheidung bringen, aus dem Sechs-Punkte- war Zwei-Punkte-Spiel geworden. Mit der Startformation ging der USC in den letzten Satz, der das wilde Auf und Ab der Partie gut widerspiegelte. Münster legte vor (4:2), verlor den Faden und versuchte dann vergeblich, sich nach den Rückständen (4:5, 7:11, 11:13) zurückzukämpfen. So rückt der VCW den Unabhängigen in der Tabelle auf die Pelle – der Angriff auf das einen Rang höher platzierte Straubing wurde ersatzlos gestrichen. Es wird eine enge Kiste in dieser Saison.

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