Volleyball: Bundesliga Frauen
Auf der Suche nach Antworten führt die Reise den USC nach Potsdam

Münster -

Die Hinrunde endet für den USC Münster am Samstagabend mit der Partie beim SC Potsdam. Favorit sind die Grün-Weißen dort sicher nicht. Das jüngste 2:3 gegen Wiesbaden müssen sie erst mal aus den Kleidern schütteln. Trainer Teun Buijs führte dafür viele Einzelgespräche.

Freitag, 20.12.2019, 17:04 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 17:08 Uhr
Beim 0:3 im Pokal waren Demi Korevaar und der USC gegen Potsdam chancenlos. Nun kommt es in Brandenburg zu einem Wiedersehen mit Antonia Stautz (l.) und Co., die aktuell Tabellendritter sind.
Beim 0:3 im Pokal waren Demi Korevaar und der USC gegen Potsdam chancenlos. Nun kommt es in Brandenburg zu einem Wiedersehen mit Antonia Stautz (l.) und Co., die aktuell Tabellendritter sind. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Aufarbeitung der 2:3-Niederlage gegen den VC Wiesbaden begann noch direkt am Mittwochabend und zog sich bis in den Freitagnachmittag hinein, als Trainer Teun Buijs auf der langen Anreise zum Bundesliga-Spiel des USC Münster am Samstag (19 Uhr) beim SC Potsdam die Zeit im Bus nutzte und zu Einzelgesprächen bat, in denen immer wieder die gleichen Fragen aufploppten: Wie gelangt das USC-Spiel zu mehr Konstanz? Und warum schaffen es die Unabhängigen nicht, sich schnell aus schwierigen Situationen zu befreien?

Einfache Antworten gibt es dazu in der schnellen Sportart Volleyball nicht, zu komplex ist das Thema. „Das hat immer etwas mit Erfahrung zu tun, in stressigen Phasen die Technik abzurufen, sich organisiert im System zu bewegen und die Kontrolle über den Ball und die Sicherheit im Spiel zurückzugewinnen. Da bewahren wir momentan nicht die Ruhe. Wir wissen, dass mangelnde Stabilität unser Problem ist“, sagt der Niederländer Buijs und fügt an: „Gegen Wiesbaden spielen wir einen super ersten Satz und führen dann im zweiten mit 19:14. Aber dann bereiten wir uns selber Probleme, aus denen wir nicht herausfinden. Das begleitet uns schon über die gesamte Hinrunde.“

Diese endet nun für die Grün-Weißen in Potsdam – beim Tabellendritten, der im Pokal-Achtelfinale den USC am Berg Fidel mit 3:0 aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Anfang November war das, damals hatte Münster gut begonnen, dann aber nach dem vielversprechenden Start (17:15) den Faden verloren. „Wir haben gesehen, dass wir Stress auf Potsdam ausüben können. Aber in erster Instanz müssen wir taktisch besser spielen und in der Abwehr sowie beim Aufschlag besser organisiert sein, um vielleicht etwas mitzunehmen. Unser Vorteil ist, dass wir in Potsdam nichts zu verlieren und keinen Druck haben“, sagt Buijs, der als Mutmacher den ansprechenden Auswärtsauftritt beim SSC Palmberg Schwerin anführt.

Dass die Aufgabe vor den Toren Berlins nicht einfach wird, ist allen bewusst. Der Sportclub um seine Top-Angreiferin Brittany Abercrombie und Kapitänin Antonia Stautz kassierte in der Bundesliga erst zwei Niederlagen – beim 0:3 gegen Meister Stuttgart und zuletzt am vergangenen Samstag beim äußerst umkämpften 2:3 in Schwerin, bei dem SC-Trainer Guillermo Hernandez im Tiebreak die Gelb-Rote Karte sah. Der Spanier darf damit gegen Münster nicht an der Seitenlinie die Kommandos gegeben, seinen gesperrten Chef vertritt der Italiener Riccardo Boieri.

Zumindest in Sachen Vorbereitung herrscht zwischen dem SCP und dem USC Waffengleichheit. Auch Potsdam hatte im Vorfeld der Partie nur wenig Zeit, sich einzustellen. Erst am frühen Donnerstagabend endete das Abenteuer CEV-Pokal mit der Rückkehr aus Russland, wo die Havelstädterinnen nach dem 2:3 im Hinspiel durch das 1:3 bei Dinamo Kasan in der ersten Runde ausschieden. „Die Mannschaft konnte nur einmal am Freitag trainieren, mehr war auf Grund der langen Rückreise nicht möglich. Wir sind dennoch mental und spielerisch in der Lage, die Aufgabe zu meistern, hierfür werden wir alle Kräfte noch mobilisieren“, sagte Potsdams Teammanager Eugen Benzel.

Der USC darf sich gefasst machen auf einen intensiven Volleyball-Abend in der MBS-Arena. Um dort zu bestehen, müssen die Unabhängigen Antworten auf die Fragen finden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7145541?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F685692%2F
„Ich wusste nie, wo ich dazugehörte“
Als Jugendlicher fühlte Sebastian Goddemeier sich nirgends so richtig zugehörig.
Nachrichten-Ticker