Volleyball: Frauen-Bundesliga
USC Münster landet Krimi-Sieg zum Auftakt

Münster -

Es war noch nicht unbedingt Volleyball-Feinkost, die da zum Bundesliga-Auftakt an Münsters Berg Fidel serviert wurde, aber es hatte ansonsten fast alle Zutaten, die den Fan-Geschmack treffen: Fünf Sätze, Hochspannung und ein Happy end: Der USC Münster bezwingt den VC Wiesbaden mit 3:2.

Sonntag, 04.10.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 09:58 Uhr
Am besten lachen bekanntlich die, die zuletzt lachen. Das waren am Sonntag die Spielerinnen des USC Münster.
Am besten lachen bekanntlich die, die zuletzt lachen. Das waren am Sonntag die Spielerinnen des USC Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Es ging munter auf und ebenso rasant bergab. Es war nicht alles Gold, was zum Auftakt der Volleyball-Bundesliga glänzte. Aber am Ende war es egal, wie der erste Sieg der Saison zustande kam. Das 3:2 (25:20, 17:25, 27:25, 18:25, 15:13) gegen den VC Wiesbaden „war sehr wichtig“, sagte USC Münsters Trainer Teun Buijs , der eine „so enge und ausgeglichene Partie“ erwartet hatte.

Langgemach vorsichtshalber nicht dabei

Vor dem ersten Ballwechsel gab es eine schlechte Nachricht. Nachdem Juliane Langgemach Kontakt zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person hatte, entschied der Verein, auf die Mittelblockerin trotz zweier negativer Tests zu verzichten. Und die zur Untätigkeit verdammte Langgemach sah im Livestream den Fehlstart ihrer Kolleginnen (0:4). Erst langsam tastete sich der USC in die Partie, nach dem ersten Punkt von Adeja Lambert nahm Münster bis zum 4:5 Kontakt auf. Beim 9:9 von Liza Kastrup , die auf der Diagonalen den Vorzug vor Neuzugang Helo Lacerda erhalten hatte, war Münster da, nach dem folgenden Aufschlagpunkt von Sarah van Aalen erstmals sogar vorne.

Zerfahrene Partie

Die Partie blieb zerfahren, es waren aber die Unabhängigen, die sich nun weniger Fehler erlaubten, sich im Block besser postierten und im Aufschlag mehr Druck entfachten – und die ab dem 18:16 eine ganz starke Nele Barber hatten. Drei der folgenden vier USC-Zähler gingen auf das Konto der Angreiferin, die ihr Team damit auf den richtigen Weg brachte. Zwar wehrte Renate Bjerland Münsters ersten Satzball noch ab, dann aber packte Lambert kompromisslos zu.

Flugs die Seiten gewechselt – und los ging’s wie in Abschnitt eins. Mit einem Vier-Punkte-Rückstand, auf den Buijs nach einem Punkt von VCW-Zuspielerin Ashley Evans zum 2:7 reagierte. Für van Aalen und Kastrup kamen Helo und Taylor Nelson – allein die Wirkung blieb aus, im Gegenteil: Der USC ließ weiter abreißen, leistete sich so einige Unzulänglichkeiten. Es lief nicht mehr viel zusammen, auch Anika Brinkmann bei ihrem Comeback im USC-Trikot vermochte dem Durchgang trotz eines wuchtigen Angriffs zum 12:19 keine Wende mehr zu geben.

Stetes Hin und Her

Dritter Abschnitt, altes Muster: Wieder war es Wiesbaden, das mit der ehemaligen USClerin Lena Vedder beim Aufschlag direkt eine Serie startete und Münster unter Zugzwang setzte. Erst nach einer Auszeit brachte Barbara Wezorke Münster auf die Anzeigetafel (1:4). Die Unabhängigen brauchten ein bisschen, nahmen dann aber Tuchfühlung auf – dank des besser postierten Blocks und mehr Konsequenz im Angriff. Nun war es durchgehend ein Spiel auf Augenhöhe, die Führungen wechselten – bis zum 23:23, Münster blieb jetzt vorn und nutzte den dritten Satzball durch Lambert.

Statistik

USC: Sarah van Aalen, Liza Kastrup, Adeja Lambert, Nele Barber, Demi Korevaar, Barbara Wezorke, Linda Bock (Libera) – eingewechselt: Taylor Nelson, Helo Lacerda, Anika Brinkmann

Spielzeit: 125 Minuten

Zuschauer: 270

Satz 1: 0:4, 4:5, 7:9, 11:9, 13:13, 15:13, 20:18, 25:20

Satz 2: 0:3, 1:5, 2:7, 5:11, 7:12, 8:15, 11:19, 17:25

Satz 3: 0:4, 3:9, 9:9, 15:13, 20:22, 24:23, 25:24, 27:25

Satz 4: 0:1, 5:5, 5:8,, 6:12, 8:16, 11:19, 15:21, 18:25

Satz 5: 0:1, 2:1, 2:3, 6:7, 8:7, 11:10, 11:12, 13:12, 15:13

Wertvollste Spielerinnen: Sarah van Aalen (USC) – Ashley Evans (VCW)

Das nächste Spiel: SSC Palmberg Schwerin - USC Münster (Samstag, 17 Uhr)

...

Ja, jetzt war Stimmung in der mit 270 Zuschauern nur spärlich besetzten Halle Berg Fidel. Doch die flachte schnell wieder ab. Zwar geriet Münster ganz untypisch nicht direkt in Rückstand, vom 5:5 bis zum 8:16 aber hakte es im USC-Spiel gewaltig und in allen Elementen.

Entscheidung im Tiebreak

Der Tiebreak musste herhalten. Und der wurde wild, bis zum 6:7 war Münster – wie sollte es auch sonst sein – im Rückstand, den Wezorke und Kastrup zum 8:7 umwandelten. Spannung pur, Wiesbadens Antwort konterte der USC prompt und hatten nach einem erfolglosen Vedder-Angriff Matchball – und der war Sache der Kapitänin. Wezorke blockte die gerade wieder eingewechselte Marijeta Runjic. Aus und vorbei, Münster hatte Sieg Nummer eins in der Tasche. „Kompliment an die Mannschaft, die mit ihrem Kampfgeist das Spiel gewonnen hat. Es war nicht alles gut, aber wir sind glücklich“, sagte Buijs.

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