Volleyball: Frauen-Bundesliga
Der USC Münster fühlt sich auswärts immer wohler

Münster -

Auswärts schafft der USC weiter im Akkord. Beim unerwarteten 3:0 am Mittwochabend als Gast des Pokalsiegers Dresdner SC feierten die Unabhängigen den vierten Sieg in Reihe in fremder Halle. Aus einem starken Kollektiv ragte Lina Alsmeier heraus.

Mittwoch, 26.02.2020, 21:40 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 14:54 Uhr
Siegreich in Dresden: der USC Münster
Siegreich in Dresden: der USC Münster Foto: Marvin Mallach

Es ist ja nicht so, dass der USC Hemmungen hätte, seine Heimspiele zu gewinnen. Doch auswärts spielt es sich aktuell für den Bundesligisten offenbar ein bisschen einfacher. Den Erfolgen beim Meister Stuttgart sowie in Suhl und Vilsbiburg ließ Münster am Mittwochabend ein ganz feines 3:0 (25:20, 25:20, 25:19) in Dresden folgen. Zugegeben fehlten beim von Infekten gebeutelten Hausherren wichtige Kräfte. Und sicher war das Team nach anstrengenden Wochen augenscheinlich ein bisschen müde. Gleichwohl darf der sehr souveräne Erfolg beim frisch gebackenen Pokalsieger als Überraschung eingeordnet werden. „Ich bin sehr stolz auf die Mädels. Die Mannschaft hat das heute super gemacht und sich sehr diszipliniert an die Taktik gehalten“, freute sich Trainer Teun Buijs .

Der USC benötigte vor 2400 Zuschauern ein bisschen Zeit, um in Sachsen Fuß zu fassen. Mitte des ersten Satzes lag der DSC komfortabel 13:9 vorn. Kurze Ballwechsel prägten die Partie, Münster bekam im Block die Hände nicht an den Ball und im Angriff blieb das Team noch ohne die rechte Durchschlagskraft. Das änderte sich, als Lina Alsmeier und Ivana Vanjak Betriebstemperatur erreicht hatten. Angeführt von den Nationalspielerinnen zogen die Unabhängigen erst gleich und später davon. Luisa Keller trug mit frechen Aktionen ihren Teil zum Umschwung bei, den letzten Ball zum Satzgewinn versenkte die durchgängig überragende Alsmeier.

Der USC blieb am Drücker, längst hatte sich in der Mannschaft das Gefühl entfaltet, etwas Zählbares mitnehmen, vielleicht sogar maximale Beute machen zu können. Im Sog der anderen steigerte sich nun auch Barbara Wezorke. Die Spielführerin, vor ihrem Wechsel zu den Unabhängigen in Dresden zu Hause, übernahm Verantwortung und punktete in der Zentrale ein ums andere Mal. Beim 9:9 war der DSC noch auf gleicher Höhe, danach setzte sich Münster ab. Die Mannschaft schlug weiter sehr griffig auf, sie wirkte entschlossen, war sehr aufmerksam und blieb stets konzentriert. Mit einem Ass fügte sich Liza Kastrup direkt nach ihrer Einwechslung wunderbar ein, das letzte Wort hatte aber auch in diesem zweiten Durchgang Angreiferin Lina Alsmeier.

0:2 aus Dresdner Sicht – die Trommeln am Spielfeldrand blieben zwar nicht stumm, aber auf den Tribünen mehrten sich die besorgten Gesichter. Und der USC legte direkt wieder fulminant los. Eine Aufschlagserie bescherte den Gästen eine 5:0-Führung, doch beim 6:6 war Dresden noch einmal zurück. Ganz ohne Gegenwehr mochte der DSC das Feld nicht räumen.

Der kurze Zwischenspurt blieb allerdings ein zartes Aufbäumen, Münster behielt die Zügel fest in der Hand. Ein 10:3-Lauf zum 9:16 brachte die Vorentscheidung. Bei Vanjak (13 Punkte), Alsmeier (15), Wezorke (7) und Keller (8) klappte nun alles, Taylor Nelson setzte ihre Mitspielerinnen glänzend in Szene. Dresden kämpfte, war aber an diesem Tag, in dieser Form und in dieser Verfassung nicht in der Lage, wirklich zurückzuschlagen. „Wir haben es gut durchgezogen, darüber bin ich sehr froh“, sagte Buijs. „Wichtig ist, dass wir auch gegen Straubing am Sonntag so fokussiert auftreten. Wir haben jetzt noch drei Spiele und die Chance, in der Tabelle ein bisschen zu klettern.“

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